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Snow Leopard gegen Lion: Wer ist schneller?

31.01.2012 | 12:34 Uhr |

Haben Sie auch das Gefühl, dass Ihr Mac mit jedem System-Update langsamer wird? Wir gehen der Sache auf den Grund und messen die Geschwindigkeit der aktuellen Systemversionen. Im Ring stehen sich 10.6 und 10.7 in sieben Runden gegenüber: Wer gewinnt den Kampf?

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Die Zeiten, in denen Betriebssysteme von Version zu Version schneller werden sind lange vorbei. Auch OS X macht da keine Ausnahme, denn die letzte spürbare Geschwindigkeitssteigerung fand zwischen Version 10.1 (Puma) und 10.2 (Jaguar) statt.

Auch beim aktuellen OS X 10.7 Lion hat man das Gefühl, dass der Mac irgendwie träger geworden ist. Täuscht das nur oder ist da auch messbar was dran?

Um der Sache auf den Grund zu gehen, setzen wir ein Macbook Pro sowohl mit Snow Leopard als auch mit Lion auf und lassen beide Systeme unter identischen Bedingungen mit einer Auswahl von 17 Tests aus unserem üblichen Macwelt-Benchmark-Paket gegeneinander antreten. Ring frei!

Start- und Ladezeiten

Beim Booten stellen wir in der Tat einen Unterschied zu Ungunsten von Lion fest. OS X 10.7 benötigt vom Drücken des Einschaltknopfes, bis die Menüleiste im Finder erscheint, knapp 30 Sekunden. Snow Leopard ist hier in 26 Sekunden fertig. Das sind vier Sekunden, die man im Alltag durchaus spüren wird, falls man seinen Mac häufig ein- und ausschaltet. Prinzipiell muss man das jedoch nicht mehr. Der Ruhezustand reicht in der Regel aus und daraus wachen beide Systeme in vier Sekunden auf.

Beim Starten von Anwendungen sieht es ähnlich aus. Wir testen die Startzeit von Garageband inklusive Laden eines umfangreichen Projekts. Auch hier ist Snow Leopard schneller, auch wenn der Unterschied nicht so groß ist wie beim Booten.

Den integrierten Datenkomprimierer Zip hat Apple mit OS X 10.7 offensichtlich optimiert, denn im Test arbeitet dieser unter Lion etwa 17 Prozent schneller. Wer häufig Daten komprimiert, den wird das freuen.

Erster Zwischenstand: Nach der ersten Runde führt Snow Leopard knapp nach Punkten. Der Altmeister liegt beim Komprimieren von Daten zwar zurück, holt seine Punkte aber beim Booten und Starten von Programmen locker wieder rein.

Photoshop CS5

25 einzelne Filter und Effekte enthält unser Photoshop-Skript. Im Test liegen Lion und Snow Leopard gleichauf.
Vergrößern 25 einzelne Filter und Effekte enthält unser Photoshop-Skript. Im Test liegen Lion und Snow Leopard gleichauf.

In der zweiten Runde müssen sich die Kontrahenten unter Photoshop CS5 beweisen. Unser Skript besteht aus 25 rechenintensiven Aufgaben, die Grafiker in ihrer täglichen Arbeit häufig verrichten. Darunter finden sich Gaußscher Weichzeichner, RGB/CMYK-Konversion, Beleuchtungseffekte, Staub und Kratzer entfernen, Unscharf Maskieren und andere.

Das Ergebnis ist klar: unentschieden . Beide Systeme benötigen für das Skript zwölf Sekunden und teilen sich die Punkte. Optimierungen im System wirken sich in Photoshop jedenfalls nicht aus.

iTunes

Die Aktivitätsanzeige deckt es auf: Selbst unter Lion benutzt der iTunes-AAC-Encoder nach wie vor nur einen CPU-Kern. Die Hardware könnte mehr!
Vergrößern Die Aktivitätsanzeige deckt es auf: Selbst unter Lion benutzt der iTunes-AAC-Encoder nach wie vor nur einen CPU-Kern. Die Hardware könnte mehr!

Rippen von CDs ins MP3- oder AAC-Format ist stets ein beliebter Sport. In Runde drei prüfen wir die Kodiergeschwindigkeit in iTunes. Hier zeigt der Löwe erstmals seine Zähne: Sowohl beim Kodieren ins MP3- als auch ins AAC-Format liegt OS X 10.7 mit 48 respektive 34 Prozent vorn. Das sind ordentliche Zeitersparnisse, die sich über die Zeit hin zu einem guten Polster hin addieren können.

Diese Runde geht eindeutig an den Herausforderer Lion: Obwohl wir auf beiden Systemen die identische, aktuelle iTunes-Version benutzen, ist Lion deutlich schneller. Apple verwendet offensichtlich in Lion optimierte Quicktime-Codecs. Ein Manko bleibt allerdings: Auch unter Lion benutzt der AAC-Kodierer weiterhin nur einen CPU-Kern.

3D-Grafik in Spielen

OS X 10.7 enthält neue Grafiktreiber. Da liegt es nahe, dass Apple Verbesserungen im Hinblick auf schnelle 3D-Actionspiele vorgenommen hat. Wir testen dies mit drei verschiedenen Spielen, Call of Duty 4, Doom 3 und dem schon etwas betagten Klassiker Unreal Tournament 2004. Das Ergebnis ist ernüchternd: Lion ist bei 3D-Action keinen Deut schneller geworden. Die Abweichungen, die wir messen, liegen allesamt im Bereich der Messungenauigkeiten.

Ergebnis: Was rasante 3D-Spiele-Action angeht, teilen sich beide Kontrahenten wieder die Punkte .

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