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Loop-Player

07.06.2005 | 17:18 Uhr

REX2-File-Player mit sehr umfangreicher Loop-Library

obsession
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Obsession ist ein Loop-Player, der als Plug-in innerhalb einer Host-Applikation arbeitet. Eine Stand-alone-Fassung gibt es nicht. Die Oberfläche ist klar strukturiert doch die Bedienelemente sind durchweg zu klein. Die Bedienung wird dadurch sehr unkomfortabel und mühselig. Besonders das Handling der Modulationsmatrix ist nervig. Zudem wirkt sich der rote Hintergrund langfristig negativ aus, da er bei längerem Draufschauen die Augen reizt.

Auf der linken Seite befinden sich acht Spuren in die man die so genannten Multi-Kits lädt, das Pop-up dazu befindet sich oberhalb der Tracks, wobei sich die einzelnen Instrumente wie zum Beispiel Bass Drum, Snare, HiHat et cetera auf die acht Spuren verteilen. Über das Track-Pop-up lässt sich jede Spur auch mit einem Instrument-Loop bestücken. Jede Spur verfügt über drei Abspielmodi: Pre, Trigger und Midi. Der Pre-Modus erlaubt ohne weitere Einstellungen den Loop synchron zum Tempo der Host-Applikation zu hören. Im Trigger-Modus fährt der Loop ab sobald und solange ein Trigger-Signal beispielsweise von einer Midi-Tastatur kommt. Der Midi-Modus erlaubt eigene zum Beispiel Bass-Drum-Linien live einzuspielen. Pro Kanal findet sich ein Lautstärke- und ein Panorama-Regler. Auch die Solo- und Stummschalt-Tasten fehlen nicht. Mit dem REV-Button lassen sich einzelne Slices innerhalb des Loops rückwärts abspielen. Alle acht Spuren lassen sich auf Einzelausgänge schalten.

In der rechten Hälfte der Oberfläche befindet sich der Masterlevel sowie ein Filter, zwei Envelopes, ein LFO und die Modulationsmatrix. Jeder Track wird so individuell manipuliert. Über den Tune-Regler verstimmt man das Signal in beide Richtungen.

Die zwei klassischen ADSR-Hüllkurven (Attack, Decay, Sustain, Release) sind zum einen für die Modulation und zum anderen für die Lautstärke bestimmt. Der zum Host synchronisierbare LFO bietet die komplette Bandbreite an Wellenformen.

Die Modulationsmatrix ist in ihrem Umfang komplett. Alle adressierbaren Parameter sind dort berücksichtigt.

Die mitgelieferte Loop-Library umfasst satte 3,7 GB. Das Soundmaterial ist vor allem für die Bereiche RnB und Hip Hop abgestimmt. Wir finden 3.000 Loops und 5.000 Samples in einer Tempo-Bandbreite von 55 bis 115 BPM. In dieser Vielfalt liegt die wahre Stärke der Applikation. Wer in den oben genannten Musikstilen arbeitet, wird schnell fündig und erzielt qualitativ gute Ergebnisse. Da alle Elemente gesondert über die Einzelausgänge abgreifbar sind, lässt sich auch das Manko der fehlenden Effekt-Abteilung gut verkraften. eLAB erweitert mit den separat zu erwerbenden Paketen Foundation und Perfection die in Obsession integrierte Library um die Stile HipHop und House.

Fazit

Obsession spricht alle Hip Hop- und RnB-Produzenten an. Das gute Konzept der einzelnen Instrumente auf individuellen Spuren tröstet ein wenig über die gänzlich fehlende Effekt-Sektion hinweg. Das spröde und zu kleine Design der Benutzeroberfläche sowie der farblich missglückte rote Hintergrund sollten mit dem nächsten Update auf ein benutzerfreundliches Niveau gebracht werden. ps/ich

Feedback: christian.moeller@macwelt.de

Note: 2,8 befriedigend.

Vorzüge: intuitives Handling, schnörkellose und übersichtliche Struktur, sehr gute Library, Gratissounds nach der Registrierung

Nachteile: Nachteile rudimentärer Player, Bedienelemente zu klein, Hintergrundfarbe schlecht gewählt, keine Effekt-Sektion

Alternative: Stylus RMX

Preis: € (D) 243, € (A) 252, CHF 333€

Technische Angaben

Systemanforderungen: Power Mac G4, 800 MHz, 512 MB RAM, ab Mac-OS 10.2.X, 4 GB freier Festplattenplatz, DVD-Laufwerk und ein Audio Unit, RTAS oder VST Host

Info: eLAB

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