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Loopback: Software ersetzt Profis das Hardware-Mischpult

04.02.2016 | 14:19 Uhr |

Neue Audio-App, die mehrere Audio-Quellen kombinieren kann und sich etwa für Podcaster bestens eignet.

Die neue App Loopback von Rogue Amoeba kombiniert und isoliert mehrere Audioquellen: Ein Podcaster kann so beispielsweise gezielt den Ton von iTunes und einer Mikrofon-Spur mitschneiden. Das Audio-Tool ähnelt stark dem Open-Source-Tool Soundflower, das vor allem für das Mitschneiden von Internetradio beliebt ist. Das funktioniert zwar auch mit Loopback, mit dem ziemlich kostspieligen Tool, spricht der Hersteller aber eher Profis an. In einigen Fällen können sich diese nämlich mit dem Programm ein Hardware-Mischpult sparen: Die App erstellt und verwaltet dazu virtuelle Audio-Geräte, die man über eine simple Oberfläche konfiguriert. Mehrere Hardware-Audioquellen und Apps wie Mikrofon, Bass, iTunes oder Safari kann man frei kombinieren – etwa um bei einer Radiosendung Musik und einen Audiosprecher zu hören – und zwar ausschließlich diese beiden Quellen.

Loopback ermöglicht komplexe Konfigurationen.
Vergrößern Loopback ermöglicht komplexe Konfigurationen.

Wie herkömmliche Audio-Quellen kann man diese so genannten Loopback-Devices in Aufnahme-Apps wie Garageband oder einem „Sender“ wie Facetime und Skype als Eingabegerät auswählen. Gut: Man kann mit der Software sogar mehrere am Mac angeschlossene USB-Mikrofone kombinieren und gleichzeitig aufnehmen, was Audio-Programme wie Logic und Garageband sonst nicht unterstützen. Etwas überrascht sind wir beim ersten Öffnen des Programms von der simplen Oberfläche. Der erste Eindruck täuscht jedoch: So kann Monitoring, beispielsweise per Kopfhörer, aktiviert werden. Besonders mächtig ist aber die Option „Manual Channel Mapping“. Nach der Aktivierung kann man nämlich bis zu 32 Kanäle definieren und per Drag-and-drop aus dem Fenster der Audioquellen konfigurieren - beispielsweise die rechte Mikro-Spur auf den linken vierten Kanal und Firefox auf den rechten siebten Kanal legen. Das Aufnahmeformat legt man über das Dienstprogramm Audio-Midi-Setup fest. Hier sieht man dann je nach Konfiguration bis zu 32 Kanäle - und kann als Format 8000 bis 192.000 Hz einstellen.

Die Funktionsweise gleicht dem Open-Source-Tool Soundflower, die Rogue Amoeba bis zum Erscheinen von Loopback sogar mit aktueller Signierung auf ihrer Webseite bereitstellte . Aktuell wird Soundflower nicht weiterentwickelt, ist aber unter einem aktuellen System lauffähig. Anscheinend soll das Tool auch dem Schwesterprogramm Audio Hijack keine Konkurrenz machen, das komplexe Aufnahmeketten, das Ergänzen von Equalizer und viele weitere Optionen bietet  - und als Ergänzung zu Loopback empfohlen wird. Achten sollte man bei komplexen Loopback-Devices auf die Systemlast. Die Devices können nämlich eine recht hohe CPU-Last erzeugen.

Eine Demoversion von Loopback ist verfügbar, diese ist jedoch auf 20 Minuten Nutzung beschränkt - dann hört man Störgeräusche.

Fazit

Für Heimanwender oder das Aufnehmen von Internetradio ist Loopback einfach zu teuer. Für Profis bietet das Tool aber eine Vielzahl neuer Aufnahmemöglichkeiten und eine erstklassige Alternative zu Soundflower. Für komplexere Aufnahmen sollte man sich aber auch das Schwesterprogramm Audio Hijack Pro ansehen.

Loopback

Audio-Tool

Preis: US$ 75

Note: 1,9 gut

Leistung (50%)   1,5

Ausstattung (30%)  2,5

Bedienung (10%)    2,0

Dokumentation (10%)    2,0

Vorzüge: Einfache Bedienung, hochwertige Spezialfunktionen

Nachteile: Hoher Preis, wenig Optionen

Alternativen: Soundflower

Ab OS X 10.9

Rogue Amoeba

www.rogueamoeba.com

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