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Luxus-Brummer: Beats Studio 2 im Test

22.11.2013 | 16:12 Uhr |

Beats-Kopfhörer sind Statussymbole und gelten als besonders gut. Die zweite Generation Beats Studio sind tatsächlich gut - mit einem "aber".

Das klein geschriebene rote "b" auf großen Over-Ear-Hörern ist in der U-Bahn ständig zu sehen. Die Marke Beats hat es innerhalb weniger Jahre geschafft, zu einer Art Statussymol bei Kopfhörern zu werden. Die neuen Beats Studio mit aktiver Geräuschunterdrückung sollen die Umgebung ausblenden und Musik so auf die Ohren drücken, wie die Produzenten sich das gedacht hätten.

Ausstattung

Beats Studio nutzt ein abnehmbares vierpoliges Kabel mit iPhone-Fernbedienung. Dazu hat der Hörer einen eingebauten Akku für die Lärmunterdrückung und eine Taste, mit der wir Musik und Geräuschdämmung kurz ausschalten können. Dies ist dafür da, sich kurz auf die Umgebung konzentrieren zu können, beispielsweise bei Durchsagen am Bahnhof. Eine Akkuanzeige informiert über den Ladestand des Stromspenders. Das freut designverliebte iPhone-Fans: Schon die Verpackung ist toll gemacht und sorgt bereits beim Auspacken für Besitzerstolz.

Soundfrage - die Praxis

Rein passiv funktionieren die Beats Studio nicht, ausgeschaltet geben sie keinen Mucks von sich. Nur mit Stromversorgung legen die Beats los - und das gleich richtig. Satter Bass, klare Stimmen - das klingt auf den ersten Eindruck hin richtig gut! Unter Hi-Fi-Liebhabern werden Beats-Kopfhörer kontrovers diskutiert. Denn der Hersteller macht keinen Hehl daraus, dass die Hörer den Klang über einen Signalprozessor verändern, um ein "emotionales Musikerlebnis" zu erreichen, wie es heißt. Dies zeigt auch die Praxis. Beats Studio betonen Bässe relativ stark, verstärken die Frequenzen menschlicher Stimmen etwas und lassen das Stereopanorama deutlich breiter und dadurch lebendiger klingen. Andere Frequenzen gehen dabei teilweise etwas unter. Das wirkt relativ spektakulär und erzeugt zumindest den Eindruck, dass Kopfhörer dieses Herstellers besonders gut klingen. Zwischen den Beats und vergleichbaren Hörern im dreistelligen Preisbereich oder darunter liegt jedoch kein Riesenunterschied.

Das rote "b" ist Markenzeichen der hochpreisigen Hörer.
Vergrößern Das rote "b" ist Markenzeichen der hochpreisigen Hörer.
© Beats

Auf der anderen Seite kann man ihnen zu Recht vorwerfen, dass sie auf den Massengeschmack getrimmt und nicht für unverfälschten Musikgenuss geeignet sind. Schnitzel-Pommes mit Ketchup für die Ohren? Ganz so stark ist die Klangmanipulation nicht, aber sie ist deutlich hörbar. Anders als der Name suggeriert, sind die Beats Studio für eben jenes Tonstudio als neutraler Abhörkopfhörer nicht gedacht. Bei vielen Musikstilen funktionieren die akustischen Tricks der Elektronik gut. Hin und wieder kann der Bass etwas zu sehr dröhnen. Was dagegen häufiger stört: die Geräuschunterdrückung erzeugt selbst Nebengeräusche, denn es rauscht bei Stille deutlich hörbar. Während das bei den meisten Liedern nicht auffällt, ist es bei Pausen zwischen Songs, ruhigen Stellen in klassischen Stücken oder bei Audiopodcasts deutlich zu hören. Das gibt Abzüge.

Fazit

Guter Kopfhörer der gehobenen Preisklasse (ca. 230 Euro), der sich mit Klangelektronik ein wenig künstlich aufplustert und leider rauscht. Nichts für Puristen, gut für diejenigen, die Musik am liebsten knallig und spektakulär mögen.

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