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Akai MPK61

22.12.2009 | 11:08 Uhr |

Der MIDI-Controller Akai MPK61 ist ein Werkzeug für Musiker, die ihre virtuellen Instrumente gerne mit der Hand bedienen.

Robustes Design und opulente Ausstattung: Das MPK61 ist nicht nur ein echter Hingucker, sondern für Maus-geplagte Klangtüflter ein echtes Versprechen.
Vergrößern Robustes Design und opulente Ausstattung: Das MPK61 ist nicht nur ein echter Hingucker, sondern für Maus-geplagte Klangtüflter ein echtes Versprechen.

Das Akai MPK61 ist ein echter Hingucker: Robust, schön, mit beleuchtetem Display. Trotz der vielen Regler bleibt das Gerät übersichtlich. Die Tastatur mit einem Umfang von 61 Tasten ist anschlagsdynamisch und Aftertouch-fähig. Allerdings sind die Tasten zu kurz geraten. Auch der Druckpunkt ist aufgrund der Stummeltasten nicht optimal, weil man zu viel Kraft zum Spielen aufbringen muss.

Die Pads bieten ebenfalls Anschlagsdynamik und Aftertouch und fordern wie die Tasten die ganze Kraft der Finger. Empfindlichkeit und Threshold (die Schwelle zum Auslösen eines Signals) lassen sich aber einstellen - ein Feature, das man sich auch für die Tastatur gewünscht hätte.

Ausstattung

Für die Kontrolle von MIDI -Daten stehen 16 Pads, je acht Endlos- und Schieberegler sowie acht Schalter zur Verfügung. Wem das zu wenig ist, kann bei den Pads zwischen vier Bänken wählen (erhält also 64 belegbare Pads) und bei den Reglern zwischen drei (macht 72 Belegungen mögliche Belegungen). Zu den genannten Knöpfen kommen Controller für die Bandfunktionen des Hosts (Aufnahme, Wiedergabe, vorspulen, Tap-Tempo). Mit diesem opulenten Vorrat lassen sich alle wichtigen Parameter virtueller Instrumente live am Gerät bedienen.

Ein beleuchtetes Display gibt Auskunft über die wichtigsten Schaltzustände. Zwei ebenfalls beleuchtete Modulationsräder runden den positiven Gesamteindruck ab, wenngleich sie, da über der Tastatur angebracht, schwer zu erreichen sind.

Nach ein wenig Einarbeitungszeit geht das Programmieren angeschlossener Hosts und Klangprogramme mit dem Editor schnell von der Hand.
Vergrößern Nach ein wenig Einarbeitungszeit geht das Programmieren angeschlossener Hosts und Klangprogramme mit dem Editor schnell von der Hand.

Zum Lieferumfang des Keyboards gehören Ableton Live Lite sowie die Controller-Software, mit der sich alle Parameter des Keyboards bequem vom Rechner aus einstellen lassen. Gut so, denn hier wäre Handarbeit mühsam.

Presets für einige Host- und Syntheseprogramme (wie Cubase , Live Lite, Fruity Loops, Arturia, Applied Acoustics) bringt der Editor schon mit. Doch auch ohne diese lässt sich der Controller nach kurzer Eingewöhnungszeit leicht an jedes andere Gerät anpassen.

MPK61 in der Praxis

Die Zusammenarbeit mit Host-Programmen und virtuellen Instrumenten funktioniert grundsätzlich prima, fordert aber angesichts der zahlreichen Parameter einzelner Anwendungen viel Handarbeit.

Die wichtigsten Abspiel- und Performance-Parameter beispielsweise von Ableton Live 8 lassen sich über die MIDI-Zuweisung schnell verdrahten. Leider speichert Live die MIDI-Zuweisungen nicht global, sondern für jedes Projekt einzeln.

Wenn man sich einmal durch die Tiefen der Controller-Programmierung gearbeitet hat, stößt man auf das kreative Potenzial des Geräts. So lassen sich zum Beispiel Live-Effekte über den Dry/Wet-Schalter stufenlos in die per Pad gestarteten Clips einblenden. Einzelne Effektparameter können genau so leicht auf andere Controller des Keyboards verteilt und anschließend live gespielt werden. Die Schieberegler lassen sich für die Mischung der einzelnen Kanäle einsetzten. So erhält man schnell ein mächtiges Werkzeug für die Live-Performance.

Das Steuern von MIDI-Klangerzeugern ist ebenfalls einfach, sofern diese über eine MIDI-learn-Funktion verfügen. Dann ist das Zuweisen einzelner Controller zwar nur eine Sache von Sekunden, bei vielen Parametern wird das Verfahren in der Summe dennoch aufwendig.

Empfehlung

Die Arbeit mit dem Akai MPK61 lohnt sich. Wer lange am Bildschirm rumgefummelt hat, um Parameter von Hosts und virtuellen Instrumenten zu verändern, wird die opulente Zahl von realen Knöpfen und Reglern des Gerätes genießen. Sieht man einmal von den Schwächen der Tastatur ab, ist das MPK61 ein idealee Werkzeug für alle Maus-geplagten Computermusiker.

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