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Apple iPod Shuffle 4 GB

17.03.2009 | 15:13 Uhr |

Kleiner geht’s nicht, dachte mancher über den iPod Shuffle. Doch Apple hat den Mini-Player nochmals geschrumpft. Für Tasten ist der iPod Shuffle nun zu klein, bedient wird er über eine Steuereinheit am Ohrhörerkabel.

Zwei Farben gibt es für den iPod Shuffle: Entweder im matten Schwarz oder in Alu.
Vergrößern Zwei Farben gibt es für den iPod Shuffle: Entweder im matten Schwarz oder in Alu.
© Apple

Die winzigen Maße des iPod Shuffle 4GB beeindrucken, gerade mal 4,5 Zentimeter ist der fingerbreite Player hoch. Sein Erscheinen ist puristisch elegant und wie seinen Vorgänger kann man auch den iPod Shuffle der dritten Generation mit einer Klammer an der Kleidung befestigen. Trotz seiner Größe hält sein Akku recht lange, bei ununterbrochender Wiedergabe geht seine Energie erst nach rund zehn Stunden zu Neige.

So puristisch der Player selber ist, so ist auch der Lieferumfang nicht gerade üppig: Außer dem Ohrhörer liegt nur noch ein USB-Kabel bei, das gerade mal doppelt so lang wie der Player selber ist. Möchte man ein längeres Kabel, kann man dieses für satte 20 Euro von Apple nachkaufen. Außerdem findet man ein kleines Faltblatt mit einer Kurzübersicht, das Handbuch muss man sich von Apples Internet-Seite laden. Beigelegt sind auch zwei kleine Apple-Aufkleber.

Das unscheinbare Äußere des Players birgt trotz geringem Lieferumfang einiges an Funktionen. Gut gefällt zum Beispiel, dass der iPod Shuffle nun im Gegensatz zu seinen Vorgängern Podcasts direkt unterstützt. Dazu hat man beim Synchronisieren in iTunes sogar ein eigenes Menü. Auch das Format Apple Lossless unterstützt der iPod Shuffle anders als seine Vorgänger nun. Der iPod Shuffle ist nun von Haus aus als Fat 32 formatiert, so kann man ihn in Verbindung mit dem mitgelieferten Kabel auch als USB-Stick universell einsetzen.

Für Tasten ist bei den kleinen Maßen nun endgültig kein Platz mehr, bereits sein größerer Vorgänger hat die Grenze des noch Bedienbaren bereits erreicht. So wandert die Steuerung an das rechte Ohrhörerkabel. Drei Tasten bietet die schmale Steuereinheit, mit der man erstaunlich viele Steuerungsmöglichkeiten hat. Zudem lässt sich so der iPod Shuffle auch mit Handschuhen noch recht gut steuern. Indes birgt diese Art der Steuerung einen Nachteil: Nur der mitgelieferte Ohrhörer von Apple kann verwendet werden, doch Drittanbieter werden hier sicherlich bald passende Adapter anbieten.

Zwar ist die Bedienung so einfach wie möglich gehalten, doch manch einer muss sich erst daran gewöhnen. So kann man zum nächsten beziehungsweise letzten Lied springen, indem man die mittlere Taste zwei- beziehungsweise dreimal drückt. Hält man gleich danach die Taste gedrückt, spult der iPod Shuffle vor beziehungsweise zurück. Einfach dagegen ist die Lautstärkeregelung, hier betätigt man nur die Tasten Plus und Minus.

Sprechender iPod Shuffle

Am rechten Ohrhörerkabel hängt die Steuerung für den kleinen Player.
Vergrößern Am rechten Ohrhörerkabel hängt die Steuerung für den kleinen Player.
© Apple

Eine der spektakulärsten Neuerungen ist die Sprachansage von Titeln und Playlisten sowie dem Batteriestatus, Apple nennt dies Voice Over. Möchte man diese Option verwenden, muss man zunächst das Voice-Over-Kit installieren - iTunes fordert automatisch dazu auf. 14 Sprachen werden unterstützt, unter anderem auch Chinesisch, Türkisch, Polnisch und Niederländisch. iTunes analysiert die Musikstücke und ordnet sie automatisch einer Sprache zu. So sagt beispielsweise der iPod Shuffle durch längeres Drücken der mittleren Taste den Titel "Gekommen um zu bleiben - Wir sind Helden" in deutscher Sprache an, den Titel "Avalancha" der spanischen Rockgruppe "Heroes del Silencio" korrekt in der spanischen Sprache. Dagegen führt es zu Problemen, wenn Sprachen von Titel und Interpret unterschiedlich sind, so beispielsweise bei "Besame Mucho", ein spanisches Lied vorgetragen vom italienischen Sänger Andrea Bocelli. Hier hört man die italienische Stimme für die Titelansage, die das Wort "Mucho" nicht verständlich aussprechen kann. In diesem Fall kann man dem Lied in iTunes im Info-Fenster die Sprache Spanisch zuweisen. Bei Musikstücken in exotischeren Sprachen versagt indes diese Technik.

Drückt man die mittlere Taste noch ein Stück länger, ertönt ein kurzer Piep und die verwendeten Wiedergabelisten werden nacheinander angesagt. Man kann so durch erneutes Drücken der mittleren Taste zu der gewünschten Wiedergabeliste wechseln. Den Batteriestatus bekommt man angesagt, indem man den Player sehr flott aus und wieder einschaltet. Alternativ informier die verschiedenfarbige LED-Anzeige am Player über den Batteriestatus.

Guter Sound

Für einen Player seiner Größe ist die Wiedergabequalität gut und deutlich besser als bei seinen Vorgängern. So liegt der Klirrfaktor nun bei 0,024 Prozent, bei seinem Vorgänger bei 0,172 Prozent. Der Klirrfaktor macht sich je Gehör ab 0,1 Prozent durch Hintergrundrauschen bei der Musikwiedergabe bemerkbar. Auch die Wiedergabe der Bässe gelingt dem neuen iPod Shuffle kraftvoller als bei seinem Vorgänger. Insgesamt wirkt der Sound so recht ausgewogen.

Empfehlung:

Gerade für Sportler ist der iPod Shuffle der ideale Musiklieferant, da er sehr klein und handlich ist und sich bequem an die Kleidung klippen lässt. Der iPod Shuffle 4 GB ist Dank Podcast-Unterstützung auch besonders für diejenigen Interessant, die regelmäßig Podcast anhören. Die Sprachwiedergabe ist vor allem für das Navigieren durch unterschiedliche Wiedergabelisten eine bequeme Funktion. Angesichts der Leistung kann man die magere Ausstattung verschmerzen. Sein Vorgänger ist nur noch aufgrund seiner Form und den unterschiedlichen Farben eine Alternative, manch einer wird auch dessen klassische Tastenbedienung vorziehen.

Markus Schelhorn

Feedback: markus.schelhorn@macwelt.de

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