Von Chris Möller - 15.12.2012, 13:19

Mac Mini 2012

Test: Mac Mini mit Fusion Drive in der Praxis

©Apple

Der Mac Mini ist Apples preisgünstigster Mac. Das muss aber nicht heißen, dass er billig wirkt oder wenig Leistung bringt. Das aktuelle Modell kann man sogar mit Quadcore-CPU und Fusion Drive bekommen. Im Macwelt-Testcenter muss sich genau diese Konfiguration unseren Testanforderungen stellen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.
Das das schon eine angenehme Überraschung, dass Apple neben neuen iMacs auch den Mac Mini mit einem Fusion Drive anbietet. Die Kombination aus herkömmlicher magnetischer Festplatte mit 128 Gigabyte Flash-Chips sorgt für ein ganz neues Arbeitsgefühl unter OS X. Der Mac fühlt sich so schnell an, als sei er mit einer SSD-Platte ausgestattet, aber die Kapazität liegt bei über einem Terabyte. Zudem gibt es den Mac Mini mit einer Vierkern-CPU, ohne dass man dafür gleich die teure Server-Variante mit zwei Festplatten erstehen muss.

Die Optik

Am Design hat Apple nichts geändert, nach wie vor setzt der Mac Mini auf den quadratischen Formfaktor im schicken, flachen Aluminium-Gehäuse, das allgemein sehr solide und wertig wirkt. Im Gegensatz zu den meisten anderen aktuellen Macs kann und darf der Benutzer den Mac Mini aber selber aufrüsten. Zumindest an den Arbeitsspeicher kommt man sehr einfach heran. Die Unterseite lässt sich mit einem Dreh abnehmen. Man braucht nicht einmal Werkzeug dafür.

Ausstattung

Unser Testgerät ist mit einem Intel Core i7-3720QM ausgestattet. Dieser Vierkern-Prozessor wird mit 2,6 GHz getaktet und bietet Turbo Boost bis maximal 3,6 GHz. Zudem ist er mit Intels Hyperthreading -Technologie ausgestattet, arbeitet also mit acht logischen Rechenkernen. Mit Leistung wird hier also nicht gespart, allenfalls beim Arbeitsspeicher gibt es Grund zur Kritik. Alle Mac Mini kommen mit vier Gigabyte RAM. Das dürfte für den Anfang ausreichen, wer aber häufig Speicher-intensive Anwendungen benutzt, sollte von vorn herein mindestens acht Gigabyte einplanen. Da man den Speicher leicht selbst aufrüsten kann, lohnt sich ein Blick in die Web-Shops der einschlägigen Online-Lieferanten. Im Vergleich zu den Preisen, die Apple für zusätzlichen RAM-Speicher verlangt, kann man hier viel Geld sparen.
Bei den Anschlüssen hat sich im Vergleich zum Vormodell nichts getan. Es gibt Gigabit Ethernet, Firewire 800, HDMI, Thunderbolt, einen SD-Kartensteckplatz sowie kombinierte anloge/digitale Audio-Ein- und -ausgänge. Zudem befinden sich vier USB-Ports auf der Rückseite, die alle nach dem USB-3-Standard arbeiten.
Wie bei fast allen neuen Macs verzichtet Apple auch beim Mac Mini auf ein optisches Laufwerk. Auch das ist nichts Neues, der Vorgänger ließ den internen CD/DVD-Brenner vermissen.
Des weiteren darf man nicht vergessen: Maus und Tastatur sind optional. Wer noch kein Eingabegerät hat, muss Zusatzkosten einplanen. Allerdings muss man nicht die Geräte von Apple nehmen, hier tut es auch jede USB-Tastatur und Maus aus dem PC-Bereich. Einen Ausstattungs-Vorteil bietet der Mac Mini jedoch: anders als bei den neuen Macbook Pro und iMac-Modellen kommt er weiterhin mit einem internen Infrarotempfänger für die Apple-Remote-Fernbedienung.

Benchmark Leistung

Gespannt sind wir auf die Leistung dieses High-End-Mac-Minis. Im Labor und in der Praxis zeigt sich: Der Vorgänger aus dem Jahre 2011 hat in Sachen Rechenleistung keine Chance mehr. Die Intel-Chips aus der Ivy-Bridge -Reihe leisten im neuen Mac Mini ganze Arbeit. Durchschnittlich ist er zwischen moderaten 30 Prozent (beim MP3-Kodieren in iTunes) und 150 Prozent (beim Mpeg2-Kodieren in iDVD) schneller. Der Vergleich hinkt allerdings ein wenig, denn den Vorgänger gab es nur mit einer Dualcore-CPU. Allein die zwei zusätzlichen Rechenkerne machen hier schon einen gewaltigen Unterschied.
Ein anderes Bild ergibt sich bei der Grafikleistung. Der aktuelle Mac Mini setzt ausschließlich auf die Chipsatz-Grafik HD 4000 von Intel. Beim Vorgänger gab es noch ein High-End-Modell mit zusätzlichem diskreten Grafikchip von AMD. Genau hier messen wir dann auch leicht Rückschritte. Der AMD-Chip des Vorgängers ist im 3D-Bereich schneller. Besonders bei aufwendigen Action-3D-Spielen wie "Call of Duty 4" liefert der aktuelle Mac Mini nur gut 80 Prozent der Leistung des Vorgängers.
Um das in der Praxis zu bewerten, installieren wir zusätzlich zu unseren Standard-3D-Benchmarks das aufwendige 3D-Spiel "Portal 2" und stellen die Bildqualität in allen Bereichen auf das Maximium ein. Hier muss der Intel-Chip schon arg kämpfen, um das Spiel ruckelfrei auf den Bildschirm zu bekommen. Schaltet man jedoch das Antialiasing und die Filter im Spiel ab, läuft es selbst in Full-HD-Auflösung flüssig, wenn auch mit geringerer Bildqualität. Der Intel-Chip macht also im Großen und Ganzen einen guten Job. Als ausgesprochene Gamer-Maschine ist der Mac Mini sowieso nicht gedacht.
Das Fusion Drive wirkt sich extrem positiv auf die gefühlte Geschwindigkeit aus. Wartezeiten bei Laden von Programmen oder Dokumenten treten so gut wie nicht auf. In 16 Sekunden bootet der Mac Mini aus dem Kaltstart. Selbst das High-End-Macbook Pro mit SSD-Platte schafft dese Aufgabe nicht wesentlich schneller.

Benchmark Ergonomie

Wichtiger als 3D-Leistung wiegt unserer Meinung nach der Stromverbrauch. Vor allem, da sich der Mac Mini immer schon als Media-Server für den Einsatz im Wohnzimmer anbot, und dort dürfte er meist Tag und Nacht eingeschaltet sein. Hier entfaltet der kleine Computer seine Stärken. Im Ruhezustand messen wir gerade einmal 0,4 Watt. Eingeschaltet und ohne CPU-Last sind es unter 10 Watt. Das entspricht in etwa dem Verbrauch einer modernen Energiesparlampe. Ein sehr guter Wert. Wird der Mac Mini ordentlich gefordert, zieht er im Schnitt 50 Watt aus dem Stromnetz. Auch dieser Wert geht in Ordnung.
Im allgemeinen bleibt er dabei sehr leise, anders als die neuen iMacs wird er bei längeren Last-Phasen aber schnell hörbar. Nach 20 Minuten Volllast aller CPU-und GPU-Kerne rauscht der Kleine mit 1,5 Sone vor sich hin. Apple verwendet hier noch nicht die neu entwickelten asymmetrischen Lüfter, wie sie beispielsweise im Macbook Pro Retina oder im neuen iMac zum Einsatz kommen und das hört man leider auch. Zur Ehrenrettung sei gesagt: verschwindet die CPU-Last wieder, dauert es nur wenige Sekunden, bis der Mac Mini wieder unhörbar leise wird.

Mac Mini gegen iMac - Rechenexempel

Der Mac Mini ist Apples preisgünstigster Mac, doch wie günstig ist er wirklich?

Wir machen ein Rechenexperiment und statten unser Testgerät mit all der Peripherie aus, die ihm zu einem 27-Zoll iMac in Standardkonfiguration (ohne Fusion Drive) fehlen würde.
Im Einzelnen wären das folgende Optionen:
Mac Mini Quadcore 829,00 €
CPU-Option 2,6 GHz 100,00 €
RAM 8 GB 100,00 €
27 Zoll Thunderbolt Display 999,00 €
Magic Maus 69,00 €
AppleWireless Keyboard 69,00 €
Summe 2.166,00 €
In der Summe wäre der Mac Mini dann 2166 Euro teuer. Der 27 Zoll iMac würde nur 1879 Euro kosten und hätte zudem einen schnelleren Grafikchip an Bord. So gesehen lohnt sich der Mac Mini nur, wenn man bereits sämtliche Peripherie, vor allem aber einen adäqaten Bildschirm besitzt.

Kaufberatung und Fazit

Grundsätzlich ist das Hardware-Update im Mac Mini eine gelungene Sache. Die leichten Rückschritte in puncto 3D-Leistung gleicht der Kleine spielend durch mehr CPU-Leistung und geringeren Stromverbrauch aus. Unser Tipp: wenn Sie sich für den Mac Mini interessieren, investieren Sie gleich beim Kauf in mehr Arbeitsspeicher und vor allem in das Fusion Drive. Es lohnt sich!
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