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Test: Mac Mini Server 2,3 GHz

21.03.2013 | 12:59 Uhr |

Einen echten Server bietet Apple schon lange nicht mehr an, doch man bekommt den Mac Mini in einer speziellen Server-Version. Wir fühlen dem Winzling auf den Zahn

Die Basisversion des Mac Mini Servers kommt mit einem Vierkern-Prozessor, vier Gigabyte RAM und zwei magnetischen Notebook-Festplatten (2,5 Zoll), die je ein Terabyte Kapazität fassen. Die zweite Festplatte ist dann auch der einzige Hardware-Unterschied zur Client-Version des Vierkern-Mac Minis . Ansonsten gibt es noch die OS-X-Server-Tools dazu, für die man beim Server-Mac-Mini nicht extra zahlen muss, sie sind bereits ab Werk vorinstalliert.

Die Tools erleichtern die Konfiguration des Mac Mini als Server und bieten viele zusätzliche Server-Dienste wie beispielsweise einen FTP-Server, einen Wiki-Server oder VPN-Verbindungen. Man bekommt diese Tools auch separat im Mac App Store. Für sparsame 18 Euro kann man so jeden Mac zum Server machen. Man fragt sich jedoch, wie Apple die 200 Euro Aufpreis der Serverversion gegenüber der Quadcore-Client-Variante rechtfertigen will.

Die Server-Tools sind einen eigenen Test wert, mit ihnen beschäftigen wir uns in Kürze separat, hier soll es zunächst ausschließlich um die Hardware des Mac Mini Servers gehen.

Mac Mini Server: Die Geschwindigkeit

Die Vierkern-CPU geht ordentlich zu Sache, das merkt man besonders bei rechenintensiven Aufgaben. Beim Rendern von 3D-Material in Cinema-4D oder beim Stabilisieren von verwackelten Videos in iMovie liefern die vier Kerne eine überzeugende Vorstellung. Ausgebremst wird der Mini allerdings durch die vergleichsweise zähen 2,5-Zoll-Notebook-Festplatten. Immer wieder vergehen nervende Sekundenbruchteile, bevor nach einem Klick etwas passiert, sei es beim Starten von Programmen oder beim Laden von Dokumenten. Der Grund: die magnetischen Platten drehen lediglich mit 5400 Umdrehungen pro Minute und die Zugriffszeit liegt mit gemessenen 17 Millisekunden vergleichsweise hoch. Im Raid -0-Betrieb (in dem wir allen Messungen durchführen) wird das "gefühlt" etwas besser, aber bei einem Server kann vor allem die langsame Zugriffszeit zu störenden Wartezeiten führen - besonders, wenn mehrere Benutzer gleichzeitig Daten laden oder speichern. Eine SSD oder ein Fusion-Drive wären hier sicher sinnvoller, allerdings muss man dann mit Kapazitätseinbußen leben.

Lautheit und Stromverbrauch

Trotz der vier Rechenkerne und zwei Festplatten bleibt der Mac Mini im Stromverbrauch äußerst sparsam. Im Betrieb ohne Last messen wir weniger als 10 Watt, ein sehr guter Wert. Soll der Server 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche laufen, liegen die reinen Stromkosten (90 kWh im Jahr) derzeit bei etwa 23 Euro pro Jahr, ein durchaus zu verschmerzender Betrag.

Wer den Mac Mini als Medien-Server im heimischen Wohnzimmer betreiben will, wird sich über die geringe Geräuschentwicklung freuen. Ohne Last bleibt er quasi unhörbar, wir messen 0,1 Sone. Erst nach etwa 20 Minuten Volllast aller CPU- und Grafikkerne machen sich die internen Lüfter durch ein leichtes Säuseln bemerkbar. Mit 0,4 Sone bleibt der Mac Mini dennoch im akustischen Hintergrund.

Empfehlung und Fazit

Eigentlich gibt es nur einen Grund, der für die Server-Variante des Mac Mini spricht: zwei Terabyte Festplattenspeicher bietet sonst kein anderes Mac-Mini-Modell. Kommt man mit weniger Speicher aus, lohnt sich jedoch eher die Client-Version mit einem Fusion-Drive. Sie ist deutlich flotter und die 18 zusätzlichen Euro für die Server-Tools fallen kaum ins Gewicht.

Mac Mini Server

Schneller Mini Server mit saftigem Aufpreis

Apple

Preis: € 1030, CHF 1150

Note: 1,7 gut

Leistung (50%) 2,0

Ausstattung (20%) 1,7

Handhabung (5%) 1,4

Ergonomie/Verbrauch (25%) 1,0

Vorzüge: hohe Speicherkapazität, niedriger Stromverbrauch, bleibt sehr leise, geringe Abmessungen, gute CPU-Leistung

Nachteile: langsame Notebook-Festplatten, hoher Preis

Alternativen: Mac Mini Client-Version mit Fusion Drive

www.apple.com/de

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