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Angry Birds Star Wars 2 im Test für iPhone und iPad

08.01.2014 | 13:00 Uhr |

In Angry Birds: Star Wars 2 dürfen wir nun endlich auch die schweinische Seite der Macht zum Sieg führen. Wir verraten im Test, wie viel Spaß es machen kann, mit Lichtschwert-Ebern auf wehrlose Spatzen zu schießen.

Es war nur eine Frage der Zeit: Lange genug hat die finstere Seite getüftelt, um der Gravitation ein Schnippchen zu schlagen: Nun endlich stehen in Angry Birds Star Wars 2 Katapulte bereit, die auch Schweine schleudern können. Im zweiten Teil der Star-Wars-Umsetzung buhlen deshalb Gut und Böse in unterschiedlichen Kampagnen um die Gunst des Spielers.

Auf Tatooine nichts Neues

Am altbewährten Spielprinzip hat sich dabei nichts geändert: Immer noch schießen wir unsere Helden auf aus dem Star-Wars-Universum bekannte Gestalten, die sich im Level verschanzt haben. Und natürlich nutzen wir dabei ihre Fähigkeiten, um für ordentlich Chaos zu sorgen. Im Gegensatz zum Vorgänger umspannt die Reise in Angry Birds Star Wars 2 die Geschehnisse aus der unter Fans recht umstrittenen Episode 1. Damit verschlägt es uns auf die grünen Felder Naboos, in die sandigen Weiten Tatooines, auf Raumstationen oder direkt ins All.

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Zu Beginn der beiden derzeit verfügbaren Feldzüge (ein dritter soll demnächst nachgeliefert werden) entscheiden wir uns dabei für eine Seite der Macht; erst später können wir dann beliebig zur anderen Seite und zurück wechseln. Schade: Während die Kampagne »Naboo Invasion« je nach Fraktionswahl noch deutlich unterschiedliche Schwerpunkte setzt, spielt »Escape to Tatooine« sowohl für blitzwerfende Schweine als auch für machtbegabte Vögel nur auf dem namensgebendem Planeten, wenngleich bei unterschiedlicher Tageszeit.

Michse haben kein Booma!

Dafür entschädigt Angry Birds Star Wars 2 mit charmant umgesetzten Charakteren. Ob ein grün-wirbelnder Yoda (der mehrfach von Hindernissen abprallt, bevor er den Dienst quittiert), ein blitzender Palpatine oder ein Jango Fett, dessen Raketen einen enormen Rückstoß verursachen: Alle Einheiten spielen sich mit ihren Fähigkeiten erfrischend unterschiedlich. Besonderes Highlight ist der Umgang mit dem berüchtigten Jar Jar Binks: Um Katastrophen vorzubeugen, schleudert er ohne Bewaffnung in den Kampf, kann aber seine Zunge als Enterhaken missbrauchen, um wahlweise größere Distanzen zu überwinden oder Gegenstände zu schleudern - insbesondere bei hochexplosiven Kisten ein spaßiges Unterfangen.

Der im Vorgänger als Spezialwaffe genutzte Millenium Falcon und die damit verbundenen Herausforderungen wurden indes ersatzlos gestrichen; vielleicht auch, um die starke Präsenz der In-App-Käufe zu reduzieren. Vorhanden sind diese allerdings weiterhin: Statt der vom Level vorgegebenen Charaktere können wir nun Bonushelden herbeirufen, deren Kontingent jedoch begrenzt ist - wer für ihren Einsatz nicht genügend Credits erspielt hat, darf auch mit echtem Geld bezahlen.

Rache an den Gungan

Diese neue In-App-Kauf-Politik hat leider auch Auswirkungen auf die Bonuslevel, die mit einer Neuerung aufwarten. Nach und nach schalten wir diese für jeden Charakter einzeln frei, indem wir mit ihm eine Mindestmenge an Punkten erreichen - mit reinen Bonuscharakteren ist dies jedoch nur durch intensives Credit-Farmen oder eben eine Echtgeldspritze möglich.

Einmal freigeschaltet gehen wir beliebig oft mit dem Charakter auf Tauchfahrt in das Reich der Gungans: Unsere Vögel gleiten elegant wie Torpedos durch das Wasser, während die Schweine mit ihrem Schweif aus großen Luftblasen ein unfreiwillig komisches Bild abgeben. Während die Ziele in großen Luftblasen liegen, für die normale Regeln gelten, sorgt in der nassen Umgebung der Auftrieb für eine Aufwärtsbewegung - mit Ausnahme besonders dichter Materialien, die beständig zu Boden sinken. Das erfordert völlig neue Herangehensweisen.

Feinheiten unter der Lupe

Insgesamt ist Angry Birds Star Wars 2 wenig mutig darin, neue Elemente in das bekannte Spielprinzip zu integrieren, das Spiel lebt mehr von der spaßigen Umsetzung der Lizenz. Auch wenn strategische Elemente wie Magnete (zu denen sich Jango Fett wegen seiner Rüstung besonders hingezogen fühlt) oder besondere Szenarien wie das Speeder-Rennen Anakins auf Tatooine Seltenheitswert haben: Rovio ist es im zweiten Auftritt der machtbegabten Vögel besser gelungen, die Herausforderung für alle Spieler ansprechend zu gestalten.

Auch im zweiten Teil des Star-Wars-Spinoffs fliegen die Wutvögel auf die fiesen Piggies.
Vergrößern Auch im zweiten Teil des Star-Wars-Spinoffs fliegen die Wutvögel auf die fiesen Piggies.

Während im Vorgänger einige Levels für Anfänger zu schwierig waren, dürfte das bloße Bestehen jetzt keine unüberwindbare Herausforderung mehr darstellen. Gleichzeitig müssen wir unsere Strategien gut überdenken, um eine Aufgabe mit drei Sternen zu beenden - die Jagd auf die Höchstwertung motiviert dazu, auch bestandene Level erneut zu spielen.

Fazit von Jan Knoop

Im Westen nichts Neues. Oder um Yoda Worte in den Mund zu legen: "Keinen Mut zu Neuerungen, Rovio hat". Angry Birds: Star Wars 2 ist ein gutes Beispiel für das klassische Fortsetzungs-Dilemma: Statt großer Innovationen bekommt der Spieler mehr vom Gleichen vorgesetzt, von dem er jedoch erwarten kann, dass es ihm schmecken wird. Rovio gelingt das - und macht den Nachfolger mit dezenter Nachwürzung sogar zu einem besseren Spiel. Schade nur, dass ohne große Überraschungen viel Potential verschenkt wird. Möge die Macht der Innovation mit dem nächsten Teil sein!

Steckbrief: Angry Birds Star Wars 2

Hersteller: Rovio

Preis: 0,89 Euro (App Store)

Altersfreigabe: keine Angabe

Note: 1,9 gut

Grafik (25%): 2,1

Sound (25%): 2,1

Umfang (25%): 1,7

Bedienung (25%): 1,7

Vorzüge: Liebevoll-verzerrte Star-Wars-Umsetzung, Die schweinische Seite der Macht, Unterwasser-Level

Nachteile: Wenige Neuerungen, In-App-Käufe für Zusatzfähigkeiten

Alternative: alle anderen Angry-Birds-Ableger

Anforderungen: iPhone 4S, iPad 2

Bezugsquellen: App Store

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