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Macphun: Snapselect scannt Laufwerke nach doppelten Bildern

28.01.2015 | 10:14 Uhr |

Ob Bilder auf der Mac-Festplatte oder auf angeschlossenen Laufwerken, die aktuelle Version von Macphuns Snapselect ist in unserem Test ein wertvoller Helfer bei der Sichtung und Selektion von digitalen Fotos.

Es ist immer wieder erstaunlich, nicht nur wie viele digitale Bilder sich im Laufe der Jahre auf der Festplatte oder anderen Speichermedien ansammeln, sondern auch, wie viele ähnliche Versionen und Duplikate man davon auf dem Laufwerk lagern hat. Im Fall von iPhoto und anderen nicht-destruktiven Bildbearbeitungen erklärt sich das relativ leicht: Diese bewahren nach der Bildverbesserung immer auch das Original unverändert auf, damit man jederzeit wieder dorthin zurückkehren kann. Was aber natürlich erheblich Speicherplatz kostet. Diese jedoch ”zu Fuß” selbst zu sichten, kann je nach Umfang sehr lange dauern. Daher sind Tools wie das neue Snapselect von Macphun eine willkommene Hilfe. Dieses verspricht, die Mac-Festplatte, aber auch angeschlossene Laufwerke wie externe Festplatten oder USB-Sticks nach Fotos zu durchforsten und sie in einer übersichtlichen Ansicht zu präsentieren, insbesondere nach der zeitlichen Entstehung sowie doppelten Fotos respektive sehr ähnlichen Aufnahmen vom selben Motiv. Diese lassen sich anschließend für besonders beliebte Fotos oder zum Löschen markieren.

Dementsprechend bietet Snapselect vier Ansichten: Similars mit gleichen oder ähnlichen Fotos, wobei sich der Grad der gewünschten Ähnlichkeit einstellen lässt. Eine Timeline, mit der man rasch durch die vergangenen Jahre, Monate und sogar in Sekunden- und Minutenintervallen recht flott scrollen kann. Das ist sehr praktisch bei mehrfachen Aufnahmen desselben Motivs ist, um das jeweils beste herauszusuchen. In beiden Modi lassen sich die Bilder auch einzeln vergrößern und mit Histogramm anzeigen. Außerdem können sie für die Ordner Picks (Favoriten) oder Rejects (Löschen) markiert werden. Fotos, die man für das Löschen vorgesehen hat, werden je nachdem entweder in den Papierkorb von Lightroom, iPhoto oder Aperture verschoben und also nicht direkt gelöscht. Arbeitet man mit einem anderen Bilderordner, landen diese nach erneuter Bestätigung im System-Papierkorb. In beiden Fällen muss man also zunächst eine weitere Aktion vornehmen, um die Bilder endgültig loszuwerden, was etwas umständlich, andererseits aber eine gewisse Rückversicherung vor unerwünschtem Löschen ist.

Snapselect liest Fotos jetzt flott ein

Doch bevor man soweit ist, sind die Fotos von Snapselect erst einmal einzulesen und einzuordnen, insbesondere nach Duplikaten. Dies geschieht entweder über die Kategorie ”Add Catalog” für den Zugriff auf die Bilderalben von Lightroom, iPhoto oder Aperture, oder mittels ”Add Folder”, womit man Ordner oder Laufwerke, DVDs oder SD-Cards sowie USB-Sticks auswählt. Mit gängigen Kameras, die etwa in iPhoto erkannt werden, konnte Snapselect in unserem Test nichts anfangen. Die erste Version, die wir dafür zur Verfügung hatten, ließ sich zudem extrem viel Zeit. So warten wir für den Durchgang mit einem zugegebenermaßen großen Ordner, den ”Pictures” auf unserem Mac inklusive iPhoto-Bibliothek mit insgesamt 42 Gigabyte, geschlagene acht Stunden! Unser iMac ist zwar nicht mehr das neueste Modell (Mitte 2010 mit Intel Core i3 / 64 Bit und OS X 10.10.1, 12 GB RAM). Dass es dann aber derart lang dauerte, bis wir unsere Bilder betrachten konnten und das Programm dann auch noch bei unterschiedlichen Aktionen abstürzte, erschien uns als ärgerlich und mehr als ungewöhnlich. Vom Entwickler kam dann postwendend eine ganz neue Version (1.1.1), die eine vergleichbare Aufgabe in einer halben Stunde erledigte und auch nicht mehr abstürzte. Jetzt ließ und lässt sich damit wirklich komfortabel arbeiten.

Neben den erwähnten Funktionen bietet Snapselect nochmals innerhalb der Kategorien wie den Similars verschiedene Ansichten, die sich beliebig vergrößern oder verkleinern lassen. Diverse Darstellungsoptionen nach Zeit oder Größe stehen zur Verfügung. Bilder lassen sich direkt teilen (etwa per E-Mail oder Facebook) oder am Originalplatz im Finder aufrufen. Auch das Exportieren in andere Anwendungen oder zu anderen Speicherorten ist leicht möglich. Wichtig sind für die eigenen Entscheidungen jeweils die Informationen über die Entstehungszeit und Größe, die auch einen Hinweis auf die Bearbeitung geben. Auch mit welcher Kamera oder Blende man ein Foto aufgenommen hat, lässt sich in den meisten Fällen erfahren.

Leider nur auf Englisch und ohne Speicherfunktion

Auf der Negativseite ist zu verzeichnen, dass das komplette Programm samt Anleitung bisher lediglich auf Englisch verfügbar ist und, ein wirklich gravierender Nachteil, bereits analysierte Foto-Ordner oder Laufwerke nicht als Suchergebnis gespeichert, sondern mit jeder neuen Session die bisherigen Resultate gelöscht werden. So fängt man jedes Mal von Neuem an, was beim jetzt deutlich erhöhten Tempo wenigstens nicht mehr ganz so zäh ist. Dennoch wäre es praktisch, wenn sich schon durchgeführte Analysen auf irgendeine Weise sichern ließen – dass das prinzipiell möglich ist, zeigt die Tatsache, dass Snapselect beim Start die letzte unveränderte Sitzung automatisch lädt und diese erst beim Einlesen eines neuen Ordners ”vergisst”.

An Bildformaten unterstützt Snapselect RAW, TIFF, PNG und JPG mit 8-bit oder 16-bit. Die Systemvoraussetzungen liegen bei mindestens OS X 10.9 und einem 64 Bit-Prozessor. Das beim Download nur knapp 21 MB große Programm kostet im Mac App Store 15 Euro . Für diesen Preis ist Snapselect auf jeden Fall ein gelungenes Programm mit einem guten Leistungskatalog.

Empfehlung

Mit der aktuellen Version von Snapselect 1.1.1 können wir unsere Fotobestände intern und extern verhältnismäßig rasch durchsuchen lassen und erleben bei der Darstellung so manche Erinnerung an längst vergessene Bilder. Die verschiedenen Optionen zur Darstellung und Auswahl von Duplikaten oder ähnlichen Bildern sind praktisch und gut. Wäre das Programm auf Deutsch verfügbar und könnte es Sitzungen dauerhaft speichern, wären wir noch zufriedener. Aber auch so ist es uns für Nutzer mit großen Fotobeständen an unterschiedlichen Orten eine klare Empfehlung wert.

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