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Mail Butler: Automatische Lesebestätigung wie bei Whatsapp

27.04.2016 | 13:33 Uhr |

Die Funktionserweiterung für Apple Mail hat nun ein weiteres Feature erhalten, das meldet, ob ein Empfänger die Mail geöffnet hat.

Wir haben kürzlich Mail Butler ausführlich getestet und die Zusatzfunktionen für Apples Mailprogramm als durchaus nützlich beurteilt. Die Entwickler von Feingeist haben nun ein neues interessantes Feature eingearbeitet. Demnach erhält man ähnlich wie beim Chat-Programm WhatsApp für Smartphones mit dem Doppelhäkchen eine Bestätigung, ob ein Empfänger die an ihn gerichtete E-Mail auch tatsächlich geöffnet hat. Dies funktioniert anders als bei angeforderten Mail-Lesebestätigungen ohne das Zutun des Adressaten. Mit einer Einschränkung, die es gleich zu besprechen gilt.

Wie aber funktioniert das? Im eigenen Blog beschreibt der Entwickler das Verfahren: Dieses basiert demnach auf dem 1-Pixel-Tracking oder Zählpixeln, wie es etwa auch Websites unerkannt nutzen, um das Besucherverhalten zu messen. Öffnet nun der Empfänger eine derart präparierte E-Mail, wird das bis dahin versteckte 1-Pixel-Bild vom Server des Absenders nachgeladen. Enthalten ist darin auch die Information mit der Mail-ID sowie Tag und Zeit. So lässt sich die E-Mail eindeutig zuordnen.

Analog zum Spam-Mailing

Wen das an das Verfahren von Spammails erinnert, liegt völlig richtig. Auch hier werden entsprechende Informationen vom Server des Absenders nachgeladen, wenn man eine solche Mail öffnet. Weshalb man ja auch empfiehlt, beispielsweise in Apple Mail das Laden ”entfernter Inhalte” standardmäßig abzustellen und nur bei Nachrichten aus sicherer Quelle manuell nachzuladen. Trifft eine E-Mail, die derartig durch den Mail Butler präpariert ist, auf eine solche Einstellung beim Empfänger, gibt es auch keine Rückmeldung, und das ganze Verfahren funktioniert nicht.


Was aber sieht man als Nutzer respektive Absender einer solchen Tracking-Mail? Tatsächlich erinnert das Ganze sehr stark an WhatsApp – dort erhält man bekanntlich ein Häkchen nach dem Versenden einer Nachricht, zwei (graue), wenn diese prinzipiell beim Empfänger angekommen ist. Erst wenn dieser die Nachricht dann auch öffnet und liest, erhält man zwei blauen Häkchen als Lesebestätigung. So sieht das auch mit Mail Butler in Apple Mail aus: Sowohl im Überblick der versandten Nachrichten als auch in deren Einzelfenstern sind diese Häkchen deutlich sichtbar. In unserem Test klappt das auch in Selbstversuchen oder Durchläufen mit Rückmeldung durch den Empfänger sehr gut. Werden entfernte Inhalte nicht automatisch geladen, gibt es diese Rückmeldung jedoch wie erwähnt nicht. Sobald aber jemand auf die E-Mail antwortet, unabhängig von der eigenen Einstellung, kommt die Lesebestätigung auf jeden Fall. Übrigens kann man beispielsweise in Outlook unter Windows ganz kurz dieses 1-Pixel-Bild gewissermaßen gelegentlich aufflackern sehen, wenn es die Rückmeldung an den externen Server gibt, bevor es wieder verschwindet.

Doch es klappt nicht in allen Fällen – bei bestimmten Empfängern gibt es keine Bestätigung, selbst wenn sicher ist, dass diese die Mail gelesen haben, und dies ohne ”Schutzmaßnahmen“ gegen zusätzliche, ”entfernte” Inhalte. Möglicherweise verhindern manche Mailserver das Verfahren automatisch – doch wenn der Empfänger antwortet, kommt auch hier spätestens die visuelle  Bestätigung, die dann aber natürlich gar nicht mehr notwendig ist.


Gute Funktion mit ethischem Fragezeichen

Auch wenn also nicht alle Fälle damit abzudecken sind, grundsätzlich funktioniert das E-Mail-Tracking gut. Und der Entwickler gibt auf seinem Blog ein paar Gründe an, warum man davon in diversen Fällen sowohl als Geschäftspartner, Konsument wie auch in der Kommunikation mit Kollegen oder privat profitiert. Freilich stellt sich hier noch eine ethische Frage, ob man in der Manier von Spam-Mails eine indirekte Lesebestätigung von seinen Kommunikationspartnern anfordern darf, ohne dass diese das in der Regel merken. Zwar ist man so etwas inzwischen von Chat-Clients auf dem Smartphone wie von WhatsApp oder mit anderem Konzept auch von Mitbewerbern wie Threema gewohnt. Doch da basiert dieses Verfahren immerhin auf Gegenseitigkeit, sofern man diese Apps nutzt. Hier dagegen fühlt man sich ein bisschen wie ein klammheimlicher Schnüffler, ob die Gegenseite denn nun auch die Mail schon gelesen hat oder nicht.

Die besten Tipps zur WhatsApp

Letztlich wird man das für sich selbst entscheiden müssen – man kann die Funktion in den Voreinstellungen von Mail Butler jederzeit abschalten, oder praktischerweise auch für jede Mail individuell entscheiden. Es ist jedenfalls ein zusätzliches Feature zu der Mail-Erweiterung, für die die gleiche Preisgestaltung und dieselben Systemvoraussetzungen gelten, wie sie in unserem Test bereits genannt wurden .

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