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Maple 11

01.01.2007 | 16:57 Uhr |

Neben Werkzeugen zur Manipulation symbolischer mathematischer Terme bietet Mapel 11 numerische Rechenverfahren, umfangreiche Funktionsbibliotheken sowie grafische Funktionen zum schnellen Visualisieren mathematischer Strukturen.

Maple 11, Scientific
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Wie Mathematica besteht Mapel aus einem Kern mit Befehls-Interpreter und Basisalgorithmen sowie der Bedienoberfläche zur Kommunikation mit dem Nutzer. Seine Rechenverfahren sind thematisch in Funktionsbibliotheken (Pakete) für unterschiedliche Anwendungsgebiete (Lineare Algebra, Statistik, Differentialgleichungen, etc.) untergliedert. Auf insgesamt 108 ist ihre Zahl in der neuen Version 11 angewachsen, hinzugekommen sind Pakete für die Gebiete Differentialgeometrie, Graphentheorie und Physik.

Als Oberfläche fungieren bei Maple Arbeitsblätter (Notebooks), hier erfolgt die Eingabe von Anweisungen in der Maple-spezifischen Syntax. Im Gegensatz zu Mathematica bietet Maple verschiedene Eingabemodi. Der Dokumentenmodus erfordert keinerlei Kenntnis der Syntax von Maple-Befehlen. Die Eingabe erfolgt mit Hilfe von Tastaturkürzel und Paletten, die in Docks auf der linken und rechten Seite des Dokumentenfensters angeordnet sind. Im Arbeitsblattmodus wechseln sich Ein- und Ausgabe klar miteinander ab. Auch hier lassen sich die Paletten nutzen, ein Klick auf ein Element setzt den entsprechenden Code in das Dokument ein, was das Erlernen der Maple Syntax erleichtert. Für die Umsetzung ganzer Dokumente in die jeweils andere Form fehlt allerdings ein entsprechender Automatismus.

Assistenten

Assistenten erlauben die interaktive Bearbeitung von Fragestellungen, etwa die Gestaltung von Grafiken oder die Datenanalyse. Diese Assistenten lassen sich einfacher nutzen als die zu Grunde liegenden Maple-Anweisungen. Bei den Assistenten zum Auffinden von wissenschaftlichen und chemischen Konstanten, besonders aber bei den speziellen Funktionen (Bessel-Familie, Legendre-Familie, etc.) fällt die Vorliebe der Programmierer für kleine Klappmenüs auf, etwa 180 Funktionen sind darin untergebracht.

Beim Assistenten für Kurvenanpassungen führt das Betätigen der Import-Taste zum Erscheinen eines leeren Fensters. Ein Weiterarbeiten ist dann nur durch Neustart von Maple möglich. Beim Plot Builder dagegen ist lediglich mit Fehlermeldungen zu rechnen, anscheinend sind noch nicht alle Beispiele an die in Version 10 vorgenommenen Änderungen in den Plot-Funktionen angepasst.

Arbeitserleichterungen bieten die neuen Kontextmenüs sowie die „Favoriten“-Palette für die Zusammenfassung häufig verwendeter Ausdrücke oder Symbole. Kommentare lassen sich jetzt getrennt vom Haupttext in Dokumente einfügen, und die neue Diaschau erspart das Umsetzen von Notebook-Inhalten auf die Folien eines Präsentationsprogramms.

Bei den neuen oder erweiterten Rechenverfahren sind die Algorithmen zur Lösung unbestimmter Integrale mit speziellen Funktionen zu erwähnen, ebenso die zur Lösung linearer Integralgleichungen. Systeme gewöhnlicher und partieller Differentialgleichungen sowie Systeme von Ungleichungen lassen sich ebenfalls mit Maple behandeln.

Überarbeitete Grafikroutinen beschleunigen die Ausgabe zweidimensionaler Grafiken bei geringerem Speicherbedarf und bieten zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich Beschriftung, Linienstil oder Symbol.

Wie Mathematica bietet Maple dem Anwender vielfältige Unterstützung. Zur Bildschirmhilfe mit über 5000 Seiten gesellen sich die bereits erwähnten Assistenten und mehr als 40 interaktive Tutoren für verschiedene Themengebiete. Ergänzt wird dies um Vorlagen mit vordefinierten Befehlsfolgen sowie um eine Reihe von Beispieldokumenten. Ein gedrucktes Handbuch fehlt allerdings.

Fazit

Die Neuerungen von Maple gestalten sich nicht so spektakulär wie die von Mathematica, auch ist sein Funktionsumfang etwas weniger gewaltig. Dafür punktet es hinsichtlich Nutzerfreundlichkeit, die verbesserte Oberfläche bringt spürbare Erleichterungen. Wegen des breit gestreuten Einsatzgebiets von Maple muss jeder Nutzer selbst abschätzen, welche Vorteile ihm ein Update bietet. hg

Das ist neu

- Neue mathematische Pakete

- Neue, erweiterte und verbesserte numerische Algorithmen, mathematische Funktionen und Lösungsverfahren

- Verbesserte Nutzeroberfläche

- Verbesserte Grafikausgabe

- Neue Assistenten

- Frei konfigurierbare Palette

- Im- und Export von Excel-Dokumenten

- Verbesserte Anbindung an Matlab

- Unterstützung von Mehrkernprozessoren

Wertung

Note: 2,0 gut

Vorzüge großer Funktionsumfang, leistungsfähige Programmierumgebung, umfangreiche Dokumentation

Nachteile umständliche Konvertierung zwischen Worksheet- und Dokumentenmodus, kein gedrucktes Handbuch

Alternative MuPad, Mathematica

Preis E (D) 2290, E (A) 2310, CHF 3272 (Industrie); E (D) 990, E (A) 999, CHF 1415 (Forschung und Lehre); E (D) 190, E (A) 192, CHF 272 (Studenten)

Technische Angaben

Systemanforderungen: ab Mac-OS X 10.4.4, 512 MB RAM

Info Scientific

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