Von Chris Möller - 08.11.2012, 09:41

Mobiler Mac im Test

Macbook Pro 13 Zoll Retina im Test

Klein, leicht und 2560 mal 1600 Pixel. Das sind die Eckdaten des jüngsten mobilen Mac. Das 13-Zoll Macbook Pro mit Retina Display muss in unserem Praxistest und im Labor zeigen, was es so auf dem Kasten hat.
Nachdem Apple mit dem 15-Zoll Macbook Pro das erste Retina Display in die Mac-Produktreihe eingeführt hat, folgt nun der zweite Streich. Das kleinere 13-Zoll Retina-Macbook soll die hochauflösende Technologie noch weiter verbreiten und neue Zielgruppen erschließen. Konsequent setzt Apple dabei auf Qualität und das merkt schon beim ersten Blick auf das Gerät. Kompromisse gibt es kaum. Das Unibody-Gehäuse aus Aluminium bietet eine gute Steifigkeit und fühlt sich wertig an. Wie schon beim 15-Zoll-Retina-Modell verzichtet Apple auch bei der 13-Zoll-Version auf ein internes optisches Laufwerk. Dieser Trend, den Apple mit dem ersten Macbook Air begonnen hat, dehnt sich nun auf fast alle Macs aus. Auch der Mac Mini und der iMac kommen nun ohne CD/DVD-Brenner. Der Vorteil: der eingesparte Platz kann sinnvoller genutzt werden, beispielsweise für größere Akkus oder geringere Baugröße. Das Gehäuse des 13-Zoll-Macbook Pro Retina ist daher extrem flach und Apple hat das Gewicht im Vergleich zu den normalen Macbook-Pro-Modellen spürbar verringert. Auch im Vergleich zum 15-Zoll-Retina-Modell ist es kleiner und leichter und daher in der Praxis besser zu transportieren und flexibler einsetzbar.

Technik im Inneren

Das auffälligste Merkmal ist sicher das Retina-Display. Schon auf den ersten Blick fällt es durch ein extrem scharfes Bild auf. Besonders bei Textdarstellung erkennt man keine Treppcheneffekte mehr. Rundungen in Buchstaben bleiben wirklich rund, selbst wenn man sehr nahe an das Display rangeht. In diesem Punkt steht das 13-Zoll-Modell dem großen Bruder mit 15 Zoll in Nichts nach. Helligkeit, Kontrastverhältnis und Reaktionszeit sind ebenfalls ordentlich (siehe Ergonomie-Benchmarks). Es macht einfach Spaß auf das Display zu schauen und selbst nach stundenlanger Arbeit ermüden die Augen kaum.
Ivy Bridge nennt sich die Baureihe des Hauptprozessors und Chipsatzes von Intel, den Apple im Macbook Pro verwendet. Die Chips sind bereits aus den Macbook-Pro-Modellen vom Sommer 2012 her bekannt. Im 13-Zoll-Retina-Macbook kommt ein mit 2,5 Gigahertz getakteter Core i5 zum Einsatz. Er verfügt über zwei Rechenkerne und eine integrierter Grafikeinheit, die auf den Namen Intel HD Graphics 4000 hört.
Einen diskreten Grafikchip, wie im 15-Zoll-Modell gibt es nicht. So muss der interne Grafikchip die ganze Arbeit leisten, um die vier Millionen Pixel des Retina-Displays mit Leben zu füllen. Das schafft er im Allgemeinen erstaunlich gut. Bei normalen Büroanwendungen aber auch in Photoshop oder Final Cut Pro ruckelt nichts. Die Oberfläche lässt sich stets flüssig bedienen. Daran beteiligt ist zuletzt der 768 Megabyte großen Vidospeicher, den sich der Chip allerdings vom Hauptspeicher abzweigt. Dieser wiederum ist mit acht Gigabyte für die meiste Fälle mehr als ausreichend dimensioniert. Mehr Speicher ist allerdings nicht möglich. Selbst aufrüsten geht nicht, da die RAM-Chips fest auf der Platine verlötet sind. Im Apple Store kann man den Speicher beim Kauf leider auch nicht aufrüsten.

SSD-Speicher

Wie schon bei den Macbokk-Air-Modellen und beim 15-Zoll-Retina-Macbook verzichtet Apple auf magnetische Festplatten zugunsten von Flash-Speicher. Beim 13-Zoll-Modell hat man die Wahl zwischen 128 oder 256 Gigabyte. Der Unterschied macht sich preislich in 300 Euro bemerkbar. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Grundkonfigurationen, die Apple ab Werk anbietet nicht.
Der SSD-Speicher arbeitet mit eindrucksvoller Geschwindigkeit. Das Notebook bootet das vorinstallierte Mountain Lion aus dem Kaltstart heraus in 13 Sekunden. Selbst beim Start umfangreicher Programme treten kaum Wartezeiten auf. Sicher, Flash-Speicher ist teuer in der Anschaffung, aber das Ergebnis entschädigt unserer Meinung nach allemal. Wer einmal längere Zeit mit einem so ausgerüsteten Mac gearbeitet hat, für den kommt jeder herkömmliche Rechner wie eine lahme Ente vor. 

Akkulaufzeit

Zehn Stunden Laufzeit verspricht Apple mit dem Retina-Macbook und unsere Messungen bestätigen die Angabe im Großen und Ganzen. Das kann man allerdings nicht in allen Situationen erwarten. Die Laufzeit hängt extrem vom Nutzerverhalten ab. Wer die Display-Helligkeit voll aufdreht und fleißig Videos schaut muss mit der halben Laufzeit auskommen. Wir messen knapp fünf Stunden. Dreht man die Helligkeit jedoch zurück (50 Prozent) und surft lediglich im Wlan, dann messen wir sogar etwas mehr als zehn Stunden. Ein guter Wert!

Lautheit und Stromverbrauch

Selbst unter extremer Belastung bleibt das Macbook vergleichsweise leist. Ohne Last ist gar nichts zu hören, da jegliche rotierende Massenspeicher fehlen. Erst als wir die CPU und den Grafikchip mit entsprechenden Programmen ordentlich belasten, werden die internen Lüfter hörbar. Dennoch: Nach 20 Minuten rauschen sie nur moderat vor sich hin, wir messen gerade einmal ein Sone. Auch der Stromverbrauch im Betrieb und unter Last hält sich in Grenzen. Maximal messen wir 28 Watt unter Volllast der beiden CPU-Kerne und voller Helligkeit des Displays. Auch das ist ein guter Wert.

Sound

Eine spürbare, besser gesagt hörbare Abweichung zum 15-Zoll-Modell gibt es allerdings: der Sound des 13-Zoll-Modells ist hörbar schwächer und vor allem dumpfer. Der Grund: die integrierten Stereolautsprecher strahlen nicht nach oben (wie beim 15-Zöller) sondern durch die seitlich auf der Unterseite angebrachten Lüftungsschlitze auf die Schreibtischoberfläche ab. Das klingt alles andere als gut. Die Gesamtlautstärke ist ausreichend, aber der Klang ist muffig, dumpf und kaum transparent.

Fazit und Empfehlung

Ohne Zweifel, das Retina-Display ist auch im 13-Zoll-Formfaktor eine Wucht. Wer einmal an diesem Monitor gearbeitet hat, dem kommt jeder normale Bildschirm verwaschen und unscharf vor. Geschwindigkeit und Akkulaufzeit sind ebenfalls prima. Bleibt nur die Frage: 13 oder vielleicht doch gleich 15 Zoll? Das wichtigste Argument für das 13-Zoll-Modell sind (abgesehen von Abmessungen und Gewicht) die 500 Euro Preisunterschied der Einstiegsmodelle. Nimmt man allerdings das 13-Zoll-Modell mit 256 Gigabyte SSD-Speicher (beim 15-Zoll-Modell Standard) schrumpft der Abstand auf nur noch 230 Euro. Wer also mit 128 Gigabyte auskommt, sollte beim 13-Zoll-Modell zuschlagen. Wer mehr Speicher braucht, für den ist das 15-Zoll-Retina-Macbook sicher die bessere Wahl. Hier bekommt man nicht nur mehr Speicher sondern auch mehr Mac.
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