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Foto-Multifunktionsdrucker für zu Hause

19.07.2011 | 14:13 Uhr |

Multifunktionale Drucker sollen zu Hause nicht nur dabei helfen, den langweiligen Bürokram zu erledigen. Sie eignen sich auch hervorragend für die Fotoausgabe. Wir testen vier Multifunktionsdrucker, die auf die Fotoverarbeitung ausgerichtet sind.

Das Herzstück eines Multifunktionsdrucker ist der Drucker. Und da wir hier die Geräte ins Testlabor geholt haben, die sich die Fotoverarbeitung auf die Fahne geschrieben haben, gehen wir zunächst genauer auf die Drucker-Einheit ein. Die Technik der Tintenstrahl-Drucker ist so ausgereift, dass die Druckqualität und Haltbarkeit der Ausdrucke schon seit Jahren besser ist als Fotoabzüge aus dem Labor. Auf Fotodruck spezialisierte Drucker nutzen dazu weitere Tinten, die eine möglichst umfangreiche Darstellung der Farben ermöglichen sollen.

HP geht dabei den selben Weg, den Canon schon seit längerem eingeschlagen hat: Beide Druckermodelle verwenden zwei Schwarz-Patronen, je eine pigmentierte Schwarztinte für den Textdruck und eine wasserbasierte Tinte für den Fotodruck.

Zudem nutzt der Canon-Drucker eine Grautinte für eine feinere Abstufung, die sich außer bei Schwarzweiß-Bildern auch bei Farbverläufen bemerkbar macht. Epson verwendet nahezu traditionell außer den Farben Cyan, Magenta und Gelb die Fototinten helles Magenta und helles Cyan. Wegen dieser Anzahl der Farben und um den Drucker kompakt halten zu können, sind die Patronen beim Epson-Gerät im Gehäuse untergebracht und versorgen den Druckkopf per Schläuche mit Tinte. Bei allen anderen Geräten im Test werden die Patronen mit den Druckdüsen mitbewegt.

Bis auf den Kodak ESP 7250 sind bei allen Geräten die Tinten einzeln tauschbar. Kodak packt alle farbigen Tinten in einen Tank, der allerdings sehr günstig ist. Trotzdem bleibt der Nachteil, dass man die komplette Tintenpatrone austauschen muss, sobald eine Farbe verbraucht ist. Besonders Nachteilig wirkt sich dies aus, wenn man oft Fotos mit den selben Farbcharakter druckt, beispielsweise viele Bilder von Meer und Strand.

Fotodruck

Alle Kandidaten bringen die Ausdrucke streifenfrei und in einer derart guten Auflösung zu Fotopapier, dass man nur bei sehr genauer näherer Betrachtung die typische Tintenstrahl-Muster erkennen kann. Für den Hausgebrauch liefern daher alle einen Fotodruck, der für sich betrachtet schon beeindruckt, doch das schaffen auch herkömmliche Drucker mit vier Farben, der HP Photosmart Premium ist dazu das beste Beispiel. Erst im Vergleich zur Konkurrenz ergeben sich dann doch feine Unterschiede.

Der größte Unterschied ergibt sich durch die vorgegebenen Farbprofile für den Ausdruck. Hier ist nicht zuletzt der persönliche Geschmack entscheidend. Manch einer mag Portrait-Ausdrucke knackig und gesättigt, andere möglichst natürlich und mit neutralen Farben. So liefert das Geräteprofil von Canon traditionell Portraits, die recht Rot-lastig sind. Doch hier lässt sich statt dessen das Colorsync-Farbprofil wählen, Canon installiert dazu Profile von seinen Fotopapieren. Mit dem Colorsync-Profil erscheinen besonders Portrait-Ausdrucke viel natürlicher. Eigene Papierprofile für Colorsync liefert auch der Epson Stylus Photo PX720WD und als einziges Gerät im Test ist es mit ihm sogar möglich, gänzlich ohne Farbkorrektur zu drucken. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn man ein Colorsync-Profil für ein anderes Fotopapier erstellen möchte, hier ist der Ausdruck ohne Farbmanagment ansonsten nur mit Adobe Photoshop möglich. Es gibt bereits eine Vielzahl an Dienstleistern, die anhand solcher ausgedruckten Farbfelder ein individuelles Profil für das verwendete Papier erstellen.

Beim Fotodruck kann der Kodak ESP 7250 Rot-Töne nur schlecht differenziert wiedergeben. Daher wirken auch insbesondere Portrait-Aufnahmen flach im Vergleich zu den durchwegs sehr guten Fotodrucken von HP, Canon und Epson. Überhaupt wirken im Vergleich auch andere Fotodrucke etwa von Landschaften oder Blumen knackiger.

Bei Schwarzweiß-Fotos macht sich die zusätzliche Grau-Tinte von Canon bemerkbar, auf Augenhöhe ist hier auch der Epson Stylus Photo PX720WD und der HP Photosmart Premium. Das beste Ergebnis liefert in dieser Disziplin der Canon Pixma MG8150 , während der Kodak ESP 7250 hier deutlich gegenüber der Konkurrenz abfällt.

Im Gesamtpaket kann der Epson Stylus Photo PX720WD am meisten überzeugen. Er druckt Fotos deutlich flotter als die Konkurrenz, bietet die besten Farbmanagment-Optionen und gibt sich bei der Fotoqualität in keiner Disziplin eine Blöße. Ebenfalls auf sehr hohem Qualitätsniveau sind die Modelle von Canon und HP, allerdings sind sie deutlich langsamer bei der Fotoausgabe. Gegenüber der starken Konkurrenz fällt der Kodak ESP 7250 zwar ab, allerdings bietet er einen guten Kompromiss aus guter Fotodruckqualität und günstigen Druckkosten.

Textdruck

Alle Geräte eignen sich selbstredend auch für Büroaufgaben. Die Druckqualität reicht hier vollkommen für Korrespondenz aus. Die Schrift bei Canon und Epson sowie Kodak ist recht wischfest, bei HP verwischt sie am stärksten. Standard bei den Druckern ist eine Duplex-Einheit für den automatischen doppelseitigen Druck. Diese funktioniert auch bei allen Geräten anstandslos, störend ist hier nur ein mehr als ein Zentimeter breiter unbedruckter Rand bei dem Kodak ESP 7250. Etwas zickig ist der Duplexdruck vom Epson Stylus Photo PX720WD unter Apples Vorschau: Hier ist die entsprechende Option erst anwählbar, wenn man zuvor A4-Papier erneut anwählt, auch wenn es zuvor schon ausgewählt war. Dieses Treiberproblem haben auch andere Epson-Modelle.

Scanner

Wer häufig Fotos scannen und weiterverarbeiten möchte, dem können wir im Testfeld nur zu dem Canon Pixma MG8150 raten. Denn er ist das einzige Gerät im Test mit einem hochwertigen CCD-Scanner und mit einer Durchlicht-Einheit für 35-mm-Filmstreifen. Neben Dias lassen sich hier auch Negativ-Farb-wie Schwarzweißfilme einscannen. Die Halterung für Dias oder Filmstreifen kann nicht verloren gehen, sie ist im Scandeckel untergebracht.

Alle anderen Scanner im Test verwenden die günstigeren CIS-Scanner , die eher auf Büroanwendungen zugeschnitten sind. Das merkt man auch gleich an den Scantreibern: Der Canon-Scantreiber bietet hervorragende Einstellmöglichkeiten, beispielsweise eine selber wählbare Gradationskurve oder ein Staub- und Kratzerentfernung. Deutlich bescheidener sind - bis auf den Epson-Scantreiber - die anderen Scantreiber.

Geräteausstattung

Die Bedienfelder an den Geräten unterscheiden sich sehr: Nur mit einem großen, aber trägem, Touch-Screen ausgestattet ist der HP Photosmart Premium. Die Bedienführung ist dafür sehr einfach und selbsterklärend, zudem lässt sich das Display schwenken. Auf dem Scandeckel befindet sich beim Canon Pixma MG8150 das Bedienfeld. Es beseht aus einem aufklappbaren Display und Bedienelementen im Scandeckel, die je nach Betriebsart aufleuchten und aktiv sind. Ähnlich ist das verstellbare Bedienfeld des Epson Stylus Photo PX720WD gehalten: Es bietet ebenfalls berührungssensitive Bedienfelder, die je anch Betriebsart aufleuchten. Einzig der Kodak ESP 7250 kommt noch mit klassischen Knöpfen zum drücken, aber auch hier ist die Bedienung leicht und übersichtlich.

Alle Geräte verbrauchen auch im ausgeschaltetem Zustand über zwei Watt Strom . Möchte man die Geräte via schaltbarer Steckdose komplett vom Netz trennen, muss man nach dem Einschalten beim Photosmart Premium ganze 75 Sekunden warten, bis das Gerät betriebsbereit ist. Beim Kodak ESP 7250 dauert es 45 Sekunden, beim Epson Stylus Photo PX720WD inklusive WLAN-Verbindungsaufbau 20 Sekunden und ohne sieben Sekunden. Am schnellsten ist der Canon Pixma MG8150 betriebsbereit, hier dauert es gerade mal acht Sekunden inklusive WLAN-Verbindungsaufbau.

Die Druckdüsen können alle Modelle im Test automatisch ausrichten, mit Ausnahme von Epson: Hier muss man wie bei Epson üblich eine Seite mit Ausrichtungsmuster ausdrucken, das beste Ergebnis visuell bestimmen und den Drucker entsprechend einstellen. Da man dies lediglich nach dem Tausch der Patronen beziehungsweise Druckköpfe durchführen sollte, ist dies verschmerzlich.

Alle Geräte im Test bieten eine A4-Papierzuführung von vorne. Das hat zu einem den Vorteil, dass man leicht an das Papierfach gelangt und zum anderen, dass man so Stellfläche sparen kann. Die Modelle von Epson, HP und Kodak bieten über dem A4-Papierfach ein kleines Fotopapierfach, das bis zu 13 x 18 cm großes Fotopapier aufnehmen kann. Dieses Fach fährt bei allen automatisch ein, wenn man entsprechendes Papierformat im Druckertreiber gewählt hat. Auch der Canon Pixma MG 8150 kann mit einem weiteren Papierfach aufwarten, es befindet sich hinten stehend. Dieses Fach hat Canon für Fotopapier bis A4 vorgesehen, es lässt sich allerdings auch mit Normalpapier bestücken. Der Nachteil dieses Papierfachs ist, dass es keinen Schutz vor Staub bietet, wie es die vorderen Papierzuführungen machen. Dafür ist der Papierweg gerader als bei einem vorderen Papierfach, zudem ist der Canon-Proband der einzige im Test, der zwei A4-Papierzuführungen bietet.

Mit einer Möglichkeit der CD-Direktdrucks sind die Modelle von Canon und Epson ausgestattet. Bei Epson ist dies besonders pfiffig gelöst: Drückt man die entsprechende Taste am Bedienfeld, fährt die CD-Halterung aus dem Gerät. Beim Canon Pixma MG 8150 benötigt man einen extra CD-Schlitten, den man nicht im Drucker verstauen kann. Beide Hersteller liefern CD-Designprogramme mit.

Alle Geräte im Test bieten Steckplätze für Speicherkarten an, um so direkt und ohne Hilfe vom Mac Fotos ausdrucken zu können. Zudem kann man außer dem HP Photosmart Premium bei allen Geräten Speichersticks oder eine Digitalkamera per USB am Gerät anschließen und so ebenfalls Fotos direkt ausgeben. Zudem muss man beim HP Photosmart Premium auf einen Speicherplatz für Compact-Flash-Karten verzichten.

Mac-Unterstützung

Erfreulich ist die gute Mac-Unterstützung aller Geräte. Auch die Interaktion zwischen Multifunktionsdrucker und den Mac funktioniert gut, seien es Meldungen von leeren Papierkassetten, Papierstau, leeren Patronen oder dem Betätigen der Druckabbruchtaste direkt am Gerät. Einen kleinen Wermutstropfen beschert uns nur Kodak: Das Kodak AiO Home Center und der Kodak AiO Scann lassen sich nur widerwillig zur Zusammenarbeit überreden: Während wir per USB keine Verbindung zu den Kodak-Programmen herstellen können, klappt es per WLAN-Verbindung. Problemlos können wir aber auch hier Drucker und Scanner per USB oder Netz am Mac einrichten und mit Apples Digitale Bilder verwenden.

Übrigens werden die Modelle von Canon und HP von Apple Softwareaktualisierung unterstützt: Sind neue Treiber verfügbar, meldet dies das Mac-OS automatisch.

Air Print

Mit Air Print kann man von einem iPhone, einen iPod Touch oder von einem iPad aus direkt drucken. Lediglich der HP Photosmart Premium unterstützt Airprint , wie übrigens die meisten der aktuellen Druckermodelle von HP. Doch noch dieses Jahr werden andere Hersteller mit einer Air Print Unterstützung folgen. Bis dahin kann man sich damit behelfen, indem man einen Mac als Druckserver für Air Print verwendet und diese Funktion mit Programmen wie beispielsweise " AirPrint Activator " freischaltet, die es übrigens kostenlos im Internet zu laden gibt.

Im Netz

Schnittstellen für WLAN und Ethernet waren vor nicht langer Zeit noch teurer Luxus, mittlerweile gehören diese Anschlussmöglichkeiten schon zum Standard bei einem Multifunktionsdrucker. So verwundert es nicht, das alle Probanden mit diesen Schnittstellen aufwarten können. Als einziges Gerät im Test bietet der Epson Stylus Photo PX720WD zudem eine Bluetooth-Schnittstelle.

Alle Geräte bieten Assistenten an, um die Geräte auch für die Verbindung in einem lokalen Netz per WLAN oder Ethernet einzurichten. Auch ohne Assistent gelingt das Einrichten im Netz mit allen Geräten leicht. Das liegt nicht zuletzt an Apple, denn das Mac-OS X bietet mit Bonjour ein Netzprotokol, das es einem sehr einfach macht, einen Netzwerkdrucker am Mac einzurichten: Verwendet der Multifunktionsdrucker Bonjour, was im Test alle Geräte machen, erscheint der Drucker automatisch in der Auswahlliste von "Drucker hinzufügen".

Auch der Scanner der Geräte arbeitet per Netzverbindung problemlos mit dem Mac zusammen. Alle Geräte verwenden TWAIN-Treiber, die sich mit Digitale Bilder verwenden lassen. Hier unterstützen alle Geräte auch die Freigabe für das Netz. Sofern man Digitale Bilder zum scannen verwendet, muss man nichts weiter einrichten, der Scanner erscheint bei allen Probanden automatisch unter "Freigaben". Wer lieber die vom Hersteller mitgelieferten Scanprogramme verwenden möchte, kann diese Anwendungen ebenfalls unkompliziert auch über das Netz betreiben. Das ist wegen den deutlich größeren Einstellmöglichkeiten insbesondere für die Geräte von Canon und Epson interessant.

Eine Besonderheit vielen aktueller HP-Drucker ist das sogenannte ePrint, der sich auch mit dem Photosmart Premium verwenden lässt. Das ePrint ist ein Cloud-Printing, also ein Internet-Dienst für den Drucker. Einmal angemeldet erhält man eine E-Mail-Adresse für den Drucker. Schickt man eine E-Mail an den Drucker, wird dessen Inhalt ausgedruckt. Auch Anhänge können so ausgedrucktr werden, unter anderem Dokumente von Microsoft Word, Excel und Powerpoint, Open Office und Star Office sowie PDF, RTF-Dokumente und Fotos im Format PNG, BMP, JPEG, Gif und Tiff. Über den Webbrowser kann man die ePrint-Einstellungen ändern, beispielsweise um nur bestimmten E-Mail-Absendern das Drucken zu erlauben.Ein weiterer Bestandteil von ePrint ist die Möglichkeit, Apps für den Drucker zu laden. Bislang ist das Angebot übersichtlich und oft nicht für den deutschen Markt lokalisiert.

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