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Großer Test: Airplay-Lautsprecher

24.06.2016 | 15:05 Uhr |

Airplay-Lautsprecher versprechen besonders hohe Klangqualität im ganzen Haus. Wir haben aktuelle Geräte im Test.

Mit Airplay können Sie außer Filme und Fotos auch Musik in Echtzeit beispielsweise von einem Mac auf ein Apple TV oder ein geeignetes Abspielgerät wie etwa eine Stereoanlage oder Lautsprecher mit Airplay-Unterstützung übertragen. Diese Echtzeitübertragung - auch Streaming genannt - können Sie dabei äußerst bequem von einem iOS-Gerät wie iPod Touch , iPhone oder iPad steuern. Dazu bietet Apple die kostenlose App " Remote " an. Mit übertragen wird nicht nur das Medium selbst, sondern auch die Metainformationen. Im Fall von Musik sind dies Daten wie Titel, Interpret oder auch das Coverbild .

Die Übertragung erfolgt in der Regel kabellos, was speziell bei Lautsprechern eine große Erleichterung bezüglich der Standortwahl darstellt. Lästiges Kabelziehen ist damit passé. Airplay verwendet aber auch das vorhandene kabelgebundene Netzwerk. Wichtig ist nur, dass sich alle Geräte im gleichen lokalen Netz befinden. Ist ein Airplay-fähiges Abspielgerät, wie ein Lautsprechersystem, im Netz vorhanden, erscheint ganz automatisch in den Abspielprogrammen ein kleines Dreieck in einem Kasten neben den Steuerungssymbolen. Das muss nicht unbedingt iTunes auf dem Mac sein, das klappt dann auch aus anderen iOS-Apps wie dem Youtube oder Videoplayer. Abspielgeräte für Musik gibt es viele, für Filme und Bilder derzeit nur das Apple TV ab der 2. Generation.

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Lautsprecher mit Airplay

Mittlerweile gibt es schon von den meisten etablierten Hifi-Herstellern Geräte mit Airplay-Unterstützung. Wenn Sie sich nicht von Ihrer Stereoanlage trennen möchten, können Sie diese auch Airplay-fähig machen: Dies geht entweder über eine Apple Airport Express oder über ein Apple TV ab der 2.Generation, beide Geräte bieten einen Digital-Ausgang. Bei beiden Lösungen können Sie die Musik beispielsweise über ein iPad aussuchen und abspielen, so brauchen Sie beim Apple TV nur zum Musik hören nicht extra den Fernseher einschalten.

Wir haben zuletzt drei Neuerscheinungen auf dem Markt gründlich getestet:

Bowers & Wilkins Zeppelin Wireless – Spitzenklang, magere Funktionen

Der neue Zeppelin begeistert mit einem Klang, der vor allem mit Pop gefällt. Für Jazz und Rock fehlt es ein wenig an Bass .

Zeppelin WIreless
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© Bowers & Wilkins

Der Zeppelin ist bei Bowers & Wilkins ein Dauerbrenner. Die Urversion mit ihrer verchromten Rückseite war bei ihrem Erscheinen ein noch nie gesehenes Design-Highlight. An das außergewöhnliche Design hat man sich nun gewöhnt und im Laufe der Überarbeitungen der letzten Jahre ist das Chrom leider verschwunden, der Zeppelin gibt sich nun schlicht in schwarz. Und während in der letzten Version „Air“ noch die auffällige Halterung für den iPod beziehungsweise das iPhone glänzte, verschwindet sie in der aktuellen Ausgabe „Wireless“, und Bowers & Wilkins setzt komplett auf das Streaming (Bluetooth mit aptX, Spotify Connect und Apple Airplay ). So ganz werden aber Nutzer eines alten MP3-Players nicht im Stich gelassen, denn einen AUX-Eingang hält der Lautsprecher neben Ethernet und WLAN auch noch bereit.

Optische und Technische Überarbeitungen

Auch technisch hat Bowers & Wilkins den Zeppelin überarbeitet. Das beginnt bei der Verstärkung des Gehäuses, um Vibrationen zu reduzieren und macht bei einem auf 192 kHz beschleunigten Prozessor nicht halt. Komplett neu sind ebenso die fünf Chassis.

Klanglich hat sich der Zeppelin kaum verändert, sein Charakter ist gleich geblieben, mit Frische und Klarheit treibt er die Musik luftig in den Hörraum. Und so ist vielleicht gerade die Popmusik sein bevorzugtes Metier. Das aktuelle Album von Hurts klingt nicht nur musikalisch freundlicher, sondern wird vom Zeppelin auch beschwingt in den Raum transportiert. Frisch wie eine Meeresbrise spielt auch die neue Milchbar 8 und lässt den inneren Blick über das Meer gleiten.

iTunes zeigt am unteren rechten Rand verfügbare Airplay-Geräte.
Vergrößern iTunes zeigt am unteren rechten Rand verfügbare Airplay-Geräte.

So grenzenlos wie das Meer ist der Klangteppich aber dann doch nicht. Während elektronische Beats schön direkt und präzise kommen, sind der Tiefe Grenzen gesetzt. Beim Blick auf den schmalen Zeppelin verwundert das aber auch nicht wirklich. Dave Gahan & Soulsavers fehlt es an Volumen, um richtig los zu rocken. Vocal Jazz von Diana Krall beispielsweise ist etwas zu scharf, hier würde man sich mehr Wärme wünschen. Dafür sitzt die Sängerin aber auch direkt vor dem Zuhörer.

Fazit

In der vierten Generation hat sich die einstige Designikone kaum geändert. Der klangliche Feinschliff ist natürlich erfreulich, viel schöner wäre die Unterstützung des Streamingstandards DLNA gewesen. Hier bieten die Mitbewerber eine breitere Unterstützung. Apple Nutzer freuen sich über die problemlose Airplay-Integration, die aber auch schon das Vorgängermodell Zeppelin Air geboten hat. Eine deutliche Verbesserung gegenüber  ist die jetzt problemlose WLAN-Anmeldung.

Klanglich hat sich in den letzten Jahren am Markt viel getan: Während der Ur-Zeppelin  herausragend klang, sind ähnliche Qualitäten jetzt bei vielen Mitbewerbern zu finden.

Der luftig-frische Sound überzeugt und mit der richtigen Musik ist man mit dem Zeppelin bestens aufgehoben. Jazz und Rock-Liebhaber wünschen sich eventuell mehr Wärme und einen kräftigeren Bass. So oder so bleibt der Zeppelin auch in seiner Neuauflage ein Airplay-Lautsprecher, den man sich angehört haben muss.

Zeppelin Wireless

Hersteller:

Bowers & Wilkins

Preis:

€ 699

Note:

1,5 gut

Vorzüge:

sehr guter Klang - frisch und luftig, spielt auch bei höheren Lautstärken noch klar

Nachteile:

Ein/Aus-Schalter auf der Rückseite, kein DLNA

Alternativen:

Naim mu-so Qb, Raumfeld Stereo Cubes, Denon Heos 7

Stromverbrauch:

Aus 0,33W, Standby 1,12W, Ein 9,2W

Ausstattung:

Streaming Airplay, Bluetooth (aptX), Spotify Connect; Anschlüsse WLAN, Ethernet, Line-In; Leistung 4x25W (Hoch- u. Mitteltöner), 1x50W (Bass)

Beoplay A6 - Skulptur oder Lautsprecher?

Der Lautsprecher von Bang & Olufsen lässt weder beim Design noch bei der Klangqualität Wünsche offen.

Beoplay A6
Vergrößern Beoplay A6
© Bang & Olufsen

Design spielt bei Bang & Olufsen schon immer eine große Rolle. Das gilt auch für die preisgünstigere Linie Beoplay. Der Hersteller wirbt mit der Aussage „für einen modernen Lifestyle“. Das steht für ein Design, das vom klassischen „Kasten“ so weit abweicht, dass der A6 auf den ersten Blick schon nicht mehr als Lautsprecher zu erkennen ist. Unser weißes Testmuster mit seiner grauen Stofffront integriert sich perfekt in ein modernes Wohnumfeld. Alternative Stoffcover in Blau, Dunkelgrau und einer „Dark Rose“ genannten Farbe sorgen für ein wenig Individualität.

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Die Winkelform ist aber nicht einfach nur ein Designgag, sie sorgt für eine bessere Schallausbreitung im Raum. Das ist sehr praktisch, wenn man mit einem Lautsprecher einen ganzen Raum beschallen möchte. Der eingelassene Handgriff erleichtert das Tragen bzw. häufige Umplatzieren in der Wohnung. Da sich der Beoplay A6 auch gut an der Wand macht, liefert B&O einen Wandhalter als optionales Zubehör.

iTunes zeigt am unteren rechten Rand verfügbare Airplay-Geräte.
Vergrößern iTunes zeigt am unteren rechten Rand verfügbare Airplay-Geräte.

Bezogen auf die Streamingtechnik unterstützt Beoplay A6 die wichtigen Standards wie AirPlay, DLNA und Bluetooth 4.0.
 Streamingdienste wie Spotify und Deezer sowie das Internetradioportal TuneIn dürfen auch nicht fehlen.

Während der Lautsprecher nach dem Auspacken erst einmal voll überzeugt, sieht es bei der Anleitung anders aus. Dieses kleine Dokument - im Falle des A6 ist es wirklich klein und auch noch mit kleinen Buchstaben - wird oft vernachlässigt. So auch leider bei Bang & Olufsen. Die Screenshots und Bilder sind zu klein, um etwas zu erkennen und der mehrsprachige Text ist nicht immer verständlich.

Zum Glück klappt das Anlernen ans WLAN ohne Probleme und für die eigentliche Steuerung greift man in der Regel auf eine Smartphone-App oder iTunes zurück. Eine rudimentäre Steuerung ist auch am A6 möglich. Fast die komplette obere Gehäusekante ist berührungsempfindlich, die Befehle Vor und Zurück sowie die Änderung der Lautstärke lassen sich wunderbar erteilen.

Hochwertige Technik

Technisch hat der Beoplay A6 auch einiges zu bieten. Insgesamt fünf Lautsprecher werden von drei Endstufen angefeuert. Ein linkes und ein rechtes Zwei-Wege-System werden von einen rückseitigen Breitbänder unterstützt. Auch in Sachen Anschlüssen gibt es nichts zu bemängeln, neben WLAN und Bluetooth 4.0 ist unter einer Klappe auch ein Ethernetport versteckt. Wer gerade mal auf die Schnelle einen Player direkt anstöpseln möchte, freut sich über einen Klinken-Eingang, der sich jedoch am Boden unter einer Klappe versteckt und daher nicht so leicht zu erreichen ist. Der ebenfalls am Boden angebrachte Schalter für den Aufstellungsort optimiert die Leistung, je nachdem, ob der Beoplay A6 frei steht, in einer Ecke oder an der Wand angebracht ist.

Unter dieser Klappe auf der Unterseite des A6 ist auch der „richtige“ Ausschalter versteckt. Drückt man den Standby-Schalter auf der Oberseite, schickt man den A6 nur in den Ruhezustand, in dem er Strom benötigt, denn er erhält in diesem Zustand die Verbindung zum WLAN aufrecht. Dadurch lässt sich der A6 schneller und auch per WLAN einschalten.

Klanglich meist überzeugend

Design und Technik – hat der Beoplay A6 noch mehr zu bieten? Das hat er. Wie schon bei seinem kleinen Bruder Beolit 15 und dem größeren A8 , ist auch der Klang beim A6 eine Wonne. Wunderbar voll meint man einen viel voluminöseren Lautsprecher vor sich zu haben. Man muss sich vor Augen führen, der A6 ist nur rund 9 cm tief. So sorgt diese Klangabstimmung für angenehme Stimmreproduktionen. Ob das jetzt Diana Krall mit ihrer tollen Jazzstimme ist oder die sehr klare hohe Stimme von Kiesza , ohne Schärfe und Aggressivität macht der A6 richtig Spaß. Der Spaß kommt gerade bei Pop und Elektro so richtig auf. Knackige Bässe und Synthies, das sind die Instrumente, die voll und ganz überzeugen. Und wie sieht es mit „richtigen“ Instrumenten wie beim Jazz aus? Da gelangt man dann doch an die Achillesferse des A6. Hier fehlt ein wenig reales Gehäusevolumen, um einen Klang-Feingeist voll zufrieden zu stellen.

Seine Grenzen hat der Beoplay A6 im maximalen Schallpegel. Bei hoher Lautstärke verliert er seine Souveränität und muss sich mächtig anstrengen. Vor allem bei harten Beats. Das recht kompakte Gehäuse gelangt hier an seine Grenzen, die Physik lässt sich nur begrenzt austricksen.

Fazit

Das alles, was aus dem Hause Bang & Olufsen kommt, ein ausgefallenes Design hat, ist jedem bekannt. Das aber auch die Technik hinter der schicken Fassade stimmt, wissen nur diejenigen, die es schon selbst gehört haben. Der Klang begeistert durch seine Fülle und umschmeichelt Stimmen wie Instrumente. Dass der Beoplay A6 keine Partybeschallung hin bekommt, verzeiht man ihm dafür. Mit seinem Griff lässt er sich leicht an jeden beliebigen Ort tragen. Nur eine Steckdose sollte man in der Nähe haben. Aber auch als fest installierter Lautsprecher macht er eine gute Figur, denn da könnte man ihn fast für eine Skulptur halten. Wenn ein A6 nicht reicht, erweitert man ihn einfach durch weitere A6 oder auch andere Beoplay-Lautsprecher zu einem Multiroom-System, das dann auch per Smartphone-App gesteuert werden kann.

Beoplay A6

Hersteller:

Bang & Olufsen  

Preis:

€ 999,-

Note:

1,4 sehr gut

Vorzüge:

exzellenter Klang, tolles Design, Lautstärkeregler gut auf der Oberkannte erreichbar

Nachteile:

Ein/Aus-Schalter auf der Unterseite

Alternativen:

Beoplay A8, Naim mu-so Qb, Raumfeld Stereo M, Kef 300A

Stromverbrauch:

Aus: 0,55W, Standby: 3,8W, Ein: 10,6W

Ausstattung:

Streaming Airplay, Bluetooth, DLNA, Spotify Connect, Deezer, TuneIn; Anschlüsse WLAN (802.11B/G/N), Ethernet, Line-In; Leistung 2x60W (Bass), 1x60W (Breitband Rückseite), 2x30W (Hochtöner)

Naim Mu-so Qb : Wenn Design und Qualität stimmen

Der englische High-End-Hersteller Naim setzt mit seinen Musikplayern auf geometrische Grundformen. Nach dem Quader Mu-so kommt jetzt als kleinere Ausgabe der Mu-so Qb, logischerweise als Kubus. Schöne Details sind der leuchtende Glasfuß, auf dem der Mu-so Qb zu schweben scheint, und der elegant in das Gehäuse eingelassene Drehregler für Lautstärke und Steuerung.

Naim Mu-so Qb
Vergrößern Naim Mu-so Qb
© Naim

Das erfolgreiche Konzept hat Naim beibehalten: Auch in dem kleinen Kubus steckt jede Menge aktueller Technik, die das Herz des Musikfreundes höher schlagen lässt. Für iTunes-Nutzer gibt es Airplay, wer einen UPnP-AV Server wie beispielsweise eine NAS von Synology sein Eigen nennt, eine DLNA-Unterstützung. Weitere unterstützte Streamingtechniken sind Bluetooth, Spotify und Tidal.

Der Anschluss an das eigene Netzwerk erfolgt über Ethernet oder WLAN. Schön ist, dass Naim nicht nur an Streaming denkt, sondern auch noch einen S/PDIF optisch (TosLink) für bis zu 96 kHz und eine 3,5-mm-Minibuchse integriert hat, so dass es für den guten alten CD oder SACD-Player einen Anschluss gibt. Aber auch ein Bluray-Player lässt sich auf diese Weise verbinden. Da es heutzutage sogar Plattenspieler mit einem Line-Ausgang gibt, finden auch Freunde der schwarzen Vinylscheibe einen Partner im Mu-so Qb.

Anschluss und Bedienung

Der Anschluss ist eine wichtige Dimension, die Bedienbarkeit die andere. Und hier glänzt der kleine Mu-so Qb mit dem gleichen tollen Multifunkunktions-Drehrad wie der große Bruder. Beim Einschalten erfreut man sich an der dezenten Beleuchtung um den Drehregler. Und mit diesem ist die grundlegende Bedienung möglich: Lautstärke durch Drehen bzw. für Wiedergabe/Pause, für Musiksteuerung und Quelle leuchten die entsprechenden Bereiche der Touch-Oberfläche.

Kein moderner Netzwerkplayer kommt mehr ohne eine angepasste App für ein Smartphone oder Tablet aus. So hat auch Naim passende Bedienhilfen für Musikauswahl- und Steuerung sowie für die Einstellungen im Programm. Im reduzierten Design - weiße Schrift auf schwarzem Grund - begrüßt einen die App ganz nüchtern. Man benötigt sie direkt bei der Ersteinrichtung. Sie führt den Nutzer durch die Einbindung in das eigene WLAN. Wenn man genau den Anweisungen folgt, funktioniert das ohne Probleme.

Bei der Musikauswahl weiß man eine App auf jeden Fall zu schätzen. Der Mu-so Qb glänzt alleine schon mit Webradio, UPnP/DLNA, USB, Bluetooth, AirPlay, Spotify, Tidal sowie einem Analog- und Digitaleingang. Da ist es praktisch, dass gerade diese Auswahl direkt auf dem Startbildschirm ganz oben steht. Direkt darunter stehen die fünf Presets, und am unteren Rand befindet sich die Musiksteuerung. Hat man mehrere Naim-Player, ist auch eine Multiroom-Steuerung vorgesehen. Eine Steuerungs-App ist besonders wichtig bei der Auswahl der Musik von einem UPnP/DLNA-Server. Während man dies bei AirPlay über iTunes oder die Musik-App auf dem iOS-Gerät erledigt, haben UPnP/DLNA-Server in der Regel keine eigene Steuerung. Nach der Auswahl von UPnP in der App kommt man so auch zur Serverauswahl und dann schließlich zur Auswahl nach Interpret, Album oder Playlisten. Ganz so, wie man es im UPnP/DLNA-Server konfiguriert hat. Analog zu  iTunes und der iOS Musik-App gibt es Wiedergabelisten und selbst zu definierende Abspiellisten.

Ein Gedicht ist das große eingelassene Multifunkunktions-Drehrad mit seiner dezenten Beleuchtung. Die Bedienung ist einfach: Lautstärke durch Drehen bzw. für Wiedergabe/Pause, für Musiksteuerung und Quelle leuchten die entsprechenden Bereiche der Touchoberfläche.
Vergrößern Ein Gedicht ist das große eingelassene Multifunkunktions-Drehrad mit seiner dezenten Beleuchtung. Die Bedienung ist einfach: Lautstärke durch Drehen bzw. für Wiedergabe/Pause, für Musiksteuerung und Quelle leuchten die entsprechenden Bereiche der Touchoberfläche.
© Naim

Überzeugender Klang

Wenn man schon einen Streamingplayer von einem englischen High-End-Hersteller vor sich hat, liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Klang. Die Erwartungen sind entsprechend hoch. Vor einem Jahr hatten wir schon den großen Bruder Mu-so im Test. Kann der kleine Würfel in seine Fußstapfen treten?

Um es vorweg zu nehmen - er kann.

Viel Lautsprecher auf kleinem Raum. Hier hat Naim nicht gespart und neben je zwei Hoch- und Mitteltöner, auch einen Bass sowie zwei Passivmembranen unter gebracht.
Vergrößern Viel Lautsprecher auf kleinem Raum. Hier hat Naim nicht gespart und neben je zwei Hoch- und Mitteltöner, auch einen Bass sowie zwei Passivmembranen unter gebracht.
© Naim

Wir haben den Kleinen mit unterschiedlichen Materialien gefüttert. Von Pop, Rock über Jazz bis Ambient, ebenso schlechte Radiostreams, MP3, AAC wie auch Studiomaster-Dateien mit mehr als 16 Bit und 44 kHz. Ein harte Nuss sind Alben aus den Achtzigern. Für den heutigen Geschmack sind sie etwas schwach abgemischt.  So verwundert es nicht, dass es der kleine Mu-so Qb bei „Sunday Bloody Sunday“ von U2 nicht so richtig rocken lässt. Beim aktuelleren „Songs of Innocence“ beweist er schon eher, dass er auch Rock kann. Wenn man mit den Musikgenres etwas gemäßigter wird, zum Beispiel die toll abgemischte „Touch Yello Deluxe“ von Yello, wird das Lächeln größer. Zugegeben, der kräftige Beat bei „Expert“ ist jetzt nicht das Tiefste, was wir je gehört haben, aber diese Musik mag der Mu-so Qb. Wir haben sogar den Loudness deaktiviert, dann klingt er etwas gelöster und entspannter.

Die Abende werden wärmer, man träumt vom Urlaub in der Karibik. Entspannte Musik wie „The Boy from Ipanema“ lässt einen an den Strand schweben. Das kann der Mu-so Qb richtig toll. Die Interpretation von Diana Krall mit einer Qualität von 96 kHz und 24 Bit wird wunderbar fein aufgelöst, mit der richtigen Portion Schmalz und Wärme, ganz so, wie man es von englischen Verstärkern kennt.

Englischer Lautsprecher und englische Pop-Musik, das muss doch zusammen gehen. Und so ist es auch. Wie füreinander gemacht zeigen sich beispielsweise New Order oder Depeche Mode (DM) und der Lautsprecher. Bei der „Live in Berlin“ von DM sorgen die nach außen gerichteten Passivmembranen für eine schöne Live-Atmosphäre. Und auch das letzte Album „Music Complete“ zeigt, mit welcher Spielfreude New Order zu Werke gehen.

Fazit

Die App macht es einem am Anfang nicht leicht, den Mu-so Qb in den Griff zu bekommen. Das Design ist so auf das Minimum reduziert, dass einem manchmal die Orientierung schwer fällt und man zum Beispiel nicht mehr sieht, wie man das Menü wechselt. Das hat der Mitbewerber von der Insel besser gelöst. Beim Design zu sehr die Funktion zu vernachlässigen, ist leider ein nicht selten anzutreffendes Ärgernis. Nach einiger Zeit funktioniert die Bedienung aber dennoch ganz gut. Am Gerät selbst ist das smooth laufende Drehrad einfach ein Gedicht, nur zu schade, dass man meistens aus der Ferne die Lautstärke ändert.

Bei einem High-End-Hersteller mit einem Gerät für knapp 900,- Euro schaut man natürlich ganz genau auf den Klang. Sein geringes Volumen lässt sich nicht weg diskutieren, hohe Lautstärken bestraft er mit einem etwas aggressiven Klang. Für eine Party ist er schon mal nicht geeignet. Ehrlicherweise ist er dafür auch nicht gemacht. Als Einzellautsprecher ist er auch eher eine Punktschallquelle als ein perfekter Stereolautsprecher. In einem kleinen Raum kann er diesen aber wunderbar mit Musik füllen, weil die Lautsprecher im Gehäuse angewinkelt sind. Entspanntes Musikhören ist dann garantiert. Wer mehr möchte, ist mit dem größeren Mu-so perfekt bedient. Wenn einen Adele mit voller Stimme ein Hello zuruft, merkt man, was für ein toller Lautsprecher er ist.

 

Mu-so QB

Hersteller:

Naim

Preis:

900,- €

Note:

1,4 sehr gut

Leistung (50%)

1,2

Ausstattung (20%)

1,1

Handhabung (20%)

1,4

Stromverbrauch (10%)

1,4

Vorzüge:

Exzellenter Klang, sehr wertig, Highres-Audio, alle wichtigen Quellen an Bord, Bluetooth mit aptX

Nachteile:

iOS-App mit kleinen Schwächen, hoher Preis

Alternativen:

Mu-so Qb, T+A Caruso, Beoplay A6, Cambridge Audio Minx Xi, Raumfeld Sounddeck

Stromverbrauch:

Ein 13,6W, Standby 4,2W, Aus 0,4W

Ausstattung:

Quellen: Bluetooth aptX, Airplay, UPnP, Webradio, Digital-/Analogeingang, USB, Spotify Connect, Tidal; Technische Daten: 3-Wege Stereo, 300W Class-D Verstärker.

 

 

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