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NEC Spectraview Reference 302, Profi-Display im Test

26.03.2014 | 15:54 Uhr |

NEC bietet mit dem Spectraview Reference 302 das derzeit einzige 30-Zoll-Hardware-kalibrierbare TFT-Display mit erweitertem Farbraum an. Der Preis von 3100 Euro ist selbstbewusst. Aber ist es auch das ultimative Display?

Mit dem NEC Spectraview Reference 302 hat NEC sein einstiges Top-Modell (Spectraview Reference 301) erneuert. Das Hardware-kalibrierbare 30-Zoll-Display besitzt nun ein AH-IPS-Panel mit GB-r-LED-Hintergrundbeleuchtung. Es richtet sich an professionelle Anwender aus den Bereichen Foto, Druckvorstufe und Film, da es quasi auf alle gängigen Arbeitsfarbräume wie sRGB , Adobe RGB , ECI-RGB 2.0, REC 709 und DCI kalibriert werden kann. Das gelingt mit der beiliegenden Kalibrations-Software Spectraview Profiler 5 und einem optional erhältlichen Messsensor. Mit einem Straßenpreis von etwa 3100 Euro richtet sich der Spectraview an weniger preissensible Anwender.

Der Bildschirm beherbergt ein 29,8 Zoll großes AH-IPS-Panel mit einer Auflösung von 2560 mal 1600 Pixel (101 dpi) im Format 16:10. Das Wide-Gamut-Panel ist auf Adobe RGB optimiert (Größe: 108,6%, Abdeckung 99,3%). Trotz seiner Größe ist das Display ausgesprochen blickwinkelstabil (178° H/V). Aller Mode zum Trotz besitzt es eine matte Oberfläche und wird professionellen Ansprüchen somit gerecht. Es kann gedreht, geneigt und in der Höhe verstellt werden – selbst hinunter bis zum Fuß.

Über DVI, HDMI oder Mini- Displayport wird der Spectraview an den Mac angeschlossen. Dank eines USB-Hubs mit zwei Upstreams kann der Monitor an zwei Rechner gleichzeitig angeschlossen werden. 60 Monate Garantie inklusive Vor-Ort-Service sowie eine Sichtschutzblende für professionelle Anwendungen komplettieren die üppige Ausstattung.

Inbetriebnahme

Der Monitor ist dank seiner hervorragenden ergonomischen Eigenschaften schnell an die Bedingungen des Arbeitsplatzes angepasst. Er besitzt fünf Bildschirmvoreinstellungen (Adobe RGB, sRGB, High Brightness, volle Farben, DCI), die jedoch in unkalibriertem Zustand nur Näherungswerte vor allem bei der Farbtemperatur liefern. Mit der beiliegenden Kalibrier-Software greift der Anwender auf die Presets Softproof, Fotografie (Indoor/Outdoor), Webdesign und Druckvorstufe zu. Zudem lassen sich die Parameter Farbtemperatur, Tonwertkurve und Leuchtdichte/Kontrast individuell anpassen. Die Software unterstützt quasi alle gängigen Messsensoren, von i1 Pro/Display von X-Rite über den Diskus bis hin zum Spyder von Datacolor. Die Kalibrierung dauert etwa 12 Minuten. Nach Abschluss wird ein ICC-Profil geschrieben und eine Validierung durchgeführt.

Testergebnisse

Den frisch kalibrierten Spectraview überprüfen wir mit dem Analyse-Tool UDACT 2.0 und einem i1 Pro von Xrite. Als Ziel definieren wir Adobe RGB. Die Zielparameter werden allesamt innerhalb der strengen, vom UDACT gesetzten Grenzen erreicht. So liegt die Abweichung der Farbtemperatur vom Ziel (6500K) bei nur 0,5 Delta E. Die Graubalance ist ausgesprochen homogen. Als durchschnittliche Farbdrift messen wir lediglich 0,24 Delta C. Dank Hardware-Kalibrierung gehen keine Tonwerte verloren. Sowohl sRGB als auch Adobe RGB kann der Spectraview vollumfänglich abbilden. Das Gleiche gilt für HDTV (PAL). DCI jedoch, der Farbraum für digitales Kino, liegt etwas außerhalb des momentan Machbaren.

Farbraumvergleich: Rot=Adobe RGB; Grün=sRGB; Blau=NEC Spectraview Reference 302; Gelb=HDTV; Magenta=DCI
Vergrößern Farbraumvergleich: Rot=Adobe RGB; Grün=sRGB; Blau=NEC Spectraview Reference 302; Gelb=HDTV; Magenta=DCI

Der Stromverbrauch des Spectraview liegt trotz LED-Hintergrundbeleuchtung auf zu hohem Niveau. So messen wir ausgeschaltet 1,9 Watt und im Standby 2,4 Watt. Die Leistungsaufnahme im Betrieb hängt von der Bildschirmhelligkeit und dem gewählten Energiesparmodus ab. Bei 150 cd/qm sind es etwa 55,8 Watt und bei voll aufgedrehter Helligkeit 79,9 Watt. Einen separaten Ein-Aus-Schalter besitzt das Gerät bedauerlicherweise nicht.

Empfehlung

Der Spectraview Reference 302 gehört zu den besten Monitoren am Markt. Er ist umfangreich ausgestattet und mit den edelsten Komponenten bestückt, die es derzeit am Panel-Markt gibt. So kann er quasi jeden Arbeitfarbraum darstellen. Lediglich DCI stellt ihn vor Probleme. All das kann allerdings auch der 27 Zöller CG276 von Eizo. Dieser kostet jedoch knapp 1000 Euro weniger.

NEC Spectraview Reference 302

Hersteller: NEC

Preis: € 3100, CHF 3769

Note: 1,1 sehr gut

Leistung (40 %) 1,0

Ausstattung (30 %) 1,0

Handhabung (20 %) 1,1

Ergonomie/Verbrauch (10 %) 1,5

Vorzüge: Sehr großer Farbraum, sehr genaue Kalibrierung, gute Ausstattung

Nachteile: vergleichsweise hoher Stromverbrauch, hoher Preis

Alternative: Eizo CG276

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