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NTFS for Mac 14: Windows-Medien unter El Capitan

04.04.2016 | 09:32 Uhr |

Der NTFS-Treiber NTFS for Mac ist mit El Capitan kompatibel und bietet neue Funktionen, für die sich Profis begeistern.

Für erfahrene Mac-Anwender ist es Alltag: Man kauft einen preiswerten USB-Stick oder externe Festplatte und muss das Gerät in das Mac-Format HFS umformatieren. In der Windows-Welt ist das Festplattenformat NTFS der Standard, ein Format, auf das der Mac nur lesend zugreifen kann. Nicht immer kommt man als Mac-Anwender aber um das mit Windows NT eingeführte Dateiformat herum. So erhält man von Kollegen immer öfter USB-Sticks in diesem Format und manche Medienplayer bestehen auf das System  NTFS. Damit man vom Mac aber Daten auf ein solches Medium kopieren kann, ist Software wie Paragon NTFS for Mac erforderlich. Der Festplattentreiber integriert sich ins System, über eine Systemeinstellung kann man ihn ein- und ausschalten. Das Formatieren eines USB-Sticks oder einer Festplatte ist ebenfalls über die Systemeinstellung möglich.

NTFS for Mac ist nicht der einzige NTFS-Treiber für den Mac. Profis können zur Freeware Mounty von Uwe Hollatz greifen, die NTFS-Medien über eine Systemfunktion im Finder mountet. Kostenlos gibt es von Tuxera mit NTFS-3G eine relativ alte Open-Source-Version ihres NTFS-Treibers, der aber nur eine mäßige Performance bietet. Schnelle Datentransfers bietet erst die kommerzielle Version, die für 25 Euro zu haben ist.

Für 5 Euro weniger bekommt man aber auch den bewährten Treiber von Paragon, der in der aktuellen Version El Capitan unterstützt. Wichtigste Änderung unter OS X 10.11: Vor der Einführung des neuen Festplattendienstprogramms konnte man die wichtigsten Funktionen über Apples Utility aufrufen. Nun muss die Systemeinstellung Funktionen für Löschen, Partitionieren und weitere Optionen bereitstellen.

Die aktuelle Version unterstützt auch Partitionen.
Vergrößern Die aktuelle Version unterstützt auch Partitionen.

NTFS for Mac 14 unterstützt die Partitionierung

Ebenfalls neu in NTFS for Mac 14 ist die Unterstützung von Partitionen. Erstmals kann man unter OS X einzelne Partitionen als NTFS-Partition formatieren sowie überprüfen und reparieren – etwa die Bootcamp-Partition auf Fehler überprüfen. Unterstützt werden laut Paragon alle NTFS-Versionen inklusive der von Windows 10, ebenso komprimierte Dateien und Ordner (eine praktische Spezialfunktion von NTFS zum Platzsparen) sowie Sparse-Dateien und Sicherheitsfreigaben. Alle Funktionen stehen per Systemeinstellung zur Verfügung, Profis können es außerdem per Kommandozeile nutzen. Stärke des Paragon-Treibers ist die Zuverlässigkeit und gute Performance, die unsere Tests bestätigen. Beim Datentransfer können wir so gut wie keine Unterschiede zu Medien im Format HFS messen: Beim Transfer auf eine schnelle SD-Speicherkarte messen wir nach der Formatierung ins Format NTFS die identische Schreibrate von 63 MB/s, beim Lesen sinkt die Datenrate von 85 MB/s auf 82 MB/s.  (Gemessen mit Black Magic Disk Speed).

Ein altes Problem besteht in der aktuellen Version weiter: Nutzer von Bootcamp können nach der Paragon-Installation ihre Windows-Partition nicht mehr als Startvolume auswählen. Dies ist aber über die Systemeinstellung von Paragon möglich. Tipp: Einige Festplattenhersteller wie Seagate bieten eine Spezialversion des Paragon-Tools als Download an, allerdings ist der Treiber nur mit Seagate-Festplatten kompatibel.

Unsere Empfehlung

Beim Datentausch mit anderen Plattformen ist NTFS for Mac eine nützliche Erweiterung  –  vor allem für professionelle Anwender ist die Lösung zu empfehlen.

Paragon NTFS for Mac

Preis: Euro 20

Note: 1,9 gut

Leistung (50%)   1,5

Ausstattung (30%)  2,0

Bedienung (10%)    2,0

Dokumentation (10%)    3,0

Vorzüge: Guter Funktionsumfang, gute Performance

Nachteile: Knappe Dokumentation

Alternativen: Tuxera NTFS, NTFS 3G, Mounty

Ab OS X 10.8

Paragon Software

www.paragon-software.com

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