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Macbook Air 11 Zoll und 13 Zoll im Test

Macbook Air 2015 im Test

01.04.2015 | 12:56 Uhr |

Die neuen Broadwell-Chips bringen kaum messbare Unterschiede. Was sich bei den Macbook Air geändert hat.

Die Neuerungen im Macbook Air der Generation 2015 beschränken sich auf den Einsatz der neuesten Intel-CPUs. Diese CPU-Generation nennt Intel „Broadwell“. Die Chips sind eine Weiterentwicklung von „Haswell“, die Intel Anfang 2014 vorstellte. Die wesentliche Veränderung ist der neue Fertigungsprozess mit 14 Nanometer Strukturbreite (Haswell: 22 Nanometer). Dadurch werden die Chips kleiner, sollen weniger Strom brauchen und kühler bleiben. Nach dem 13-Zoll Macbook Pro mit Retina Display, das Apple im März vorgestellt hatte (siehe Test in Macwelt 5/2015, Seite 70) sind die Macbook-Air-Modelle nun die nächsten Macs, die mit Broadwell-Chips ausgerüstet werden. Man kann davon ausgehen, dass Apple bis Jahresende 2015 alle Macs auf die neue Technik umrüsten wird. 

Fünf Gründe für ein Macbook Air

Macbook Air und iPad Air 2 buhlen beinahe in der gleichen Preiskategorie um die Kundschaft - zumindest die teureren iPad-Modelle mit den 11-Zöllern des Macbook Air. Wir haben fünf Gründe gesammelt, die bei der Kaufentscheidung für das Macbook Air sprechen . Dabei spielt nicht nur die Tastatur eine Rolle, sondern auch Software und WLAN-Tauglichkeit.

CPU-Speed

In diesen Tests geht es um die reinen Leistungswerte der CPU. Wir nutzen hier sowohl synthetische Benchmarks, wie Geekbench 3, aber auch praxisnahe Tests, wie 3D-Rendering in Cinema 4D, MP3-Kodierung in iTunes oder auch Final Cut Pro X, bei dem wir ein Video mit einigen Effekten durchrechnen lassen.

Das Bild der meisten dieser Tests ist ziemlich eindeutig: Es gibt kaum Änderungen gegenüber der Vorgängerversionen vom April 2014 (die hatten den damals neuen Haswell-Chip und 200 MHz weniger Taktfrequenz). In sehr rechenaufwendigen Anwendungen (3D-Rendering, Final Cut Pro X, Garageband) hat der neue Chip die Nase leicht vorn. In anderen Bereichen, beispielsweise beim MP3-Kodieren in iTunes oder beim Video-Kodieren in das Format MPEG 2 (iDVD) sind die neuen Chips sogar einen Hauch langsamer. Insgesamt liegen sie trotz 200 MHz höherer Taktfrequenz ziemlich genau auf dem Niveau der Vorgängergeneration. Hier hatten wir uns schon ein wenig mehr erhofft.

Tests Macbook und Macbook Pro

Zeitgleich mit den Macbook Air hat Apple auch das Macbook Pro 13 Zoll aktualisiert und das neue Macbook herausgebracht. Lediglich das Macbook Pro 15 Zoll harrt noch einer Überarbeitung, die Apple womöglich zur WWDC im Juni vornimmt.

Hier finden Sie die Tests der anderen aktuellen Macbooks:

Macbook 12 Zoll Retina

Macbook Pro 13 Zoll (2015)

Macbook Pro 15 Zoll (2014)

Grafik-Speed

Intel hat den integrierten Grafikprozessor der Broadwell-Architektur ebenfalls ein wenig überarbeitet. Im Macbook Air hört der Chip auf den Namen HD Graphics 6000. Die Grafikeinheit ist in unseren Tests insgesamt einen Hauch schneller als das Pendant im Haswell-Chip. Aber auch hier sind die Unterschiede nicht besonders groß. In manchem Test erreicht er sogar etwas weniger Bilder pro Sekunde. Unsere Praxis-Benchmarks mit den Spielen Batman Arkham City und Portal 2 liefern leicht bessere Werte. Portal 2 zeigt bei nativer Auflösung (11-Zoll Macbook Air: 1366 x 768 Pixel) mit voller Qualitätseinstellung 36 Bilder pro Sekunde. Damit ist das Spiel gut spielbar. Batman verlangt mehr Leistung, hier sinkt die Bildrate (ebenfalls bei voller Qualität) auf nur noch 27 Bilder pro Sekunde, das ruckelt dann schon sichtbar. Hier sollte man die Qualitätseinstellungen etwas reduzieren. Beim 13-Zoll-Modell liegen die Grafikwerte meist noch etwas niedriger, weil die Auflösung (1440 x 900 Pixel) höher ist. Hier muss der Intel-Chip also noch mehr Pixel auf den Bildschirm schaufeln.

Cool: 4K-Monitore lassen sich jetzt mit 60 Hz ansteuern.

Einen netten Nebeneffekt des neu­en Grafikchips finden wir erst im praktischen Test heraus: Schließt man per Displayport einen 4K-Monitor an, wird dieser direkt mit 60 Hz Bildfrequenz angesteuert. Das Vorgängermodell konnte hier nur ruckelige 30 Hz erzeugen.

Schnellere SSDs

Alle Macbook-Air-Modelle sind mit schnellen Flash-Speicher-Modulen ausgerüstet. Man erhält sie mit 128 oder 256 Gigabyte Kapazität. Optional gegen 300 Euro Aufpreis kann man sich auch ein Modul mit 512 Gigabyte einbauen lassen. Allerdings muss man dazu im Online-Store bestellen und bereits das 256er-Modell als Basis auswählen.

Das Flash-Modul ist intern über den schnellen PCI-Express-Bus angebunden, die Datenraten liegen allein deswegen schon deutlich über denen von Notebooks, die intern noch mit SATA-Schnittstellen arbeiten. Dennoch will Apple nach eigenen Angaben die Geschwindigkeit der SSD-Module noch einmal drastisch erhöht haben. Und das stimmt: Im Test messen wir beim 13-Zoll-Modell über ein Gigabyte pro Sekunde. Das ist fast doppelt so schnell wie beim Vorgänger. Obwohl unser 11-Zoll-Modell ebenfalls mit dem 128-GB-SSD-Modul ausgestattet ist, liefert es deutlich geringere Datenraten. Erst ein Blick in die Innereien zeigt, dass sich die Module technisch deutlich unterscheiden. Beim 13-Zoll Macbook Air verwendet Apple ein Modul mit Samsung-Controller, im 11-Zoll-Modell stammt der SSD-Controller hingegen von Sandisk. Die Samsung-Module sind offensichtlich deutlich leistungsfähiger.

In der Praxis haben die schnelleren SSD-Module jedoch nur eine geringe Auswirkung. Die System-Boot- und die Startzeiten von Programmen ändern sich gegenüber den Vorgängermodellen kaum. Der Grund dafür: Für diese Bereiche ist die Zugriffszeit wesentlich wichtiger, als die maximale Übertragungsrate. Und in den Zugriffszeiten haben die neuen Module keine Verbesserung gebracht. Besonders die Boot-Zeiten sind sogar noch etwas länger geworden, was allerdings an OS X 10.10 Yosemite liegt, die Vorgänger durchliefen unser Testcenter noch mit OS X 10.9 Mavericks.

Akkulaufzeit

Der neue Broadwell-Chip i5-4260U soll etwas sparsamer sein und in unserem Test über die Akkulaufzeit bestätigt sich diese Annahme, teilweise sogar eindrucksvoll. Im Worst-Case-Szenario spielt das Macbook Air einen MP4-Filma ab, bei voll eingestellter Display-Helligkeit und aktiviertem Bluetooth und WLAN-Modul. Erst nach 6:34 Std:Min schaltet sich das 11-Zoll-Modell ab. Das sind gut 35 Minuten mehr als beim Vorgänger – ein erstaunliches Ergebnis. Das 13-Zoll-Modell macht es noch besser, es hat einen größeren Akku. Hier gehen erst nach knapp zehn Stunden und 50 Minuten die Lichter aus. Fast zwei Stunden mehr als beim Vorgänger.

Noch einmal bessere Laufzeiten liefern beide Modell im praxisnahmen Surf-Test. Hier stellen wir die Helligkeit auf 50 Prozent ein und rufen beliebte Webseiten per WLAN auf. Diese Aufgabe erledigt das 11-Zoll-Modell über 14 Stunden lang, bevor ihm der Strom ausgeht. Das 13-Zoll Macbook Air übertrifft hier mit 19 Stunden und 22 Minuten seinen direkten Vorgänger um vier Minuten.

Geräuschentwicklung

Im normalen Betrieb bleiben die neuen Macbook Air, wie alle mobilen Macs quasi unhörbar. Sobald aber CPU und/oder Grafikeinheit etwas zu tun bekommen, werden beide Modelle in relativ kurzer Zeit deutlich hörbar. Vor allem bei den Spiele-Benchmarks drehen die internen Lüfter nach wenigen Minuten ordentlich auf. Beide Macbooks rauschen dann gut hörbar mit 2,1 bis 2,5 Sone vor sich hin. Bei normalen Büroanwendungen oder nur kurzzeitiger Belastung merkt man davon allerdings nichts. Lange Berechnungen sollte man jedoch vermeiden, sonst nervt der Lüfter.

Displays

An den integrierten Monitoren hat Apple nichts verändert. Die Bilddarstellung ist hell und auch unter Tageslichtbedingungen noch prima erkennbar, die Farben leuchten brillant und das Bild ist ausreichend scharf. Allerdings: Im Vergleich zu den Retina-Displays der Macbook-Pro-Modelle ist der Unterschied gewaltig. Nicht nur in punkto Auflösung, vor allem auch beim Blickwinkel sind die Bildschirme der Macbook-Air-Modelle deutlich unterlegen. Apple sollte sich hier schnellstens von der veralteten TN-Technologie verabschieden und endlich auch hier IPS-Panels einbauen, die wesentlich bessere Farbstabilität bieten.

Kaufempfehlung und Fazit

Die neuen Intel-Chips bringen von der Leistung her kaum Verbesserungen. Die Akkulaufzeit kann aber teilweise deutlich profitieren.

Konkret heißt das: Wer bereits ein Modell aus der Vorgängergeneration oder aus dem Jahre 2013 hat, der kann sich weiterhin gemütlich zurücklehnen und auf die nächste Generation warten, ein Neukauf ist hier noch nicht nötig. Wer ein noch älteres Macbook-Air-Modell sein eigen nennt, sollte sich die aktuellen Versionen ruhig einmal genauer ansehen. Besonders wenn es um längere Batterielaufzeiten geht.       

Vorzüge: Weiter verbesserte Akkulaufzeit

Nachteile: Displays nicht mehr zeitgemäß, hoher Preis

Einsteiger: Macbook Air 11 Zoll

Profis: Macbook Air 13 Zoll

Modell

Macbook Air 11 Zoll 1,6 GHz

Macbook Air 13 Zoll 1,6 GHz

Preis

 € 999, CHF 979

 € 1099, CHF 1079

Vorzüge

Extrem klein und leicht, lange Akkulaufzeit, brauchbare CPU/Grafikleistung

  Klein und leicht, sehr lange Akkulaufzeit, brauchbare CPU/Grafikleistung  

Nachteile

Display nicht mehr zeitgemäß, wird unter Last laut, hoher Preis

Display nicht mehr zeitgemäß, wird unter Last laut, hoher Preis

Technische Angaben

Display

11,6 Zoll LED-Backlight

13,3 Zoll LED-Backlight

Auflösung

1366 x 768 Pixel

1440 x 900 Pixel

Prozessor

1,6 GHz Intel Dual Core i5 (optional 2,2 GHz Dual Core i7)

1,6 GHz Intel Dual Core i5 (optional 2,2 GHz Dual Core i7)

CPU-Takt

2x 1,6 GHz (Turbo-Boost bis 2,7 GHz)

2x 1,6 GHz (Turbo-Boost bis 2,7 GHz)

Cache

3 MB shared Level 3

3 MB shared Level 3

Systembus

1600 MHz

1600 MHz

Arbeitsspeicher

4 GB 1600 MHz LPDDR3 (optional 8 GB)

4 GB 1600 MHz LPDDR3 (optional 8 GB)

Grafikchip

Intel HD Graphics 6000

Intel HD Graphics 6000

Videospeicher

Verwendet RAM, max. 1,5 GB

Verwendet RAM, max. 1,5 GB

Interner Speicher

128 GB Flash-Speicher/PCIe

128 GB Flash-Speicher/PCIe

Drahtlos

802.11ac Wi-Fi, Bluetooth 4.0

802.11ac Wi-Fi, Bluetooth 4.0

Externe Anschlüsse

1x Thunderbolt 2, 2x USB 3.0, Kopfhöreranschluss

1x Thunderbolt 2, 2x USB 3.0, SDXC Kopfhöreranschluss

Trackpad

Multitouch-Trackpad

Multitouch-Trackpad

Integrierter Lithium-Polymer-Akku

38 Wh, bis zu 9 Stunden Laufzeit, 10 Stunden bei iTunes-Video-Wiedergabe

  54 Wh, bis zu 12 Stunden Laufzeit, 12 Stunden bei iTunes-Video-Wiedergabe  

Größe (B x H x T) cm

30 x 1,7 x 19,2

32,5 x 1,7 x 22,7

Gewicht

1,08 kg

1,35 kg

Sonstiges

Stereolautsprecher, 2 Mikrofone, 720p Kamera, beleuchtete Tastatur, Magsafe-Ladegerät

Stereolautsprecher, 2 Mikrofone, 720p Kamera, beleuchtete Tastatur, Magsafe-Ladegerät

Gesamtnote

2,4 - gut

2,3 Note - gut

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