1833901

iMac 2013: Schnelle Grafik, flottes WLAN, überzeugendes Fusion Drive

02.10.2013 | 10:26 Uhr |

Die neuen iMacs überzeugen vor allem bei der Grafikleistung, die CPU ist nur wenig schneller geworden. Aber nur mit Fusion Drive können die iMac-Modelle von 2013 wirklich glänzen. Indes konnten wir verifizieren, dass WLAN nach 802.11ac unter OS-X 10.85 in der Tat schneller ist.

Während Apple im Vorjahr die iMacs noch auf einem Event im Oktober ausführlich zeigte und den neuen Formfaktor mit flacherem Bildschirm und ohne optisches Laufwerk erklärte, bekommen 2013 die kompakten Desktop-Recher lediglich ein Upgrade, das eine einfache Pressemitteilung füllte. Dabei haben es aber die iMacs in sich: Apple setzt auf die jüngste Prozessorgeneration von Intel mit dem Codenamen Haswell. Das kleinste der Modelle profitiert dabei vom integrierten Grafikchip, während die drei anderen Konfigurationen mit diskreter GPU von Nvidia aufwarten. Gemeinsam ist den neuen iMacs PCIe-Flash-Storage, Thunderbolt 2 hingegen wird dem neuen Mac Pro vorbehalten sein, der später in diesem Jahr auf den Markt kommen wird.

Drei der neuen Modelle haben unser Testcenter erreicht, wir konnten uns einen ersten Eindruck verschaffen:

Geschwindigkeit CPU: Von der CPU her sind die neuen iMacs kaum schneller als die direkten Vorgänger geworden. Im Mittel messen wir zwischen 3 und 5 Prozent mehr Rechenleistung. Das war im Hinblick auf die Tests der aktuellen Macbook Air Modelle allerdings schon zu erwarten.

Kurzfazit: "naja"

Geschwindigkeit Grafik: Hier tut sich mehr. Im 21,5-Zoll Modell werkelt erstmals der integrierte Grafikchip Iris Pro von Intel. Er kommt zwar nicht an die diskreten Grafik-Prozessoren von Nvidia heran, liefert aber eine akzeptable Leistung. Sogar das komplexe 3D-Spiel Portal 2 läuft in voller HD-Auflösung flüssig und ohne spürbare Ruckler mit über 40 Bildern pro Sekunde. Noch wesentlich besser liegt hier der High-End-Grafikchip im 27-Zoll-Ultimate-Modell. Selbst in voller Auflösung (2560 mal 1440) und höchter Qualitätseinstellung liegt die Bildrate in Portal 2 hier bei knapp 120 fps. Um diesen Grafikchip in die Knie zu zwingen, müssen wir uns was Neues einfallen lassen und das haben wir:

Benchmark in Batman bei voller, Hier kommt auch der ultimative iMac leicht ins Schwitzen
Vergrößern Benchmark in Batman bei voller, Hier kommt auch der ultimative iMac leicht ins Schwitzen

Das aktuelle Spiel "Batman Arkham City" basiert auf der neuesten Unreal-Engine. Zudem bietet es einen integrierten Benchmark-Modus, der ist praktisch. Wir testen alle neuen Macs mit diesem Benchmark in den besten Qualitätseinstellungen und in zwei verschiedenen Auflösungen. Einmal in 1280 mal 960 (um für alle Macs einen einheitlichen Vergleich zu bekommen) und einmal in der jeweiligen vollen nativen Auflösung. Beim 21,5-Zoll-iMac sind das 1920 mal 1080, bei den 27-Zöllern satte 2560 mal 1440 Pixel. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Während die Intel-Iris-Pro-Grafik in der 1280er-Auflösung noch ganz gut mit durchschnittlich 59 Bildern pro Sekunde mithalten kann, sackt die Bildrate in nativer Auflösung auf 36 Bilder pro Sekunde ab. Das Spiel ist hier zwar immer noch spielbar, man merkt aber in bestimmten Szenen deutliches Ruckeln. Etwas besser macht es der diskrete Grafikchips Geforce GT755M im 27-Zoll-Einstiegsmodell. Dieser Mac bringt in der 1280er-Auflösung ruckelfreie 73 Bilder pro Sekunde auf den Schirm. In der nativen Auflösung aber nur noch 33 Bilder pro Sekunde (wegen der höheren Pixelzahl ist das weniger als beim 21,5-Zoll-Modell). Erwartungsgemäß schneidet die Ultimate-Version des 27-Zoll-iMac hier am besten ab. Der High-End-Grafikchip Geforce GT780M schaufelt 87 Bilder pro Sekunde in der 1280er-Auflösung auf den Schirm. Bei voller Auflösung muss aber auch er schon schuften, wir messen 62 Bilder pro Sekunde. Das ist allerdings immer noch flüssig und macht in allen Situationen richtig viel Spaß!

Knapp eine Woche nach dem Highend-Modell des neuen iMac bekommen wir auch die Nummer Zwei in der Liste: das 27-Zoll-Modell mit 3,4-GHz-i5-CPU und dem Grafikchip Nvidia Geforce GTX 755M. Hier überrascht uns der Grafikchips, der in allen Tests nur wenig hinter dem Top-Modell zurück liegt. Wer Geld sparen will, ist mit diesem iMac also durchaus gut beraten.

Kurzfazit "klasse"

Stromverbrauch: Die Haswell-Architektur soll weniger Strom bei gleicher Leistung brauchen. Das können wir bei den neuen iMacs nur teilweise bestätigen. Unter normalen Bedingungen ohne Last und unter Volllast aller CPU-Kerne liegen die neuen Modelle in etwa gleichauf oder nur wenig unter den iMacs aus dem Vorjahr. Eine Ausnahme bildet das Ultimate-Modell mit 3,5 GHz Takt. Hier ligt der Verbrauch sogar etwas höher als beim Ultimate-Modell aus dem Vorjahr, das allerdings auch "nur" mit 3,4 GHz Takt lief.

Kurzfazit: "nix Neues"

Festplatte/Fusion Drive: Dank schnellerer Anbindung an den Flash-Speicherbereich startet ein iMac mt Fusion Drive nun noch etwas schneller. In 15 Sekunden ist der 27-Zoll-iMac vom Druck auf den Einschaltknopf im Finder gelandet und bereit für die Arbeit. Das ist sogar noch eine Sekunde schneller als das Vormodell. Dieser Unterschied ist aber kaum spürbar, ganz im Gegenteil zu den iMacs, die rein mit magnetischen Festplatten ausgestattet sind. Hier muss man mehr als doppelt so lange warten. Besonders der 21,5-Zoll iMac fühlt sich zäh an, nicht nur beim Starten des Systems, auch in der täglichen Arbeit wartet man immer ein paar Sekundebruchteile nach einem Mausklick, bis etwas passiert, das nervt! Wer ein Fusion Drive oder ein reines Flash-Laufwerk gewohnt ist, wird hier oftmals die Augen verdrehen.

Kurzfazit: "Fusion Drive: top! - Festplatten: gähn!"

Wlan-Datendurchsatz: Die neuen iMacs kommen nun mit einem schnelleren Wlan-Chip. Obwohl eine drahtlose Verbindung bei einem stationären Computer nicht so wichtig ist, wie bei einem Notebook, messen wir die Wlan-Datenraten. Der Grund: Apple hatte bislang einige Probleme mit dem neuen Wlan-Chip , vor allem, wenn er Verbindungen zu Routern von Drittherstellern aufbauen sollte. Das hatten wir bereits im Juli beim Test der aktuellen Macbook Air Modelle festgestellt.

Wlan-Transferrate mit 802.11ac, Gegenstelle ist ein Asus Router RT-AC66U
Vergrößern Wlan-Transferrate mit 802.11ac, Gegenstelle ist ein Asus Router RT-AC66U

Doch Apple hat daran gearbeitet. Mit dem Update auf OS X 10.8.5 soll sich die Wlan-Transferrate über den Wlan-Standard 802.11ac deutlich verbessert haben. Wir testen das mit den aktuellen iMacs aber ansonsten identischen Bedingungen (Gegenstelle ist ein Asus RT-AC66U) zum Test aus dem Juli nach. Tatsächlich: Die Datenrate stiegt deutlich von den damals gemessenen 10 bis 20 MB/s auf knapp 60 MB/s, sowohl beim Lesen, als auch beim Schreiben. Auch wenn das immer noch nicht an die verprochenen 1,3 Gigabit pro Sekunde heranreicht, das ist jetzt ein tolles Ergebniss! Noch besser wird es, wenn man als Gegenstelle eine aktuelle Airport Extreme Basisstation oder Time Capsule nimmt. Hier messen wir Werte von 62 MB/s beim Lesen und über 70 MB/s beim Schreiben. Apple hat also auch in Verbindung mit den eigenen Basisstationen kräftig nachgebessert. Zwar kommen die Werte auch hier nicht an ein kabelgebundenes Gigabt-Ethernet heran (das bringt gut 100 MB/s) aber in der einen oder anderen häuslichen Situation kann man sich mit den neuen iMacs und einem passenden Wlan-Router durchaus mal die Verkabelung mit Ethernet ersparen.

Kurzfazit: "endlich rennt's!"

0 Kommentare zu diesem Artikel
1833901