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iPhone 4S im Test

18.10.2011 | 14:29 Uhr |

Außen bleibt fast alles beim Alten, doch im Inneren ist beim iPhone 4S kräftig modernisiert worden

Von Frust, dass es doch kein iPhone 5 gab, war beim Verkaufsstart nichts zu spüren: Die Bilder von langen Schlangen vor den Apple Stores glichen denen beim Verkaufsstart früherer Modelle und Apple registrierte in den ersten 24 Stunden nach Verkaufsstart bereits über eine Million Vorbestellungen. Das waren rund 400.000 mehr als vor über einem Jahr beim iPhone 4.

Apple hat zudem ein iPhone-Portfolio geschnürt, das es in diesem Umfang noch nicht gegeben hat: Neben dem iPhone 4S mit Speichergrößen von 16, 32 und 64 GB behält Apple sowohl den Vorgänger iPhone 4 wie auch den Vor-Vorgänger iPhone 3GS im Programm. Beide Modelle gibt es nur mit acht Gigabyte Speicher und zu vergleichsweise günstigen Preisen von 519 Euro beziehungsweise 369 Euro. Während es übrigens das iPhone 4S in Deutschland schon ab 14. Oktober zu kaufen gibt, muss man sich in der Schweiz und in Österreich bis zum 28. Oktober gedulden.

Sprachgesteuerter Assistent Siri

Die spektakulärste Neuerung des iPhone 4S heißt Siri und sollte alle trösten, die ein iPhone 5 ersehnt hatten. Innerhalb kürzester Zeit kursierten zahlreiche Videos im Internet, die zeigen, wie der Sprachassistent Siri in der Praxis arbeitet. Damit Siri funktionieren kann, benötigt das iPhone 4S einen Internet-Zugang. Darüber sendet es Sprachbefehle an ein Rechenzentrum von Apple, in dem die Spracheingabe analysiert und die entsprechende Antwort beziehungsweise der entsprechende Befehl an das iPhone 4S zurückgesendet wird. Google hat mit Voice Actions einen ganz ähnlichen Dienst für Android-Smartphones im Angebot und auch hier werden alle Informationen im Internet verarbeitet.

Was Siri von Google Voice Actions abhebt, ist die Tatsache, dass der Apple-Dienst mit einer Stimme und in menschlicher Form antwortet. Selbst auf nicht ganz ernst gemeinte Fragen wie "Was ist der Sinn des Lebens?" hat Siri in begrenztem Umfang Antworten parat, die von einem schlichten "42" (Douglas Adams lässt grüßen) bis hin zu "Über Fragen wie diese nachzudenken" reichen. Heiratsanträge lehnt Siri eloquent ab.

Um Siri zu aktivieren, hält man einige Zeit die Home-Taste gedrückt. Auf diese Art hat man schon am iPhone 4 die Sprachsteuerung aktiviert, die im Vergleich zu Siri nur sehr rudimentäre Funktionen bietet. Der Funktionsumfang von Siri ist in der deutschen Fassung nicht so umfangreich wie in der englischen Version, Apple stellt den Dienst derzeit noch als Betaversion vor. Neben Deutsch und Englisch (USA, Großbritannien und Australien) unterstützt Siri derzeit nur noch Französisch, die Sprachen lassen sich in den Einstellungen umschalten. Siri kann allerdings nicht automatisch zu einer anderen Sprache wechseln: Möchte man beispielsweise auf einem iPhone 4S mit deutschem System eine Anweisung auf Englisch geben, versteht Siri das nicht. Auch eine auf Englisch diktierte Nachricht kann der Assistent nicht umsetzen.

Bleibt man jedoch bei der deutschen Sprache, funktionieren elementare Büroaufgaben schon recht gut. Aktiviert man Siri und sagt "Hilfe", zeigt Siri eine Über-sicht möglicher Funktionen. Beeindruckend ist dagegen, wie Siri sich an einem bestimmten Ort an etwas erinnern kann. Auf die Bitte: "Erinnere mich daran Mama anzurufen, wenn ich nach Hause komme", gibt Siri an der angegeben Privatadresse des Benutzers die Nachricht aus. Allerdings ist diese Aufgabe für Siri recht komplex und weicht man nur leicht von dieser Formulierung ab, muss Siri nachfragen.

Eine Notiz zu verfassen sowie eine E-Mail oder SMS zu versenden, ist für Siri hingegen in den meisten Fällen kein Problem. Auch Termineintragungen funktionieren sehr gut und sollte der Termin bereits verplant sein, weist Siri darauf hin und löscht oder verschiebt einen der beiden Termine. Recht gut klappt auch das Abspielen von Musik oder das Stellen eines Weckers. Bei allem Komfort, den Siri bietet, sollte man bedenken, dass gesprochene Inhalte automatisch erkannt werden und so die Informationen Apple ebenso zugänglich sind, wie alle anderen Apple-Dienste. Durch die Verknüpfung dieser Informationen erhält Apple ein recht exaktes Bild eines Nutzers, beispielsweise in welcher Beziehung er zu Kontakten im Adressbuch steht.

Auch durch den Ortungsdienst erhält Apple ein detaillierteres Profil des iPhone-Benutzers. Wie Apple mit den gesammelten Daten umgeht, kann man hier nachlesen und erfahren, dass Apple unter Umständen persönliche Daten auch an Dritte weitergibt. Wer seine Privatsphäre schützen möchte, kann Siri deaktivieren. Apple gibt an, ab diesem Zeitpunkt alle Informationen des Benutzers zu löschen, die Siri bis dahin gesammelt hat. Ist Siri deaktiviert, lässt sich die schon vom iPhone 4 bekannte Sprachsteuerung nutzen.

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