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Readiris 15 für Mac – gute OCR-Software für komplexe PDFs

08.12.2015 | 17:12 Uhr |

Um gescannte PDF-Dokumente durchsuch- und editierbar zu machen, ist Readiris 15 für Mac nach unseren Testläufen ein gutes Tool.

Tools, die Text aus PDF-Dokumenten oder sogar Bildern herausfiltern, sind inzwischen selbst auf mobilen Geräten wie iPhones oder iPads verbreitet. Den meisten Anwendern genügt, wenn sie eine entsprechende Datei durchsuchen und Text daraus kopieren können. So findet man auch bei sehr langen Dokumenten rasch Begriffe und Wörter, ohne den Text langwierig selbst lesen zu müssen, respektive kann Abschnitte durch Copy-and-paste auch in andere Programme übernehmen. Doch manche Ansprüche liegen deutlich höher. So möchte man das Dokument vielleicht editieren, das heißt Text verändern, Bilder verschieben oder Elemente löschen und einfügen, ganz nach Bedarf und Herzenslust. Dazu ist es erforderlich, dass das Tool aus PDFs Textdateien etwa in Word generiert oder Tabellen für Excel erfasst. Manchmal reicht schon ein einfaches Textdokument wie für Text Edit. Es kann aber auch erforderlich sein, dass das Original-Layout des PDFs oder Bildes weitgehend erhalten bleiben soll.

Readiris offeriert PDF-Exporte sogar als Sounddatei

All dies und noch viel mehr bietet die zu Canon gehörige OCR-Software Readiris 15 für Mac. Das Tool verfügt darüber hinaus über noch viele weitere Optionen und Features und kann etwa Dokumente in Audiodateien (AIFF-Format) konvertieren, um sie sich anschließend in iTunes anzuhören. Was ganz praktisch ist, wenn man längere Texte nicht selbst lesen möchte. Auch das Konvertieren von Dokumenten in das Ebook-Format ePub ist möglich. Dazu kommt die Anbindung an Cloud-Speicherdienste wie Dropbox, One Drive und Sharepoint. Sogar an Evernote kann man seine Dokumente schicken lassen. Doch damit nicht genug. Readiris 15 für Mac bietet eine ganze Reihe von Tools und Optionen, um Text von komplexen Dokumenten, die beispielsweise viel Grafik und Tabellen mit und zwischen dem Text enthalten, noch besser konvertieren zu können.

Readiris 15 für Mac basiert laut Entwickler auf der neuesten OCR-Engine des Unternehmens und unterstützt zahlreiche Sprachen, einschließlich asiatischer Zeichenerkennung. Auch mit Strichcode kann das Tool umgehen.

OCR flott und meist zufriedenstellend

In unseren Versuchen bestätigt sich die hohe Geschwindigkeit von Readiris 15, selbst auf unseren älteren Test-iMac von 2010 können wir bei kürzeren Dokumenten praktisch in Echtzeit bei der Bearbeitung eines PDFs oder Bildes zusehen. Das Programm kennzeichnet die Elemente mit farbigen Rahmen je nach Typ: Grafik, Text oder Tabelle. Als Quelle dienen übrigens PDFs und Bilder, die man bereits auf der Festplatte hat oder durch andere Speichermedien bezieht. Doch mit dem passenden Twain-Treiber ist es auch kein Problem, Dokumente direkt einzuscannen und bereits im Vorfeld Anpassungen wie das gerade Ausrichten vornehmen zu lassen. Ein lokal vorhandenes Dokument lässt sich aber nicht einfach auf das Programmfenster ziehen. Drag-and-drop wird aber immerhin über das Readiris-Icon im Dock unterstützt. Geöffnet sein darf immer nur ein Dokument gleichzeitig, unabhängig von der Seitenzahl. Praktisch ist, dass man vor der Konvertierung gefragt wird, wie viele Seiten man überhaupt bearbeiten möchte. Für die OCR (Optical Character Recognition), also die Verwandlung des Schriftanteils des Bildes in editierbaren Text, lassen sich vorher außer Deutsch auch zahlreiche andere Sprachen auswählen. Recht praktisch in manchen Fällen ist die integrierte (sehr schön grafisch umgesetzte) Lupe, mit der man fragliche Elemente im Detail untersuchen kann. Störend finden wir, dass Readiris 15 beim Vergrößern oder Verkleinern der Anzeige bei den Tastaturkürzeln nicht dem Mac-Standard folgt.

Gelungene Konvertierung

Wir lassen eine ganze Reihe von sehr unterschiedlichen Dokumenten, ob gescannt oder von Festplatte, durch Readiris 15 in editierbare Word-Dokumente verwandeln. Das klappt insgesamt ausgezeichnet, in schwierigen Fällen lassen sich Elemente wie Tabellen oder Grafiken manuell markieren. Das hat bei einem Testlauf ein deutlich besseres Ergebnis gebracht. Obwohl die automatische Markierung meistens auch sehr gut funktioniert. Bei einem allerdings sehr komplexen und vielseitigen Dokument inklusive Noten und Grafiken ist das Ergebnis der Wortkonvertierung sehr mäßig. Im Vergleich kommt Abbyy Fine Reader Express damit besser zurecht. Zwar lässt sich mit sehr viel Kleinarbeit durch manuelles Markieren der Elemente ein etwas besseres Ergebnis erreichen, aber das steht nicht mehr wirklich im Verhältnis zum Resultat, bei dem dann immer noch viel Nacharbeit nötig ist.

Einfache Bedienung, komplexe Details

Alle PDF-Dokumente und auch Bilder, die wir Readiris 15 für Ma c vorgelegt haben, hat es anstandslos so eingerichtet, dass sie auch als PDFs durchsucht werden konnten – das klappte beim zum Vergleich herangezogenen PDFpen Pro 7 wiederum deutlich schlechter.

Sehr gut gefällt uns die Möglichkeit, PDFs in Sounddateien zu verwandeln. Wozu das gut ist, haben wir oben schon kurz angedeutet. Wichtig ist, dass es auch sehr gut funktioniert. Dazu bietet das Tool eine ganze Reihe von Optionen, mit denen man die Ergebnisse noch weiter beeinflussen kann. Das spielt besonders bei der Kompression oder dem Passwortschutz von PDFs eine Rolle, oder wenn man bei widerspenstigen Dokumenten das Original-Layout so getreu wie möglich beibehalten will. Die Bedienoberfläche ist auf den ersten Blick sehr schlicht gehalten und lässt sich dadurch leicht steuern. Im Grunde zeigt das Programm einfach die wichtigsten und häufigsten Funktionen. Erst im Detail offenbart es die zahlreichen Einstellmöglichkeiten, die man aber in vielen Fällen nicht benötigt.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Readiris 15 für Mac setzt einen Apple-Rechner mit Intel-Prozessor ab OS X 10.8 voraus, auch die aktuelle Apple-Betriebssystemversion El Capitan findet Unterstützung. Direkt beim Hersteller gibt es eine Testversion für zehn Tage, mit der sich insgesamt 100 Seiten (aber nur maximal drei Seiten pro Dokument) bearbeiten lassen. Anschließend werden 99 Euro fällig.

Empfehlung

Readiris 15 für Mac ist ein mächtiges Tool mit einer bescheidenen, dadurch intuitiv erfassbaren Oberfläche. Abgesehen von den genannten Kritikpunkten (wie kein Drag-and-drop im Programmfenster oder dem "Versagen" bei einer sehr komplexen Vorlage) hat uns wenig gestört. Im Gegenteil – in Konkurrenz mit Abbyy Fine Reader Express ist Readiris 15 für Mac ein ausgezeichnetes Scan- und OCR-Programm für den Mac mit praktischen zusätzlichen Möglichkeiten wie der Integration von Dropbox, Evernote oder dem Audio-Export. Mit der verfügbaren Demo-Version kann man sich in aller Ruhe vorher – zumindest für kürzere Dokumente – ein eigenes Bild machen.

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