Von Markus Schelhorn - 09.11.2012, 12:00

Objektivkorrektur und Raw-Konverter

Test: Dxo Optics 8 Pro

Automatisch korrigiert Dxo Optics Pro Aufnahmen vorzugsweise von Spiegelreflexkameras. Damit dies möglich ist, nutzt es rund 10 000 Messdaten von Kameras und Objektiven
Ohne einen Finger zu krümmen, sind die eigenen Bilder bereits korrigiert, wenn man diese mit Dxo Optics Pro 8 öffnet. Denn das Programm korrigiert die Bilder automatisch, sofern man dies nicht in den Voreinstellungen ändert. Auf Wunsch verwendet Optics Pro 8 für automatische Änderungen auch selbst festgelegte Vorgaben. Diesen Job erledigt das Programm sehr gut, weil es auf eine konkurrenzlos hohe Anzahl eingemessener Kameras und Objektive zugreifen kann. Mit einer erworbenen Lizenz kann man das Programm auf zwei Rechnern verwenden, egal ob Mac oder Windows, dies ist übrigens auch mit Adobe Photoshop Lightroom (siehe unseren Test) und Photoshop CS6 (siehe unseren Test) möglich. Optics Pro gibt es in einer Standard- und Elite-Version. Der einzige Unterschied: In der Elite-Version werden auch Vollformat-Spiegelreflexkameras erkannt, in der Standard-Version dagegen nur Kameras mit einer Bildsensorfläche bis zur maximalen Sensorfläche des APS-C-Standards.

Unterstützte Kameras und Objektive

Sinnvoll ist das Programm nur dann, wenn es auf die Messdaten der verwendeten Kamera und des verwendeten Objektivs zugreifen kann. Daher sollte man zunächst unbedingt vor dem Kauf von Optics Pro 8 testen, ob die eigene verwendete Kamera/Objektiv-Kombination auch unterstützt wird. Laut Hersteller unterstützt Optics Pro 8 rund 10 000 Kombinationen aus Kameras und Objektiven, bis Ende des Jahres 2013 soll sich diese Zahl verdoppeln. Die gängigen APS-C- und Vollformat-Spiegelreflexkameras von Canon, Nikon und Sony sind dabei voll unterstützt und sogar eine alte Konica-Minolta 5D wird erkannt. Das ist kein Wunder, denn das Programm gibt es mittlerweile schon seit Jahren und kann auf einen großen Grundstock von eingemessenen Kameras wie Objektiven zugreifen. Kameras von Samsung werden übrigens kaum unterstützt, ebenso wenig wie viele Kompaktkameras. Daher ist Dxo Optics vor allem für Besitzer von digitalen Spiegelreflexkameras sowie von Systemkameras der verbreitesten Marken sinnvoll. Der Hersteller informiert auf seiner Internetseite darüber, welche Kameras und Objektive bereits unterstützt werden und direkt aus dem Programm heraus kann man einen eigenen Vorschlag senden, welche Kombination Dxo darüber hinaus noch eingemessen werden könnte. Öffnet man das erste Mal ein Bild, erkennt das Programm die verwendete Kombination aus Kamera und Objektiv automatisch und fragt, ob es die Einstellungen aus dem Internet laden soll. Dies ist in Sekundenschnelle passiert.

DxO Optics Pro 8: Das ist Neu

- Verbesserte Autokorrektur (DxO Smart Lighting)
- Selektives ändern der Tonwerte
- Schutz gesättigter Farben
- Verbesserte Korrektur chromatischer Aberrationen in RAW-Aufnahmen
- Verbessertes DxO Lens Softness zum gleichmäßigen Schärfen
- Retina-Unterstützung
- Echtzeit-Vorschau bei Bildkorrekturen
- Druck-Modul für ganze Seite oder Kontaktbogen

Organisieren

Die Auswahl der Bilder ist dreigeteilt. Zum einen lassen sich über die Verzeichnisstruktur alle Bilder anzeigen, die auf der Festplatte gespeichert sind. So kann man seine Fotos im Finder organisieren und über Optics Pro 8 aufrufen. Fotos lassen sich nach verschiedenen Kriterien darstellen, beispielsweise nach einer Wertung, die man mit Optis Pro 8 vergeben kann, oder nach dem Dateityp, also Raw oder JPEG. Ausgesuchte Fotos, auch aus verschiedenen Speicherorten, kann Optics Pro 8 zudem in einem Projekt zusammenfassen.
Die dritte Möglichkeit der Bilderverwaltung ist der direkte Zugriff auf eine Lightroom-Bibliothek. Falls man sich selbst gut organisiert, ist dies eine gute Ergänzung zu Lightroom. Denn für die schnelle und zugleich hochwertige Entwicklung und Grundkorrektur von vielen Fotos ist Optics Pro 8 besser als Lightroom geeignet, während man mit den Werkzeugen von Lightroom detaillierter Fotos bearbeiten kann.

Bearbeiten

Mit seinen 33 einblendbaren Werkzeugen kann es schnell unübersichtlich werden. Einige Werkzeuge lassen sich zudem doppelt einblenden, dies sorgt zusätzlich für Verwirrung. Dafür kann man die Werkzeugfenster am linken und rechten Bildrand andocken oder als schwebendes Fenster frei auf dem Bildschirm positionieren. Gut gefällt die Möglichkeit, verschiedene Arbeitsbereiche zu speichern. Vorgegeben sind zwei Arbeitsbereiche für Einsteiger und fortgeschrittene Anwender.
Ein Foto lässt sich wie bei Lightroom auch als virtuelle Kopie anlegen, so kann man schnell mehrere Versionen des Fotos entwickeln, beispielsweise als Schwarzweiß- und Farbbild. Die angebotenen Korrektur-Werkzeuge können nicht mit denen von Photoshop Lightroom mithalten: So bietet Optics Pro 8 keine Möglichkeit der selektiven Bildkorrektur und die Korrektur von perspektivischen Verzerrungen gelingt mit Lightroom ebenfalls besser. Für solche Fälle ist es aber auch bei Lightroom oft sinnvoll, zusätzlich Photoshop zu verwenden. Immerhin bietet Optics Pro mit dem Werkzeug „Selektive Tonwerte“ nun wie Photoshop Lightroom die Möglichkeit, etwa Spitzlichter und Schatten gezielt zu ändern. Gut gefallen die überwiegend leicht bedienbaren Werkzeuge von Optics Pro 8, die eine tadellose Qualität bieten. So lassen  sich mit dem Mehrpunktfarbangleichs-Werkzeug mehrere Kontrollpunkte auf ein Bild setzen und damit die Farbe des jeweiligen Punkts verstärken oder mildern. Hier lässt sich allerdings mit dem vergleichbaren Werkzeug von Lightroom noch feiner arbeiten. Das Schärfen und die Rauschreduzierung gelingen hervorragend.
Drei von den 33 Werkzeugen lassen sich nur verwenden, wenn man Dxo Filmpack installiert hat, es ist ab 79 Euro erhältlich und kostet als Elite-Version 199 Euro. Das Filmpack bietet einen Kanalmixer, dessen Funktionen jedoch redundant mit dem Werkzeug „Farbton / Sättigung / Helligkeit“ sind. Außerdem dabei: Eine laut Dxo kreative Vignetierung sowie eine Simulation von analogem Filmkorn, die Analogfilme etwa von Agfa, Fuji oder Kodak simuliert. Direkt aus dem Programm heraus lässt sich eine Filmpack-Demo aktivieren. Weitere Plug-ins, vor allem von Fremdanbietern wie Nik Software, Onone oder Alien Skin, kann man im Gegensatz zu Lightroom und Apple Aperture (siehe Test ) mit Optics Pro 8 nicht verwenden.

Ausgabe

Puristisch zeigt sich Dxo Optics Pro 8 bei der Weitergabe der Fotos. So ist es mit dem Tool nicht möglich, HTML-Bildergalerien oder Diashows zu erstellen. Immerhin ist eine Drucken-Funktion (Ganzseiten oder Kontaktbogen) neu dazu gekommen und man kann Fotos nach Flickr laden. Der Bilderexport lässt sich zwar leicht bedienen und wie bei Photoshop Lightroom kann man eigene Exporteinstellungen speichern. Doch Dxo Optics Pro 8 bietet im Vergleich weniger Funktionen als Photoshop Lightroom. Zum Beispiel kann man den Dateinamen nicht automatisch umbenennen oder direkt beim Export einen eigenen Zielordner anlegen beziehungsweise auswählen. Dafür ist eine einstellbare Ausgabeschärfung dazu gekommen.

Dxo Optics Pro 8: Empfehlung

Vor allem für Event-Fotografen, die regelmäßig sehr viele Fotos korrigieren müssen, ist Dxo Optics Pro 8 eine interessante Alternative zu Photoshop Lightroom oder ähnlichen Produkten wie Apple Aperture oder Phase One Capture One Pro. Denn die automatischen Korrekturen gelingen ausgezeichnet und die Ausgabequalität genügt professionellen Ansprüchen. Objektivfehler behebt das Tool automatisch und mit sehr guten Ergebnissen, vor allem von Raw-Aufnahmen. Dank der Unterstützung der Lightroom-Bildverwaltung eignet sich Dxo Optics Pro 8 als Ergänzung, aber nicht als vollwertiger Ersatz zu Photoshop Lightroom. Wir empfehlen, vor dem Kauf des Programms die funktionell uneingeschränkte Testversion zu verwenden, diese ist 31 Tage gültig.

Optics Pro 8

Komfortables Programm für die automatische Korrektur vieler Bilder

DxO
Preis: Standard € 149, CHF 199; Elite (für Vollformatkameras) € 199, CHF 266
Note: 2,0 gut
Leistung (30%) 1,7
Ausstattung (30%) 2,1
Bedienung (30%) 1,8
Dokumentation (10%) 3,0 (Abwertung, da zum Testzeitpunkt kein deutsches Handbuch vorlag
Vorzüge: Große Bibliothek eingemessener Kameras und Objektive, komfortable und gute Automatik-Funktionen, gute Ausgabequalität, unterstützt Retina-Displays
Nachteile: Magere Bildverwaltungsmöglichkeit, wenig Ausgabeoptionen, unterstützt keine Drittanbieter-Plug-Ins, hoher Aufpreis für Vollformatunterstützung, im Vergleich hoher Preis, derzeit noch kein deutsches Handbuch (Kurzanleitung schon in Deutsch erhältlich)
Ab OS X 10.6, Mac mit Intel-Prozessor (für Vollformat-Raw-Bilder 4-Core empfohlen)
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