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Office-Programm Papyrus

23.07.2003 | 12:01 Uhr |

Zu groß, behäbig und funktionsüberfrachtet, so lautet häufig die Kritik an konventionellen Office-Paketen. Für Papyrus Office X! trifft dies jedoch nicht zu.

Die Kombination aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Datenbank präsentiert sich mit einem Platzbedarf von etwa 10 MB für Festplatte und ungefähr 3 MB für RAM als Leichtgewicht. Einst für den Atari entwickelt, hat Papyrus über OS/2 und Windows seinen Weg zum Macintosh gefunden. Seine Schnelligkeit zeigt sich bereits bei der Installation, auf einem etwas betagten Powerbook mit 300 MHz geht sie in weniger als 1 Minute über die Bühne.

Textverarbeitung

Trotz geringem Patzbedarf beinhaltet Papyrus Word alle wesentlichen Bestandteile einer Textverarbeitung. Namentlich ablegbare Stil- und Absatzformatvorlagen, variable Kopf- und Fußzeilen, Fußnoten und Silbentrennung fehlen ebenso wenig wie Funktionen für Index, Inhaltsverzeichnis und Kapitelnummerierung. Über eine im Hintergrund ablaufende Rechschreibkorrektur verfügte Papyrus lange vor MS Office, Thesaurus und Formeleditor fehlen dagegen.

Die übersichtliche Werkzeugleiste am oberen Fensterrand erlaubt den Zugriff auf wichtige Standardfunktionen. Die Menüstruktur mag zunächst ungewohnt sein, unlogisch ist sie nicht. Papyrus arbeitet überwiegend mit nicht modalen Dialogen, die sich wie Fenster verhalten und stets geöffnet bleiben können.

Zu den Besonderheiten von Papyrus zählen die "Markieren"-Tasten in verschiedenen Dialogen. Sie markieren auch nicht zusammenhängende Textblöcke. Als sehr nützlich erweist sich die Option "Speichern mit Sicherheitskopien", die automatisch eine wählbare Zahl von Sicherheitskopien anlegt.

Tabellen und DTP

Neben Tabellensatz mit Fließtextfeldern, gedrehten Feldern und Zellvereinigung bietet die Tabellenfunktion eine integrierte Kalkulation. Zellverweise sind weder auf die aktuelle Tabelle noch auf das aktuelle Dokument beschränkt, die eingebauten mathematischen Funktionen erlauben auch umfangreichere Berechnungen. Allerdings fehlen Basisfunktionen wie Anzeige von Zeilen- und Spaltenköpfen, Übernahme von Zellbezeichnungen in Formeln per Mausklick, Aktualisierung von Referenzen beim Kopieren und mehr. Eine Diagrammfunktion fehlt völlig, Zeilenhöhen lassen sich nur über die Schriftgröße beeinflussen.

Frei positionierbare Rechtecke, Linien, Textflussrahmen und Spaltensatz erlauben das Gestalten von Seitenlayouts. Ein Dokument kann mehrere solcher Stammseiten enthalten, sie lassen sich beliebig oft frei wählbaren Seitenbereichen zuordnen. Magnetische Hilfslinien erleichtern das Platzieren von Objekten, leider fehlt die Feinpositionierung über Pfeiltasten. Die Einbindung von Bildern kann direkt oder per Dateireferenz erfolgen. Professionellen Ansprüchen wird Papyrus mit diesen Werkzeugen nicht gerecht, für mittlere Anforderungen reichen sie völlig.

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