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Ozone 2

24.09.2003 | 15:37 Uhr |

Ozone ist ein Plug-in für verschiedene 3D-Programme, die konstruierte Szenen um Himmelsformationen bereichtert. Ein Test von Nikolaus Netzer

Wir testen Ozone in der Version für Maxons Cinema 4D, die sich raffiniert in den Rechenvorgang einfügt und konstruierte Szenen um Tages- oder Nachthimmel und zahlreiche Wettersituationen bereichert. Nach der Installation findet man Ozone 2 im Menü "Plug-in" von Cinema. Ruft man das Plug-in auf, startet es als eigenes Programm. Zuerst erhält man eine Liste mit zahlreichen Themen, die einen guten Ausgangspunkt für die Kreation von Himmeln bietet. Per Mausklick bestätigt man seine Auswahl und gelangt so zu den Feineinstellungen. Über fünf Karteikartenreiter wird eine Ozone-Standard-Umgebung angelegt: "Sun-and-Light", "Sky", "Clouds", "Fog-and-Haze" und "Effects". Ganz oben kann man nachträglich das Himmel-Berechnungsmodell umschalten und auf der linken Fensterseite befindet sich eine kleine Vorschau, die auf Wunsch automatisch nach jeder Änderung eines Parameter aktualisiert wird.

Im Bereich "Sun-and-Light" trifft man alle Einstellungen für Sonnenfarbe, Position am Himmel, Größe, Lichtfarbe und Lichtabnahme sowie die Farbe des diffusen Lichtes (Ambient). Die Basisfarben für die Himmelskugel und deren mögliche Verfärbung durch das Sonnenlicht definiert man im Bereich "Sky", die Struktur und Position der Wolken entsprechend über "Clouds". Wer zusätzlich Nebel in der Szene braucht, arbeitet im Bereich "Fog-and-Haze". Hier befindet sich auch ein Regler, um das gesamte Himmel-Erscheinungsbild im Verhältnis zur Cinema-Szene zu skalieren. Im letzten Bereich "Effects" fügt man dem Himmel Sterne hinzu. Selbst ringförmige Lichtbrechungen, wie sie durch feine Eiskristalle in der Atmosphäre entstehen oder einem Regenbogen steht damit nichts im Wege.

Stimmt das Himmelsbild, verlässt man das Programm und wechselt zurück zu Cinema 4D. Automatisch entstehen dann im Materialmanager von Cinema 4D ein Ozone-Shader und vier neue Objekte: Ein Umgebungsobjekt und ein Himmelobjekt mit dem Ozone-Shader-Tag, ein Distanzlicht für die Hintergrundbeleuchtung und ein Distanzlicht für die Sonne. Die beiden Lichtobjekte kann man in Cinema bearbeiten, der Ozone-Shader dagegen lässt sich erst nach einem Wechsel zurück zu Ozone verändern.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Die Abstimmung mit Fog und Haze sowie mit in der Szene platzierten Cinema-Objekten klappt nicht ganz reibungslos. Es kommt zu eigenartigen Render-Ergebnissen. Insgesamt scheint das Hintergrundlicht dabei immer etwas zu hell und zu unwirklich. Die Beleuchtung der Szenen wirkt sogar bei klarem Himmel oft fahl. Deshalb muss man oft endlos herumprobieren, da die Vorschau von Ozone wenig Informationen liefert und die Cinema-Objekte nicht darstellt. Mehrschichtige Texturen, in denen Bereiche mit Alphakanälen freigestellt sind, wie beispielsweise Buchstaben auf Körpern, führen entlang der Kanten zu inakzeptablen Render-Fehlern. Der bei "Fog-and-Haze" eingebaute Korrekturregler funktioniert in unseren Beispielen nicht.

Fazit

Ozone ist ein Werkzeug, um innerhalb von Cinema schöne Himmel zu gestalten - vorausgesetzt, dass die Objekte und Texturen der Cinema-Szene "kompatibel" sind. Wer mit den Einschränkungen, zum Beispiel den Bildfehlern bei Texturen mit Alphakanälen, leben kann, erhält ein Werkzeug, das mit sehr kurzen Renderzeiten glänzt und zu weiteren Experimenten mit Himmel und Erde einlädt.

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