PCI-Express-Gehäuse für Mac Mini

UPDATE Test: Sonnet xMac Mini Server

05.02.2013 | 14:30 Uhr | Walter Mehl

Ein zusätzliches Gehäuse für einen Mac Mini ist eine merkwürdige Idee. Sonnet macht den Mac Mini damit aber zum Server-System mit Platz für zwei PCI-Express-Karten.

UPDATE: xMac Mini Server nun auch mit USB 3.0

xMac Mini Server nun mit USB 3.0, Update-Kit für Besitzer älterer Geräte

Das 1U-Rack-Gehäuse, das einen Mac Mini zum Server verwandelt, gibt es nun mit einer USB-3.0-Schnittstelle. So kann es die volle Leistung des aktuellen Mac Mini nutzen. Wer bereits einen xMac Mini Server besitzt, kann ein Austausch-Kabelsatz bestellen. Der Kabelsatz lässt sich mit Schraubenzieher und Steckschlüssel montieren.

Das Kit mit der Bezeichnung "Art.-Nr. XMCBL-3USB3" ist für 42 Euro bei Sonnet ( www.sonnettech.com ) erhältlich.

Es ist schwer (rund 7 Kilogamm), wirkt dafür aber stabil und attraktiv - vor allem auf Server-Techniker. Vom US-Hersteller Sonnet kommt ein zusätzliches Gehäuse „Xmac Mini Server“, in dem ein Mac Mini Platz findet. Das Gehäuse hat die Standardbreite eines Servers (48,3 Zentimeter breit und 4,4 Zentimeter hoch = 1 Höheneinheit oder 1 U). Rechtfertigen lässt sich die Anschaffung aber nur, wenn man PCI-Express-Erweiterungskarten nutzen will. Denn Sonnet schafft über den Thunderbolt-Anschluss (über ein Erweiterungssystem mit eigener Stromversorgung) zwei Steckplätze für solche Karten (PCIe 2.0 einmal mit voller Länge und Höhe „x16“, einmal mit halber Höhe und halber Breite „x8“). Mit einer solchen Karte wird der Mac Mini dann zum Backup-Server, der die Verbindung zum Speichersystem über Glasfaser („Fibre Channel“) oder ein SAS/SATA-Kabel herstellt. Oder man macht den Mac Mini zum High-End-Video- oder Audio-System und bastelt eine der Spezialkarte für den Import- und Export von Videosignalen in das zusätzliche Gehäuse.

Bei geöffnetem Deckel sieht man die etwas chaotisch
wirkende Innenverkabelung für Ethernet, HDMI und USB sowie die nach
außen geführte Thunderbolt-Verbindung
Vergrößern Bei geöffnetem Deckel sieht man die etwas chaotisch wirkende Innenverkabelung für Ethernet, HDMI und USB sowie die nach außen geführte Thunderbolt-Verbindung

Allerdings muss bei allen diesen Einsatzmöglichkeiten klar sein, dass der Mac Mini im Sonnet-Gehäuse einen Platz im Serverraum will: Wir messen fast 50 db(A), was sich durch die vier parallel geschalteten Brüll-Lüfter in einem akustischen Wert von ca. 6 Sone niederschlägt. Viel zu viel, um es auf Dauer dem menschlichen Ohr zuzumuten. Außerdem sollte man das gute Stück nicht ausschalten - unser Messgerät zeigt einen völlig inakzeptablen Verbrauch von 18 Watt an, wenn der Mac Mini abgeschaltet ist.

Zudem fallen uns ein paar Überraschungen auf, die man erst auf den zweiten Blick erkennt: Über die Kabelverlängerungen im Gehäuse werden Ethernet, HDMI und USB nach außen verlängert (ein USB-Anschluss nach vorne, zwei nach hinten), aber nicht Firewire 800. Außerdem hatten wir einen Thunderbolt-Hub erwartet, der mehr als einen Anschluss bietet. Den gibt es aber nicht. Nutzt man eine PCI-Expresskarte, ist der Thunderbolt-Port belegt.

Echte Server bietet meist redundante Komponenten für den Notfall. Sinnvoll ist es beispielsweise, die Stromversorgung doppelt auszulegen. Da der Mac Mini jedoch nach wie vor über sein integriertes Netzteil versorgt wird, ist eine Redundanz nicht möglich. Auch die interne Stromversorgung für die PCI-Steckkarten ist nur einfach ausgelegt.

Beim nicht ganz ernst gemeinten Versuch mit WLAN-Empfang sind wir überrascht: Trotz des stabilen Metallgehäuses kann der Mac Mini immer noch mit halber Empfangsleistung auf das Test-WLAN zugreifen. Allerdings sinkt dieser Wert noch mal deutlich, als wir Xmac Mini Server im Server-Rack einbauen und die Tür schließen.

Über einen etwas wacklig aussehenden, aber einwandfrei
wirkenden Umlenkhebel schaltet man den Mac Mini im Gehäuse von
Sonnet ein.
Vergrößern Über einen etwas wacklig aussehenden, aber einwandfrei wirkenden Umlenkhebel schaltet man den Mac Mini im Gehäuse von Sonnet ein.

Kaufempfehlung

Beim Preis scheiden sich die Geister: Sonnet Xmac Mini Server kostet 1365 Euro ohne Mac Mini (der kostet weitere 600 oder 800 Euro). Deshalb können wir das gut funktionierende Gehäuse für den Mac Mini nur empfehlen, wenn man spezielle PCI-Express-Karten nutzen will, die sonst nur im Mac Pro verwendbar wären. Die Liste der kompatiblen Karten steht auf der Internetseite von Sonnet ( www.sonnettech.com ), ganz rechts in der letzten Spalte.

Sonnet xMac Mini Server

Praktische Kombination aus PCI-Erweiterung und Server-Gehäuse

Sonnet

Preis: € 1365, CHF 1660

Note: 2,5 befriedigend

Leistung (50%) 2,4

Ausstattung (20%) 2

Handhabung (20%) 3

Verbrauch (10%) 3

Stabil, sehr gute PCI-Express-Erweiterung

Schwer, hoher Stromverbrauch ausgeschaltet, kein Firewire-Anschluss außen

Alternative: -

Ausstattung: 3 USB-Schnittstellen (davon 1 vorne), HDMI, Ethernet, Thunderbolt-Pass-Thru, 2 PCI-Express-Steckplätze

Mac Mini ab Mitte 2011 mit Thunderbolt

www.sonnettech.com

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