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PDF-Dokumente bearbeiten mit PDFpen Pro 7.0.2

25.03.2015 | 14:33 Uhr |

Mit Apple Vorschau kann man in PDF im begrenzten Umfang bearbeiten. Doch wer mehr will, kann PDF Pen Pro als alternative zum teuren Adobe Acrobat XI Pro verwenden

Mit Apples Vorschau lassen sich PDF-Dokumente betrachten, Seiten umstellen, Formulare ausfüllen, Notizen und Markierungen einbringen, ein Passwort setzen und vieles mehr ( lesen Sie hier über die versteckten Funktionen von Vorschau ). Doch spätestens, wenn ganz neue PDFs erstellt oder in geöffneten PDF-Dokumenten Text ersetzt respektive korrigiert werden soll, benötigt man ein mächtigeres Tool. Hier will für relativ günstiges Geld – im Vergleich insbesondere zum mehr als 640 Euro teuren Acrobat XI Pro – PDFpen Pro 7 von Smile Software in die Bresche springen. Dieses bietet eine automatische Texterkennung (OCR) von gescannten PDF-Dokumenten und zeigt den korrigierbaren Text auf einer eigenen Ebene an. Außerdem konvertiert PDFpen Pro 7 entsprechende Vorlagen bei Bedarf in Office-Dokumente, namentlich Microsoft Word, Excel und Powerpoint .

Vielfalt in Funktionen, aber auch in Fehlern

Eine Stärke des Tools war schon immer die Möglichkeit, eigene PDF-Dokumente zu erstellen, in die man dann unabhängig von der Plattform Text eingeben oder Elemente wie Checkboxes, Radiobuttons, Auswahl- und Unterschriftfelder sowie einen Absendeknopf für E-Mails einfügen kann. Dazu kommt eine elementare Bildbearbeitung für in ein PDF eingefügte Fotos sowie die nach wie vor praktische und verbesserte Bibliothek zur Ablage von Bildern, Objekten oder der eigenen Unterschrift, auf die man dann jederzeit rasch zugreifen kann. Das klingt alles sehr umfangreich und viel versprechend. Aber hält die Software auch, was sie in Aussicht stellt? Die Antwort fällt zwiespältig aus. Denn: Vieles funktioniert wie vorgesehen und angekündigt. Anderes dagegen hakt. Beispielsweise können wir mit PDFpen Pro 7 eingescannte Dokumente tadellos in editierbare Word-Dateien konvertieren. Bei anderen, ähnlichen Dokumenten klappt das aus kaum verständlichen Gründen nicht. Komplexe Tabellen in Excel darzustellen, gelingt dem Tool nur begrenzt. Ähnlich ist es mit der eingebauten Textwrkennung (OCR): In vielen Fällen erhalten wir im PDF gut editierbare Vorlagen, bei denen sich leicht einzelne oder auch mehrere Wörter anpassen lassen. Dann wiederum erhalten wir Zeichensalat, oder die Veränderungen bleiben beim Sichern nicht erhalten. Das System dahinter, warum mal etwas klappt und warum wieder nicht, entzieht sich bei vergleichbar entstandenen Dokumenten unserem Verständnis.

Nach intensiven Scan-Versuchen, das Programm greift auf die vorhandenen Treiber zu, stockte plötzlich jeder Scan sowohl aus PDFpen Pro 7 als auch über die native Scanner-Oberfläche. Unter Windows dagegen funktionierte es einwandfrei, konnte also nicht am Gerät liegen. Irgendwann ging es dann auch wieder auf dem Mac – die Ursache dafür bleibt unklar.

Gute, aber unsichere Formularfunktionen

PDFpen Pro 7 kann vorhandene Formulare mit Linien für Texteinträge automatisch erkennen. Anschließend soll man in diese Formularlinien auch in anderen PDF-Programmen Namen und Daten wie Anschrift oder Bankverbindung eingeben können. Auch das klappt in unseren Testläufen nur teilweise. Bei den mit PDFpen Pro 7 selbst erstellten Formularen dagegen konnten wir auch unter Windows mit Acrobat Reader Daten eintragen, Kästchen ankreuzen oder Auswahlfelder betätigen. Sogar der Absendeknopf für E-Mails reagierte, allerdings verschickt dieser für Normalanwender kaum nützliche Xfdf- oder XML-Formulardaten.

Empfehlung PDFs editieren mit PDFpen Pro 7

Die Funktionsfülle von PDFpen Pro 7 ist beeindruckend, und unter günstigen Umständen lassen sich damit leicht PDF-Dokumente bearbeiten und Formulare erstellen. Zu oft andererseits klappt das ein oder andere nicht wie gewünscht. Hier sollte der Entwickler lieber an einer Optimierung der vorhandenen anstatt an neuen Funktionen arbeiten. Für den Alltagsgebrauch ist das Tool eine brauchbare Option.

Smile Software, http://smilesoftware.com

Preis: € 125, CHF 132

Leistung (50%) 2,8

Ausstattung (20%) 1,5

Bedienung (20%) 3,0

Dokumentation (10%) 2,0

Vorzüge: Vielfältige Funktionen zum Bearbeiten, Erstellen und Exportieren von PDFs, plattformübergreifende Formulare, iCloud-Support, im Vergleich günstig

Nachteile: Teils unübersichtliche Programmsteuerung ohne Suchfunktion, einige Funktionen nur eingeschränkt zuverlässig

Alternativen: Adobe Acrobat Xi Pro, Qoppa PDF Studio

Ab OS X 10.10

2,5 Note: befriedigend

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