931428

Pentax *ist Ds

31.01.2005 | 09:10 Uhr |

Für Fotoamateure werden zusehens digitale Spiegelreflexkameras interessant. Nachdem Canon mit der EOS 300D und Nikon mit der D70 die ersten entsprechenden Kamers auf den Markt gebracht haben, folgt Pentax mit der *ist Ds. Nicht zu vergessen die Olympus E-300, die als einzige in der 1000-Euro-Liega einen 8-MP-Bildsensor verwendet.

Mit sechs Megapixel arbeitet die Pentax ist Ds. Doch oft Wichtiger als die Anzahl der CCDs auf dem Sensor ist dessen Größe. Diese misst 23,5 x 15,7 mm, das entspricht dem Verlängerungsfaktor 1,6 gegenüber 35 mm Kleinbild. Das bedeutet, das beispielsweise ein 28-mm-Objektiv für eine analoge Kamera an der *ist Ds eine Brennweite von 44,8 mm aufweist. Im Test liefert die Kamera in allen Situationen ausgewogen belichtete Aufnahmen. Einzig bei hohen Empfindlichkeitsstufen stört das dadurch stärker auftretende Bildrauschen. Während bei ISO 200 und 400 das Rauschen kaum merklich und bei ISO 800 noch tolerierbar ist, sollte man die höheren Empfindlichkeiten von ISO 1600 und ISO 3200 nur verwenden, wenn unbedingt nötig. So beispielsweise auf schwach beleuchteten Veranstaltungen wie Konzerte, bei denen man keinen Blitz einsetzen darf oder kann. Verwendet man übrigens den eingebauten Blitz, dann liefert die Kamera ebenfalls ausgewogene aufnahmen. Selbst bei kurzen Distanzen zum Motiv von unter einem Meter sind die Bilder nicht überbelichtet. Die Bilder selber bereitet die Kamera angenehm zurückhaltend auf. So eignen sie sich sehr gut für die anspruchsvolle Nachbearbeitung am Rechner. Auch die Möglichkeit, statt des bei Consumerkameras üblichen sRGB-Farbraums den besseren Adobe-RGB-Farbraum zu wählen kommt einem hier zu Gute.

Für Amateure gebaut

Nicht nur Fotobegeisterte kommen mit der Kamera gut zurecht. Auch der Gelegenheitsknipser findet sich Dank sechs Motivprogramme schnell zurecht. Etwas störend ist allerdings bisweilen, dass die Kamera bei den Motivprogrammen seinen Blitz recht früh ausklappt, obwohl die Kamera mit dem vorhandenen Licht gut auskommen würde.

Weitere Merkmale für eine Amateurkamera ist neben einem SD-Speicherplatz, was in der Praxis kein Nachteil darstellt, die Energiezufuhr.

Anders als andere Spiegelreflexkameras verwendet die Pentax *ist Ds wie ihre große Schwester *ist D vier AA-Batterien. Auch CR-V3-Batterien lassen sich verwenden, Pentax liefert diese gleich mit. Diese Stromversorgung hat den großen Vorteil, dass man sich in der Not unterwegs schnell, günstig und unkompliziert mit Batterien versorgen kann. Doch beim Kauf der *ist DS sollte man gleich Kosten für mindestens einen Vierersatz AA-Akkus und einem Ladegerät mit einrechnen.

Einfache Bedienung

Für eine digitale Spiegelreflexkamera trumpft die *ist Ds mit kleinen Ausmaßen. Das Kameragehäuse ist solide verarbeitet und wirkt hochwertig. Auch liegt die Kamera sehr gut in der Hand. Die Rückseite ist sehr aufgeräumt.

Für Einstellungen wie dem Weißabgleich, die Aufnahmeart (Einzelbild, Serienbild, Selbstauslöser, Fernbedienung und Belichtungsreihe), die Empfindlichkeit sowie die Blitzeinstellung nutzt die Kamera das angenehm große 2-Zoll-Display. Über eine Funktionstaste und einer Vierwegetaste wählt man diese Einstellungen sehr flott an. Außer dem Display auf der Rückseite bietet die Kamera ein Display auf der Oberseite der Kamera.

Ausreichend schnell

Im Idealfall kann die Kamera 2,8 Bilder pro Sekunde in höchster JPEG-Qualität (Drei Sterne) aufnehmen. Doch in der Praxis kommt uns gerade bei sich bewegenden Motiven der Autofokus dazwischen. Hier sollte man ihn nach dem anfokusieren im Einzelfall lieber ausschalten. Obwohl der Autofokus mit seinen elf Messfeldern äußerst flott und im Test auch bei schwierigen Motiven präzise arbeitet, stört und die Möglichkeit, flott zum Spot-Modus wechseln zu können. Dazu muss man in die Tiefen des Kameramenüs steigen und erst nach fünf Tastendrucken ist der Modus gewechselt. Sehr nett ist die Möglichkeit, auch im Autofokus-Modus manuell scharf zu stellen.

RAW macht keinen Spaß

Wie bei den digitalen Spiegelreflexklameras üblich bietet auch die Pentax *ist Ds die Möglichkeit, die Bilder als Rohdaten auf die Speicherkarte zu bannen. Auf der mitgelieferten CD befindet sich das Programm Pentax Photo Laboratory, mit dem man die RAW-Bilder nachbearbeiten kann. Das Programm ist allerdings schlecht auf den Mac angepasst und arbeitet quälend langsam. Da trösten die reichhaltige Korrektur- und Einstellungsmöglichkeiten nur demjenigen, der über genügend buddistische Gelassenheit verfügt. Da einem der große Spaß bei der Nachbearbeitung so verwährt ist, sollte man stattdessen Photoshop oder Photoshop Elements mit dessen RAW-Plug-In verwenden. iPhoto 5, das ja nun ebenfalls RAW-Dateien wenn auch nur rudimentär bearbeitet, erkennt die Rohdaten der Pentax *ist Ds bislang nicht.

Fazit

Den Komfort von Kompaktkameras bietet die *ist Ds gepaart mit der hohen Bildqualität einer digitalen Spiegelreflexkamera und ihren manigfaltigen Einstellmöglichkeiten. So ausgestattet eignet sich diese Kamera sehr gut für ambitionierte Fotoamateure, die je nach Gelegenheit eine einfach zu bedienende Schnappschusskamera oder eine Kamera mit allen denkbaren manuellen Einstellmöglichkeiten suchen. Ein Wermutstropfen bleibt die nicht vorhandene RAW-Unterstützung von iPhoto 5 sowie das sehr langsame RAW-Programm von Pentax.

Technische Daten von Pentax-Webseite

0 Kommentare zu diesem Artikel
931428