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Photolemur: Bilder realistisch oder lebhaft gestaltet

10.01.2017 | 13:37 Uhr |

Mit Photolemur sind Fotos ruckzuck und auch in großer Zahl besser anzusehen. Aber auch das hat mitunter seinen Preis.

Die Lemuren als Tierart gehören laut Wikipedia zur Gruppe der Feuchtnasenaffen . Man findet sie normalerweise auf der Insel Madagaskar vor der Ostküste Afrikas. Warum dieses zweifellos interessante Tier als Namensgeber dient und als Icon des Programms fungiert, konnte sich uns aber nicht erschließen. Auch eine Nachfrage beim Hersteller ergab hier keine klare Auskunft. Doch immerhin hebt  sich Photolemur schon vom Namen her von anderen Fotoprogrammen ab.

Funktionalität: Schlicht, aber effektiv

Und nicht nur dadurch. Denn die Funktionalität ist so einfach wie vielversprechend. Es ist nichts weiter zu tun, als eins oder mehrere digitale Fotos zu öffnen respektive auf das Programmfenster zu ziehen, schon wird automatisch eine gemäß dem Algorithmus von Photolemur optimierte Version erstellt. Diese lässt sich leicht in Vorher/Nachher mit dem Ausgangsbild vergleichen. Und mit einem Schieberegler in zwei Richtungen weiter anpassen: entweder nach rechts für ”lebhaft”, was die Farben und Kontraste nochmals verstärkt. Oder nach links zu ”realistisch”, wodurch Objekte in den Konturen und Facetten deutlicher hervorgehoben werden. Die Benutzerführung ist übrigens nur auf Englisch erhältlich, sodass dort in Wahrheit ”Realistic” und ”Vivid” steht.


Und mehr ist dann auch gar nicht zu tun, außer das Bild bei Bedarf zu beschneiden und zu exportieren oder zu teilen – für Minimalisten also genau das richtige Programm, dessen Ergebnisse sich in der Tat sehen lassen können. So heben sich bei einem Foto mit sehr dunklen Passagen schon in der Grundeinstellung ansonsten durch Schatten und Dunkelzonen fast unsichtbare Details hervor. Was sich dann über die Schieberegler nach persönlichem Geschmack noch verstärken lässt.
 Aufpassen muss man allerdings, sichtbar vor allem in der Vergrößerung auf 100 Prozent, beim Hervortreten von Artefakten und Bildrauschen. Daran lässt sich mit dem Programm selbst nichts ändern. Hier sollte man dementsprechend bedächtiger zu Werke gehen und es mit der Verbesserung nach links oder nach rechts nicht übertreiben. Eine weitere Stärke des Programms ist dagegen die Möglichkeit, Bilder gleich in Stapeln zu verarbeiten. Das kostet aber entsprechend mehr Zeit.

Fotoverbesserung per ”Autopilot”


Das Programm wirbt damit, der Welt erster ”Photo Enhancement on Autopilot” zu bieten, also Bildverbesserung vollautomatisch, ohne weiteres Zutun des Nutzers. Doch was macht Photolemur dafür eigentlich im Detail? Dazu erhält man Antwort auf dieser Seite, ” How it Works ”. Demnach bieten die Algorithmen zur Bildverbesserung zwölf Verfahren, die teilweise noch in Entwicklung sind. Dazu gehört eine automatische Farbwiederherstellung für mehr Brillanz. Oder eine Intensivierung des Himmelseindrucks. Die Belichtungszeit wird automatisch an das geöffnete Bild angepasst, sodass dunkle Abschnitte heller werden und umgekehrt. Nebel oder Smog sollen entfernt oder doch reduziert werden und eine natürliche Lichtkorrektur stattfinden. Auch eine Rauschreduzierung (Noise Reduction) ist eingearbeitet, wie effektiv diese tatsächlich ist, müsste man mit anderen entsprechenden Tools vergleichen. Zu diesen und den anderen Effekten gibt es auf der Webpage jeweils Beispiele mit Vorher/Nachher-Eindruck. Gearbeitet wird derzeit noch an einer Gesichtserkennung und der Verbesserung von beispielsweise Falten oder Hautunreinheiten. Insgesamt bleibt die Entwicklung dieses Tools auf jeden Fall spannend. Ein Wunsch an die Entwickler wäre es, die Prozesse zu optimieren, denn auch bei relativ kleinen Fotos und auf aktuellen Macs dauern Verbesserungen und Export mitunter etwas lang. 
Die fertigen Fotos lassen sich über Mail, Facebook und Twitter sowie andere Dienste teilen. Der Export gelingt in den gängigen Bildformaten einschließlich Photoshop.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

Photolemur 1.0.2 läuft ab OS X 10.10 und kostet im Mac App Store derzeit noch 20 Euro. Auf der Website des Entwicklers zahlt man im Moment 29 US-Dollar statt regulär 49 US-Dollar. Es scheint keine funktionalen Unterschiede zu geben – wie auch, außer der Automatik und dem Schieberegler für "Realistisch" und "Lebhaft" gibt es ja nichts weiter an Funktionen …


Fazit und Empfehlung

Es ist beeindruckend, was Photolemur schon in dieser ersten Version aus einem nicht ganz perfekten Foto macht. Laut Entwickler lernt das Programm über seine eingebaute künstliche Intelligenz und richtet sich zukünftig stärker nach den Vorlieben und Präferenzen des Nutzers. Für diesen Effekt konnten wir noch nicht lange genug testen, aber wir werden das beobachten. Wer schnelle und solide Verbesserungen für seine Fotos auch in Serie sucht, findet in Photolemur ein gutes, aber im regulären Preis nicht ganz billiges Tool, das sicher noch ausbaufähig ist.

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