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Photoshop Elements 3.0

05.02.2005 | 17:39 Uhr |

Semiprofessionelles Bildbearbeitungsprogramm auf hohem Niveau

Kurz nach der Betaversion von Photoshop Elements 3 (siehe Macwelt 11/04, Seite 26) ist die Bildbearbeitung von Adobe in der finalen deutschsprachigen Fassung eingetroffen. In dieser funktioniert nun die gründlich überarbeitete Hilfe einwandfrei. Auch insgesamt bestätigt sich unser ausgezeichneter Eindruck von den neuen Bildbearbeitungsfunktionen, die zum Teil - wie der Reparaturpinsel - vom Profiprogramm Photoshop CS übernommen sind. Das Tool zum Entfernen von roten Augen ist jetzt einfacher zu bedienen und arbeitet dabei sehr präzise. Nett ist die Möglichkeit, aus der neu gestalteten Werkzeugleiste das Tool zum „Ausstechen“ mit diversen Formen einzusetzen. Grundsätzlich präsentiert sich PSE 3 in drei funktional unterschiedlichen Hauptfenstern: Dateibrowser, Standardeditor für die gewohnten Funktionen einschließlich Hilfe- und Funktionspaletten sowie der Schnellkorrektur-Bereich, in dem mit einem Klick die wichtigsten Bildverbesserungen ausführbar sind. Hinzugekommen ist eine Leiste („Fotobereich“), die alle geöffneten Fotos in einer kleinen Vorschau mit direktem Zugriff anzeigt. Auch die Paletten und vor allem die Filtervorschau hat Adobe in Richtung Benutzerfreundlichkeit optimiert. In der neuen Filtergalerie öffnet sich das ausgewählte Bild in einer zoombaren Vorschau, die Filter zeigen sich ebenfalls - unterteilt nach verschiedenen Kategorien - in kleineren Fenstern vorab. Mit einem Klick auf eine Filtervorschau sieht man rasch, in welcher Weise sich das bearbeitete Bild verändert. Großartig ist die Möglichkeit, Filterebenen zu definieren, die auch mehrere oder mehrfach angewandte Filter übereinander in ihrer Wirkung auf das Bild anzeigen und bei Bedarf einzeln zu- und abschaltbar sind. Mit dem Update hat Adobe seiner Software außerdem neue Filter spendiert, etwa Störungen reduzieren - gerade bei diesem ist die Wirkung aber kaum merklich. Auch ein neuer Eintrag ins Filtermenü ist hinzugekommen: Intelligente Auto-Korrektur zur direkten Verbesserung der Bildqualität. Hervorragend klappt die Option, mehrere gleichzeitig eingescannte Fotos automatisch zu trennen und ausrichten zu lassen, wenn diese auf der Vorlage schief eingelegt waren. Über die neuen Vorzüge des Dateibrowsers berichteten wir bereits im Beta-Test zu PSE 3; insgesamt bietet dieser deutlich mehr Informationen und viele jetzt direkt zugängliche Funktionen. Auch die Übersicht und Suche durch Kriterien und Stichworte zeigt sich erheblich verbessert. Im Schnellkorrektur-Bereich für die intelligenten Verbesserungen hat man nun neben weiteren Optionen eine bessere Übersicht über die Auswirkung einer gewünschten Optimierung. Der automatische Versand von Fotos per E-Mail dagegen lässt wie gehabt leider keine weiteren Möglichkeiten zur Bestimmung der Bildgröße zu, die angehängten Bilddateien sind zu groß. Dafür hat sich die Geschwindigkeit vieler Verarbeitungsvorgänge deutlich gebessert, nur der Start des Programms selbst erfordert einige Geduld. Mit der aktuellen Version von PSE ist ein Blick zur gleichnamigen PC-Variante aufschlussreich. Adobe verweist auf iPhoto und verzichtet darauf, die Bildverwaltungsfunktionen des Organizers der PC-Variante in die Mac-Version zu übernehmen. Tatsächlich bietet der partiell eigenständige, auf Photoshop Album für Windows basierende Organizer Funktionen, die man auf dem Mac nur teilweise findet sowie einige Multimedia-Funktionen darüber hinaus. Auch die bestechende Möglichkeit, mehrere Fotos in variablen Layout-Druckvorlagen gleichzeitig zu arrangieren, gehört in diese Reihe.

Fazit

Bildbearbeitung, Hilfestellung und zahlreiche neue Funktionen in Photoshop Elements 3 können begeistern. Besonders die Unterstützung professioneller Werkzeuge einerseits, die sehr viel höhere Benutzerfreundlichkeit andererseits machen PSE 3 für jeden engagierten Bildbearbeiter mit semiprofessionellem Anspruch auf dem Mac zum Programm der Wahl. Leider ist die Software besonders mit Blick auf die gleichnamige PC-Variante zu teuer geraten. tha

Note: 5 Mäuse 2,0 gut.

Vorzüge: umfangreiches Angebot an Tools zur effektiven Verbesserung von digitalen Bildmaterial, zahlreiche Filter und Effekte, Unterstützung des RAW-Formats und 16-Bit-Farbkanals, ausgezeichnete Benutzerführung und Hilfe, Web-Export ist mit zusätzlichen Vorlagen

Nachteile: keine Unterstützung für CMYK-Druck, Bilder als angehängte E-Mails geraten zu groß, schwacher Filter zur Rauschenkorrektur, Tools wie Gradationskurve fehlen, sehr viel geringerer Umfang als gleichnamige Windowsversion

Preis: € (D) 90, € (A) XX, CHF XX; Upgrade € (D) 70 € (A) 125, CHF 95

Technische Angaben

Systemanforderungen: ab Mac-OS X 10.2.8

Info: Adobe

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