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Popeye lässt grüßen

22.05.2003 | 16:35 Uhr |

Mit Comic Book Maker bietet Modern Games ein günstiges Programm für Kinder ab 7 Jahren, mit dem sie eigene Cartoons um Garfield oder Popeye gestalten können. Nach Ansicht der Tester hat die Software jedoch noch manche Spinat-Injektion nötig, bis sie richtig Spass macht.

Kreativ und gutgelaunt setzt sich der fröhliche Macwelt-Redakteur (plumps) an seinen Lieblingsrechner (vroooooom), um seinen lustigen Arbeitsalltag in der Macwelt mit einem neuen, spannenden Produkttest zu beginnen:
Auf dem Programm stehen "Comic-Strips in Eigenregie", zu erstellen mit der knapp 8 Euro teueren Software Comic Book Maker. Modern Games liefert die Software in zwei Versionen, einmal für Garfield-Liebhaber und einmal in der Popeye-Edition. Leider läuft die CD nicht unter Mac-OS X, also, Mac-OS-9-Rechner anwerfen, CD einschieben, und schon wird es schwarz am Bildschirm (blinzel). Dann erscheint ein Fenster, das die erste Comicseite und einen aktuellen Bildausschnitt zeigt, acht Knöpfe für die Bedienung, drei Reihen mit vorgegebenen Symbolen zum Gestalten.
Und schon zeigt sich das erste Problem: Auch wenn das Programm wohl in erster Linie für Kinder gedacht ist, und die Entwickler versucht haben, ein selbsterklärendes Interface zu entwickeln, ein bisschen mehr Anleitung, als in dem beiliegenden 4 Seiten dünnen "Handbuch" hätten wir uns schon gewünscht. Auch im Programm haben wir keine Hilfefunktion entdecken können. So bleiben uns einige im Handbuch angegebenen Funktionen wie etwa um ein Bild zu vergrößern, verwehrt.
Erst im Trial-and-Error-Verfahren kommen wir den Funktionen der einzelnen Knöpfe auf die Spur. Dann, aber munter durch das Angebot an Hintergründen, Figuren und sonstigen Gestaltungselementen gesaust, und der erste Comic gebaut. Die vorgebenen Motive lassen sich einfach in ein offenes Bild ziehen und dort platzieren. Da die Größe der einzelnen Szenen auf 12 quadratische Bildchen pro Seite beschränkt ist, können wir die Beschränkung auf maximal 50 platzierbare Grafiken pro Bild verschmerzen. Obwohl unser Sternenhagel ruhig noch etwas dichter hätte ausfallen dürfen...
Leider wird der kreative Schwung immer wieder gebremst: Selbst wenn man von einem Programm dieser Preisklasse keine ausgefeilten Funktionen erwarten darf, ärgern wir uns: Wieso reagiert das Programm selbst auf einem Power Mac G3 der die empfohlenen Systemvoraussetzungen von 12 MB RAM und 2fach CD-Laufwerk dreimal erfüllt, so langsam? Kinder haben wenig Geduld, und sind schließlich mehr damit beschäftigt, versehentlich ins Bild geklickte Bestandteile wieder zu löschen, als die gewünschten einzufügen. Dass sich die vorgegebenen Elemente weder in der Größe verändern, noch drehen, sondern nur spiegeln lassen, macht die Grenzen des Comic-Repertoires schnell deutlich. Auch die Textmenge will immer seltener in die vorgegebenen Sprechblasen passen - die drei möglichen Schriftgrößen reichen zur Lösung leider nicht aus.
So wandelt sich der anfängliche Enthusiasmus schnell in Langeweile. Und da wir bis zum Schluss nicht herausfinden können, wie man Comics über mehrere Seiten laufen lässt, wird der Comic Maker wohl allenfalls als nettes Gestaltungstool für Einladungen und nett gemeinte Notizen dienen.
Für Comics bleiben wir jedoch lieber bei dem legendären Kid Pix von Broderbund, das mit einem Preis von 20 US-Dollar zwar teurer, jedoch dem Comic Maker bei weitem überlegen ist.

Steckbrief


Comic Book Maker Popeye


Urteil: Nett gemachte, aber sehr eingeschränkte Software zum Gestalten eigener Comics


Vorzüge: keine Installation, einfach zu bedienen, günstig


Nachteile: langsam, schlecht erklärt, eingeschränkte Funktionen, läuft nicht unter Mac-OS X


Alternative: Kid Pix


Preis: 7,99 Euro

Systemvoraussetzungen: Power Mac, 12 MB RAM, CD-Laufwerk, ab Mac-OS 7.01


Info: Modern Games , Tel (D) 0 24 08/96 92 18

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