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Powerbook 12 Zoll 1 GHz

13.10.2003 | 16:45 Uhr |

Beim Auspacken ist es ein besonderes "sexy thing", beim Testen vergeht einem schnell die Freude: Apples kleinstes Powerbook mit 1 GHz G4-Prozessor hat der Kraft und Vielseitigkeit der großen Brüder nichts entgegenzusetzen.

Schick: Auf den ersten Blick lässt es sich durchaus schnell in das 12-Zoll-Powerbook verlieben.
Vergrößern Schick: Auf den ersten Blick lässt es sich durchaus schnell in das 12-Zoll-Powerbook verlieben.
© 2015

Kurz nachdem die neuen Powerbooks mit 15- und 17-Zoll-Bildschirmen im Macwelt-Testcenter alle Kategorien mehr oder weniger mit Bravour absolvierten, trudelte das kleinste Aluminium-Powerbook mit 12-Zoll-TFT und Motorolas G4-Prozessor (MPC 7447) mit 1 GHz ein. Grundsätzlich ist dieses Modell - Münchens Niederlassung von Cancom stellte uns die Superdrive-Ausgabe zur Verfügung - optisch und qualitätstechnisch ein herausragendes Produkt. Schon das Auspacken sorgt für eine Gänsehaut, der erste Kontakt mit der edlen Hardware hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Nach der Installation des mitgelieferten Mac-OS X 10.2.7 bleibt der gute Eindruck zunächst einmal bestehen. Doch beim Herumspielen mit Ordnern und Programmen scheint eine unsichtbare Bremse das System auf eine eher gemütliche Arbeitsgeschwindigkeit zu reduzieren. Ein Blick in den Apple-Store entlarvt diese Bremse sehr schnell: Beide 12-Zoll-Modelle laufen jeweils mit nur 256 MB DDR266-Arbeitsspeicher vom Fließband. Gemäß unserer Benchmark-Richtlinien rüsten wir das Powerbook auch gleich mit einem zusätzliche 512-MB-Modul auf insgesamt 768 MB auf - ohne diesen kleinen Schub fallen unsere Benchmark-Ergebnisse noch einen Tick schlechter aus.

Alle Alu-Powerbooks in der Benchmark-Übersicht.
Vergrößern Alle Alu-Powerbooks in der Benchmark-Übersicht.
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Ein Blick auf die Tabelle mit den Benchmark-Resultaten spricht Bände: Leistungstechnisch trägt das 12-Zoll-Powerbook im Aluminium-Rudel die rote Laterne. In vielen Fällen liegt der mobile Winzling sogar noch weit hinter dem 15-Zöller, welches auf den gleichen Motorola-G4-Prozessor mit derselben Taktfrequenz (1 GHz) zurückgreift. Größter Unterschied in Sachen Hardware ist sicherlich der verwendete Grafikchip: Beim 12-Zöller müssen die Anwender mit dem Geforce FX 5200 Go von Nvidia vorlieb nehmen, in der oberen Liga mischt ATIs Radeon 9600 Mobility mit. Diese Entscheidung hat direkte Auswirkungen auf die OpenGL-Tests mit Unreal Tournament 2003: Mit Abstand legt das 12-Zoll-Book in dieser Disziplin das schlechteste Ergebnis an den Tag. Doch die schlechte Performance beschränkt sich nicht nur auf diese Kategorie - grundsätzlich hinkt das kleinste Alu-Powerbook dem Rest der Familie hinterher.
Im direkten Ausstattungsvergleich mit den 15- und 17-Zoll-Vertretern kann der 12-Zöller ebenfalls nicht wirklich überzeugen: Keine Tastaturbeleuchtung, kein PC-Card-Bus, und die Ethernet-Schnittstelle verträgt sich maximal mit 100-Mbit-Netzen - bei den erwachsenen Powerbooks ist von Haus aus Gigabit-Ethernet dabei. Auch fehlt die Firewire-800-Schnittstelle, die Apple den großen Modellen spendiert hat. Sicherlich muss jeder Anwender für sich selbst entscheiden, ob er diese Funktionen überhaupt benötigt - bei einem Preis von mehr als 2000 Euro hinterlässt das Fehlen dieser Dinge allerdings einen unangenehmen Nachgeschmack.

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