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Primera Trio: Multifunktionsdrucker für unterwegs im Test

15.06.2016 | 08:30 Uhr |

Kleiner geht es kaum noch: Wir testen einen Multifunktionsdrucker für die Tasche. Interessant ist der Primera Trio für das mobile Büro.

Der Primera Trio ist mit seiner Stellfläche von weniger als ein A4-Blatt einer der wenigen mobilen Multifunktionsdrucker auf dem Markt. Sein größter Konkurrent ist der HP Officejet 150. Der Primera Trio kann, wie die Bezeichnung Trio schon vermuten lässt, drucken, kopieren und scannen. Zum Kopieren und Scannen verwendet das Gerät einen Einzugsscanner an seiner Vorderseite. Damit man den Primera Trio unterwegs auch unabhängig vom Stromnetz verwenden kann, besitzt er einen eingebauten Lithium-Ionen-Akku. Dieser hält laut Primera für die Ausgabe von bis zu 350 Seiten. In unserem gesamten Testdurchlauf mussten wir das Gerät nicht laden. Dabei haben wir über 100 Seiten gedruckt und dutzende Scans durchgeführt.

Der Primera Trio istein kleiner und leichter Multifunktionsdrucker für unterwegs. Seine Stellfläche ist kleiner als ein A4-Blatt
Vergrößern Der Primera Trio istein kleiner und leichter Multifunktionsdrucker für unterwegs. Seine Stellfläche ist kleiner als ein A4-Blatt
© Markus Schelhorn

Der Primera Trio lässt sich nur an einem PC mit Windows- oder Mac-Betriebssystem verwenden. Über die Hersteller-Webseite kann man Treiber für Windows- und Apple-Rechner laden. Am Mac lässt sich so der Drucker und Scanner auch mit Bordmitteln verwenden.

Drucken

Angesichts der Größe muss man Kompromisse beim Drucken eingehen. Denn das kompakte Gerät kann nur eine Druckerpatrone verwenden, die man zum Betrieb übrigens hochklappen muss. Während des Druckvorgangs ist der Schlitten mit der Patrone ungeschützt, so muss man aufpassen, beim Drucken nicht versehentlich in den Patronenschlitten zu langen.

Bevor man mit dem Primera Trio druckt, muss man die Druckerpatrone hochklappen. Hier ist sie noch zugeklappt
Vergrößern Bevor man mit dem Primera Trio druckt, muss man die Druckerpatrone hochklappen. Hier ist sie noch zugeklappt
© Markus Schelhorn
Der Primera Trio im druckbereiten Zustand: Die Patrone ist hochgeklappt
Vergrößern Der Primera Trio im druckbereiten Zustand: Die Patrone ist hochgeklappt
© Markus Schelhorn

Da der Drucker nur eine Patrone aufnimmt, kann man entweder eine farbige Patrone einsetzen, die Cyan, Magenta und Gelb enthält. So kann man zwar Farbdrucke ausgeben, das Schwarz setzt der Drucker dann allerdings aus allen Farben zusammen. Das erhöht die Druckkosten, zudem ist das Schriftbild etwas schlechter als mit einer reinen Schwarz-Patrone. Denn dies ist auch möglich: Statt der Farbpatrone kann man auch eine Schwarzpatrone einsetzen. Der Drucker erkennt dabei automatisch, welche Patrone gerade eingesetzt ist.

Die Druckerpatronen kann man nur direkt beim Hersteller bestellen . Diese gibt es in einer Standard-Capacity und High-Capacity. Die Farbpatrone mit hoher Kapazität kostet stolze 59,44 Euro, die entsprechende Schwarz-Patrone 54,68 Euro. Primera gibt eine Reichweite für seine Patronen nach ISO/IEC 24711 wie folgt an:

Primera 53376 High-Yield Farbe: 260 Seiten, 22,9 Cent/Seite

Primera 53377 High-Yield Schwarz 185 Seiten, 29,6 Cent/Seite

Primera 31020 Standard Yield Farbe 70 Seiten, 67,9 Cent/Seite

Primera 31021 Standard Yield Schwarz 135 Seiten, 31,7 Cent/Seite

Das deckt sich mit unseren Praxistests: Nach über 20 Seiten (gemischt mit Text und Bild) zeigt der Druckertreiber bei frisch eingelegter Schwarz-Patrone mit Standard-Capacity noch einen Füllstand von 80 Prozent an. So hält eine Schwarz-Patrone mit geringerer Füllmenge je nach Dokumententyp mindestens 100 Seiten, bei reinem Text deutlich länger.

Legt man das Papier ordentlich ein, dann zieht der Drucker es auch zuverlässig ein. Nur in einem Fall hat der Drucker das Papier schief eingezogen, da war allerdings das Papier falsch eingelegt. Allerdings haben wir so bemerkt, dass man einen Druckjob nur im Druckertreiber am Mac oder Windows-PC abbrechen kann, was auch anstandslos funktioniert. Ein Abbruch des Druckjobs direkt am Gerät ist nicht möglich. Sollte das Papier ausgehen, meldet der Druckertreiber dies auch.

Drucken mit Farbpatrone

Die Geschwindigkeit ist für einen mobilen Drucker ordentlich: Für unser sechsseitiges PDF-Dokument bestehend aus Grafiken, Text und Bildern braucht der Drucker mit eingesetzter Farbpatrone 5:28 Minuten, ein ausgewachsener Desktop-Tintenstrahldrucker ist bestenfalls doppelt so schnell. Die Druckqualität ist durchaus zufriedenstellend. Lediglich bei der Ausgabe großflächiger Grafiken bemerkt man eine deutliche Streifenbildung. Der Textdruck ist auch mit Farbpatrone gut und unterscheidet sich gegenüber dem Textdruck mit einer Schwarzpatrone nur durch ein etwas blasseres Druckbild. Für Business-Dokumente reicht die Druckqualität gut aus. Nach 38 Sekunden liegt ein reiner Textausdruck auf dem Tisch, die Schrift-Qualität mit Farbpatrone ist befriedigend.

Drucken mit Schwarz-Patrone

Unser sechsseitiges PDF-Dokument gibt der Primera Trio mit Schwarzpatrone innerhalb von 3:38 Minuten deutlich flotter aus als mit eingelegter Farbpatrone. Auch hier bemerken wir bei voreingestellter Standardauflösung des Druckertreibers eine deutliche Streifenbildung bei großflächigen Grafiken. Das Druckbild ist insgesamt ausreichend. Für die Textausgabe braucht der Primera Trio mit Schwarzpatrone 31 Sekunden, der Textdruck ist zudem mit einem satteren Schwarz, als es es die Farbpatrone schafft. Das Textbild unterscheidet sich ansonsten kaum von dem der Farbpatrone. Die Qualität des Textdrucks ist befriedigend.

Kopieren und scannen

Dank des Einzugsscanners an der Vorderseite des Primera Trio kann man auch kopieren und scannen. Im Test gelingt es uns kaum, ein Blatt Papier so einzulegen, das es auch gerade durch den Scanner gezogen wird. So ist ein Scan beziehungsweise eine Kopie meist etwas schief. Für die Scannen- und Kopieren-Funktion muss man den Primera Trio per USB-Kabel an einen Rechner anschließen. Ein eigenständiges Kopieren ohne die Hilfe eines Rechners ist leider nicht möglich.

Der Treiber von Primera ist nur in Englisch erhältlich, allerdings sehr leicht zu bedienen.
Vergrößern Der Treiber von Primera ist nur in Englisch erhältlich, allerdings sehr leicht zu bedienen.

Am Mac steuert man die Kopien beziehungsweise Scans über den Primera-eigenen Treiber, der zwar nur englischsprachig ist, sich dafür aber sehr leicht bedienen lässt. Zudem kann man die Scan-Funktion auch mit dem OS-X-Programm Digitale Bilder nutzen.

Ein A4-Blatt scannt das Gerät mit 150 ppi innerhalb von 34 Sekunden ein, diese Auflösung ist für Dokumente völlig ausreichend. Die maximale Auflösung des Einzugscanners liegt bei 600 ppi. Eine Kopie von einer Seite erstellt der Primera Trio in Schwarzweiß innerhalb von 78 Sekunden, mit Farbpatrone einige Sekunden länger. Die Kopierqualität ist ausreichend.

Empfehlung mobiler Multifunktionsdrucker Primera Trio

Der Gerätepreis des Primera Trio ist im Vergleich der allgemein sehr niedrigpreisigen Multifunktionsdrucker hoch. Auch die Seitenpreise bewegen sich deutlich im oberen Segment. Die Druckqualität ist dabei für Office-Anwendungen ausreichend. Dieser Preis lohnt sich nur für diejenigen, die unterwegs häufig Dokumente drucken, kopieren und scannen möchten.

Primera TrioHandlicher Multifunktionsdrucker mit Akku für unterwegs

Hersteller

Primera

Preis

399 Euro,  aktueller Amazon-Preis

Vorzüge

Sehr geringe Maße, unkompliziert, mit Akku

Nachteile

Kein eigenständiges Kopieren möglich, hohe Druckkosten, nur ausreichende Druckqualität

Gesamtnote

2,6 befriedigend

Leistung (50%)

3,0

Ausstattung (20%)

2,3

Handhabung (20%)

2,2

Ergonomie (10%)

1,5

Alternativen

HP Officejet 150, Canon Pixma IP110 (nur Drucker), Epson Workforce WF-100W (nur Drucker)

Technische Daten

Druck: 4800 dpi, Scan: 600 ppi, Maße und Gewicht: 290 mm x 46 mm x 165 mm (BxHxT), 1,3 kg.

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