Von Andreas Zerr - 02.08.2007, 13:25

Produktion in-a-box

Dass auch Final Cut Pro im Gesamtpaket ein paar Neuerungen abbekommen hat, scheint fast nebensächlich, betrachtet man die Liste der Neuerungen in Motion, Soundtrack Pro und Konsorten. Zwei Jahre hat Apple mit der Ankündigung einer neuen Version des beliebten Schnittprogramms gewartet; ein langer Zeitraum.

Nach zwei Jahren nur ein, zwei neue Kernfunktionen, und eine Handvoll Nebensächlichkeiten? Ein wenig Enttäuschung macht sich breit, hatte man doch zumindest ein großes Timecode-Fenster oder mitwandernde Timeline-Markierungen erwartet – doch auch das sechste Release von Final Cut Pro beendet das Avid-Trauma nicht: In der Konkurrenzsoftware sind zumindest diese beiden Funktionen seit Ewigkeiten Standard. Doch hier hilft alles Gezeter nichts, ein großes Timecode-Fenster kann man für ein paar Dollar nachkaufen, und wandernde Markierungen gibt‘s halt nicht. Basta.
Schnelles Komprimieren und kleine Datenraten
Doch man tut Apple Unrecht, wenn man der Entwicklungsabteilung Faulheit vorwirft, denn ein neuer Codec (Pro Res) und eine formatunabhängige Timeline sind zumindest für Schnitt-Profis eine große Hilfe. Der neue Kompressor Pro Res 422 macht aus fett schlank, aber aus groß nicht klein, und aus schön schon gar nicht hässlich. Pro Res ist für die Bearbeitung von HD-Video optimiert, wobei es die unglaublichen Datenraten unkomprimierter HD-Videos von 100 MB auf rund 20 MB pro Sekunde zusammendampft, und das ohne Qualitätsverlust. Verschiedene Tests zeigen keinen sichtbaren Unterschied zwischen Original-Footage und Pro-Res-komprimiertem Video, wobei die Datenrate von Pro Res gering genug ist, von der internen Festplatte eines Macbook Pro (Model 2007) ruckelfrei abgespielt zu werden, und das bei voller Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten. Selbst eine externe Festplatte ohne eigene Stromzufuhr, in unserem Fall eine Little Big Disk von La Cie, kommt mit der Datenrate problemlos zurecht.
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