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Profimonitor im Test: Eizo CX241

29.07.2014 | 17:29 Uhr |

Erstmals bringt Eizo einen Hardware-kalibrierbaren Monitor mit integriertem Sensor zu Selbstkorrektur. Ein vollwertiges Messgerät ist das nicht. Wir prüfen, was der Monitor im Labor und in der Praxis leistet.

Erstmals bringt Eizo einen Hardware-kalibrierbaren Monitor mit integriertem Sensor zu Selbstkorrektur. Ein vollwertiges Messgerät ist das nicht. Wir prüfen, was der Monitor im Labor und in der Praxis leistet.

Mit dem CX241 bekommt Eizos CX-Familie ein neues Mitglied. Wie die unter der CG-Serie angesiedelte Produktlinie richtet er sich ebenfalls an Farbmanagement-Bedürftige, verzichtet aber auf ein eingebautes vollwertiges Messgerät zur Selbst-Kalibrierung. Ansonsten wartet das Gerät mit den bekannten Leckereien aus der obersten Monitorbauschublade auf. Das Hardware-kalibrierbare IPS-Panel thront auf dem vermutlich schönsten Monitorfuß und ist ausgesprochen blickwinkelstabil. Es deckt dank seiner GB-r-LED-Hintergrundbeleuchtung einen erweiterten Farbraum ab. Es kann daher Adobe RGB , ISO Coated V2 und sRGB vollumfänglich darstellen. Zur Kalibrierung liegt dem Monitor die Color-Navigator-Software bei. Allerdings muss der Anwender auf ein externes Messgerät zurückgreifen, etwa ein i1 Pro von X-Rite . Der im Monitor eingebaute Korrektur-Sensor soll lediglich den Weißpunkt und die Helligkeit der Bildschirmfarben konstant und stabil halten, zu einem vollständigen Kalibrierungslauf eignet sich dieser Sensor nicht.

Mit einem Preis von knapp 1100 Euro liegt der CX241 etwa 600 Euro unter dem gleich großen Modell der CG-Serie, dem CG247.

Der Bildschirm hat eine Diagonale von 24 Zoll (61 cm) und stellt 1920 mal 1200 Pixel dar. Die Blickwinkel des IPS -Panels sind wie üblich mit 178° horizontal und vertikal angegeben und sorgen bei dieser Größe für keinerlei Farb-Irritationen. Die wesentlichen Display-Eigenschaften kann der Anwender Hardware-seitig justieren, etwa die Helligkeit, den Weißpunkt und die Tonwertkurve. Sind diese einmal kalibriert, überprüft der verbaute Korrektur-Sensor in vom Anwender bestimmbaren Intervallen die Parameter und signalisiert über die Color Navigator-Kalibrierungs-Software gegebenenfalls eine Nachkalibrierung.

Das Display lässt sich drehen, neigen, in der Höhe verstellen und in den Porträt-Modus kippen. Über DVI , HDMI oder Display Port kann der CX241 an den Mac angeschlossen werden. Ein zweifacher USB-2.0-Hub ermöglicht sogar den Einsatz an zwei Rechnern. Die Garantie beträgt – wie von Eizo seit Jahren gewohnt – 5 Jahre.

Notizen aus dem Testcenter

Der Monitor wird mit der Kalibrierungs-Software Color Navigator 6 (aktuell 6.4.6.8) ausgeliefert. Mit der Software lassen sich quasi alle Monitor-Parameter nach Belieben anpassen, Helligkeit, Weißpunkt, Schwarzpunkt und Tonwertkurve. Darüber hinaus lassen sich verschiedene Profile in den Monitor laden, sodass der CX241 dann den gewünschten Geräte- oder Arbeitsfarbraum simuliert. Die Software liegt allerdings nach wie vor nur auf Englisch vor und kann auch nur Eizo-Monitore kalibrieren.

Die Kalibrierung ist in logische Einzelschritte unterteilt. Nach der Auswahl von Luminanz und Weißpunkt werden Schwarzpunkt und Tonwertkurve justiert. Nach der Auswahl des Messsensors beginnt die Kalibrierung. Im Anschluss erhält der Anwender eine Art Messprotokoll über die tatsächlich erzielten Parameter. Bedauerlicherweise lässt sich das erzeugte Profil in der Anwendung nicht speziell benennen. Es erhält von der Anwendung lediglich eine numerisch fortlaufende Kennung. Bei mehreren Profilen kann dies verwirren.

Die Testergebnisse

Den CX241 testen wir zunächst im unkalibrierten Zustand mit dem aktuellen UDACT 2.3 und einem i1 Pro von X-rite. Als Bildvoreinstellungen kann der Anwender zwischen Adobe RGB, sRGB, Papier und einem Anwender-Modus wählen. Für die Kalibrierung stehen darüber hinaus drei Speicherplätze für verschiedene Ziele zur Verfügung. Schon hier macht der CX241 bereits eine gute Figur, kann aber noch nicht restlos überzeugen. Profil- und Softproof-Qualität liegen jeweils jenseits hinnehmbarer Grenzwerte. Nach der Kalibrierung auf Adobe RGB herrscht dann aber wieder eitel Sonnenschein. Sowohl Weißpunkt (0,5 DeltaE) als auch Schwarzwert (0,2 Candela/qm) sind exzellent. Die Graustufen sind mit einer maximalen Farbdrift von nur 0,98 Delta C sehr neutral. Der sogenannte „Digital Uniformity Equalizer“ (DUE), mit dem eine gleichmäßige Helligkeit und Farbe am Bildschirm erzielt werden soll, leistet gute Arbeit. Die Helligkeitsschwankungen liegen im Maximum bei acht Prozent und die Farbschwankungen sogar nur bei ein Prozent! Dank der Hardware-Kalibrierung verliert der CX241 durch die Kalibrierung auch keine Tonwerte. Die Arbeitsfarbräume von Adobe RGB, sRGB und ISO coated v2 kann der Eizo daher tatsächlich vollumfänglich darstellen.

Die Schaltzeiten der Flüssigkristalle, die wir bei jedem Monitor vermessen, sind zwar eher für Gamer denn für Farbmanagement-Profis relevant. Doch sie offenbaren einen Nachteil der im CX241 arbeitenden IPS-Technologie. Denn mit einem Wechsel von Schwarz nach Weiß und zurück in 15,68 ms legt er im Rahmen seiner Möglichkeiten zwar eine flotte Sohle aufs Parket. Ein Foris-Modell aus der gleichen Monitorschmiede meistert diesen Parcours allerdings noch deutlich schneller.

Auch der Stromverbrauch ist in dieser Geräteklasse eher zweitrangig, zumal der CX241 über einen separaten Ein-/Ausschalter verfügt. Doch im Standby-Modus zieht er immer noch 8 Watt. Bei 120 Candela/qm sind es aber moderate 37 Watt und selbst bei 100 Prozent Helligkeit zeigt er sich mit 57 Watt recht genügsam.

Kaufempfehlung und Fazit

Der CX241 zeigt sich als Profi-Monitor und liefert kompromisslose Qualität nach der Kalibrierung. Wer auf den eingebauten Swing-Sensor der CG-Version verzichten kann – und dabei auch noch 600 Euro spart, bekommt einen erstklassigen Hardware-kalibrierbaren IPS-Monitor mit erweitertem Farbraum, der quasi jeden Arbeitsfarbraum in Druck, Fotografie und Film/Video/TV simuliert.

Eizo CX241

Hersteller: Eizo

Preis: € 970, CHF 1180

Note: 1,4 sehr gut

Leistung (40 %) 1,2

Ausstattung (30 %) 1,4

Handhabung (20 %) 1,4

Ergonomie/Verbrauch (10 %) 2,0

Vorzüge: Sehr großer Farbraum, sehr genaue Kalibrierung

Nachteile: Vergleichsweise hoher Stromverbrauch, langsame Reaktionszeiten

Alternative: NEC Spectraview 242, Eizo CG247

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