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Propellerhead Record 1.5: Zurück zum Aufnahmestudio

23.02.2011 | 17:20 Uhr |

Propellerhead Record ist vor fast einem Jahr mit dem Anspruch angetreten, Nur-Musikern ein leicht zu bedienendes Aufnahmestudio zu bieten. Die neue Version 1.5 untermauert dieses Ziel eindrucksvoll.

Record 1.5
Vergrößern Record 1.5

Record möchte vor allem eins sein: leicht zu bedienen. Dafür bietet Propellerhead eine Rack-artige Bedienoberfläche, in der einfach alle für eine Aufnahmesession nötigen Geräte eingesetzt werden. Um die Verkabelung muss man sich in der Regel nicht kümmern, das erledigt Record automatisch.

Das mitgelieferte Equipment ist allerdings sehr rudimentär: ein Instrument mit einigen Presets, einige Studio-Effekte, ein dem SSL 9000 nachempfundener kompletter Mixer und reichlich Aufnahmespuren. Für Bands, die unkompliziert Probesessions mitschneiden möchten, reicht das aus. Ein echtes Studio wird Record aber erst in Verbindung mit Reason. Zusammen wirken beide dann aber wie ein echtes Traumpaar.

Neu bei Record 1.5 ist derselbe Pattern-basierte Aufnahmemodus namens Blocks, den auch Reason bietet. Hier können ganz einfach bis zu 32 wiederkehrende Song-Bestandteile mit dem kompletten Line-up im Mehrspurverfahren aufgenommen und flexibel in einen Song übertragen werden. Dabei können nun auch einzelne MIDI-Notenbereiche einem Rack-Instrument fest zugeordnet werden. So kann man einen Song mit mehreren virtuellen Instrumenten gleichzeitig auf mehreren Spuren aufzuzeichnen.

Spektakulärster Neuzugang bei Record ist der Neptune Pitch Adjuster and Voice Synth, der ein bisschen Melodyne-Feeling ins Studio bringt. Der Neptune erlaubt Tonhöhen-Korrekturen eines monophonen Audiosignals gemäß einer eingestellten Tonleiter oder auf Grundlage eingehender MIDI-Noten. Damit die korrigierte Fassung anschließend nicht wie eine Nachsynchronisation von Micky Maus klingt, lassen sich auch die für den Klang der Stimme entscheidenden Formanten an die veränderte Lage anpassen. Das Tool funktioniert gut, wenngleich es nicht möglich ist, wie bei Melodyne einzelne Noten zu korrigieren, sondern nur eine komplette Audiospur.

Der Voice Synth funktioniert wie ein Harmonizer, der aus dem monophonen Audio-Signal mit MIDI-Unterstützung einen mehrstimmigen Satz produziert.

Beide Module funktionieren prima, dennoch sollte man keine allzu hohen Erwartungen haben, aus einer schlechten Vokalspur plötzlich eine Hitline machen zu können: Bei genauem Hinhören klingen die manipulierten Ergebnisse so wenig natürlich wie Cher mit ihren berühmten Kieksern. Aber das kann ja auch schön sein.

Fazit

Es bleibt dabei: Record ist eine schlanke und funktionale Lösung für unkomplizierte Studiosessions mit echten und - in Kombination mit Reason - hervorragenden virtuellen Instrumenten. Der MIDI-Sequencer und die Audiobearbeitung reichen nicht an die Funktionsvielfalt der Spezialisten Logic oder Cubase heran, reichen für straighte Produktionen aber absolut aus. Immer noch ärgerlich ist, dass sich keine Plugins in Record einbinden lassen, die das Angebot an Klangerzeugern noch einmal deutlich aufwerten würden.

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