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Räume vermessen per iPhone: Roomscan Pro

21.05.2014 | 18:02 Uhr |

Es klingt nach faulem Zauber: Einmal kurz das iPhone an alle Wände eines Raumes halten, und schon bringt Roomscan einen exakten Grundriss aufs Display.

Passt das Sofa an die Wand? Wie breit muss die Jalousie sein? Wie viele Rollen Tapete brauchen wir für dieses Zimmer? Hat der Raum tatsächlich so viele Quadratmeter, wie der Wohnungsbesitzer immer behauptet? Wer diese Fragen beantworten möchte, muss sich bislang mit Zollstock, Maßband oder – ganz modern – Laser-Entfernungsmesser bewaffnen, seine Messungen mit Zettel und Bleistift notieren und womöglich im Rechner nachzeichnen. Die App Roomscan Pro verspricht, die Vermessungsarbeiten einfach dadurch zu erledigen, dass man sein iPhone einmal kurz an alle Wände drückt – die Grundmaße eines Raumes sind so in ein paar Sekunden ermittelt.

Skeptiker an die Front

Roomscan nutzt die diversen Bewegungssensoren des iPhone, um durch Messung von Beschleunigung und Lage im Raum zu ermitteln, wie weit man sich von Mess­punkt zu Messpunkt bewegt hat. Das klingt erst mal sehr ungenau, und das ist es letztlich auch – der Hersteller spricht von Genauigkeiten bis etwa 10 Zentimeter. Doch im Test trifft die App die meisten Maße erstaunlich genau, wenn wir uns beim Messen etwas Mühe geben.

Bei uns funktioniert die App, bei anderen tut sie es nicht. Wir können nur jedem raten, zunächst die kostenlose Roomscan-Version zu prüfen und erst dann die Vollversion zu erwerben. Im App Store finden sich neben vielen begeisterten Nutzern auch etliche und zum Teil sehr harsche Kritiken von Leuten, bei denen die App versagt, was vermeidbar wäre.

Kleiner Rundgang

Roomscan ist zur Vermessung von Wohnungen gedacht, folglich liegt vor dem Scan das Anlegen einer Wohnung und eines ersten Raumes. Danach wird man aufgefordert, das iPhone nacheinander auf die Wände des Raumes zu halten. Dabei sollte man längere Wände mehrfach scannen. Kommt man an eine Tür, hält man das iPhone innen an den Rahmen und drückt entsprechende Knöpfe. Man sollte den Raum dabei ruhig eineinhalbmal umrunden und erst dann auf "Finish" tippen, um den Grundriss erstellen zu lassen.

Nacheinander schreitet man mit dem iPhone Wände und Türen ab. Am Ende zeigt der Plan die Maße und alle Bewegungen des Telefons.
Vergrößern Nacheinander schreitet man mit dem iPhone Wände und Türen ab. Am Ende zeigt der Plan die Maße und alle Bewegungen des Telefons.

Im Grundriss lassen sich alle Maße anklicken und korrigieren. Misst man einige Wände doch noch mit dem Zollstock nach, kann Roomscan diese aufnehmen und die Raummaße entsprechend verbessern. Fenster und Türen lassen sich nachträglich einfügen und verändern. Die Pläne kann man als Bild, PDF oder CAD-taugliche DXF-Datei verschicken.

Schneller Überblick

Natürlich trifft Roomscan Pro nicht jedes Maß auf Anhieb. Ein ums andere Mal löschen auch wir einen Raum und beginnen von vorn, doch man merkt schnell, wie man die App zu mehr Präzision treibt: Wenn man nicht viel mit dem iPhone fuchtelt, sondern relativ direkt und zügig die Wände abgeht, werden die Ergebnisse besser, und selbst verwinkelte Räume werden gut erfasst. Natürlich darf man keine Perfektion erwarten, sondern eher eine Skizze, die man dafür im Vorbeigehen und ohne weitere Hilfsmittel machen kann.

Roomscan Pro

Hersteller: Locometric Ltd.

Preis: 4,49 Euro

Note: 1,5 gut

Vorzüge: Erstaunlich genaue Ergebnisse, intuitive Bedienung

Nachteile: PDF-Export ohne Maße, nur auf Englisch

Alternative: Point and Measure

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