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Realbasic 2007 Release 2

01.08.2007 | 12:06 Uhr |

Gerade mal drei Monate nach dem ersten Release folgt eine zweite Version von Realbasic 2007. Neu sind hier der schnellere Compiler, die Möglichkeit, Code-Teile auszublenden, Verbesserungen am Debugger und die Unterstützung vom Rich Text Format im Editfield

Realbasic 2007 Release 2, Bild1
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Bisher hat Realbasic bei jedem Programmstart im Debugger alles neu kompiliert. Doch die neue Version kompiliert nur noch die Code-Fragmente neu, die sich geändert haben oder abhängig sind von einem geänderten Code-Fragment. Eine Änderung an einer globalen Variable (zum Beispiel von Integer auf Variant) erzwingt alle Code-Fragmente neu zu kompilieren, die diese Variable benutzen. Beim nächsten Start kompiliert Realbasic das Projekt dann deutlich schneller. Wenn man das fertige Programm bauen lässt, wird es komplett neu kompiliert.

Flotter zum Programm

Für alle Plug-in Entwickler und Benutzer gibt es als besonders gute Nachricht: Das Vorkompilieren des Plug-in-Codes läuft jetzt deutlich schneller. Auf unserer Testmaschine dauert das Vorkompilieren statt fast drei Minuten bei der 2006er Version nur wenig mehr als eine halbe Minute.

Der Code-Editor kann den Inhalt von Bedingungen und Schleifen ausblenden, was kurzzeitig die Übersichtlichkeit verbessern kann. Die Ausblendungen werden nicht mit im Projekt gespeichert. Beim Select Case klappt das Ausblenden wohl nicht korrekt, aber bis Release 3 könnte das behoben sein.

Bessere Druckfunktionen

Eine kleinere Neuerung ist die Eigenschaft Landscape in der Printersetup-Klasse. Damit kann ein Entwickler endlich ohne zutun des Benutzers Seiten im Querformat ausdrucken. Weiterhin hat die Graphics Klasse eine Clip-Funktion, um ein neues Graphics-Objekt zu erzeugen, was nur auf einen Teil des original Objektes zeichnet. In Realbasic können Graphics-Objekte ihren Zustand nicht speichern. Mit dem Clip-Befehl kann man jetzt eine Kopie eines Graphics-Objekts erzeugen und damit zeichnen, ohne den Status des alten Graphics-Objektes zu ändern.

Die Styledtext-Klasse kann RTF Daten lesen und parsen. Ein Editfield kann damit über dessen Styledtext-Eigenschaft mit RTF Daten gefüllt werden. Dafür muss in jedem Fall die Styled-Eigenschaft aktiviert werden. Leider ist der Parser nicht besonders gut und hat Probleme RTF-Dateien von Textedit zu lesen.

Der verbesserte Debugger zeigt von mehreren Klassen die Daten an. Bei Menü-Einträgen zeigt er die Liste aller Untereinträge, bei einer Listbox, einem Pop-up-Menü oder einer Combobox die Zellen und ihre Tagwerte. Bei Sockets und Seriellen Verbindungen zeigt der Debugger den Inhalt im Eingangspuffer, den man im Code mit der Lookahead-Methode lesen kann.

Mit der neuen WeakRef-Klasse lassen sich auch in Realbasic Verweise auf Objekte erzeugen ohne sie direkt zu referenzieren. Ein Objekt, dass über ein WeakRef-Objekt referenziert wird, kann alle anderen Referenzen verlieren und wird von Realbasic gelöscht. Das WeakRef-Objekt verliert dann auch seine Referenz und hat nur noch die Eigenschaft nil in the value. Damit kann man Objekt-Caches erstellen oder zum Beispiel eine globale Liste aller Fenster anlegen. Die Fenster werden dann nicht daran gehindert, dass der Benutzer sie schließt und damit aus dem Speicher löscht. In der Fensterliste haben die Weak-Ref-Objekte dann nur noch nil als Verweis auf die geschlossenen Fenster.

Fazit

In der alltäglichen Arbeit bringt der schnellere Kompiler bei großen Projekten wesentlich mehr Nutzen als alle anderen Neuerungen. Einige Fehler bleiben noch und stören, aber trotzdem empfehlen wir den Umstieg auf diese Version. cs

Wertung

Note: 2,0 gut

Vorzüge einfache Sprache, kompiliert für Mac, Linux und Windows aus einem Quellcode

Nachteile nicht für jeden Einsatz geeignet, wenig Code-Optimierung beim Kompilieren.

Alternative Runtime Revolution

Preis ab € (D/A) 80, CHF 115,

Technische Angaben

Systemanforderungen: ab 500 MHz G3 mit 512 MB RAM

Info Application Systems Heidelberg

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