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Redshift Pro: Sterne gucken auf dem iPhone und iPad

26.01.2016 | 08:19 Uhr |

Fünf Planeten am Morgenhimmel in einer Reihe, Informationen über ferne Asteroiden, Sterne und Galaxien: Das Planetarium Redshift Pro macht auf iPhone und iPad auch unterwegs viel Spaß.

Mit der Romantik im 21sten Jahrhundert ist das so eine Sache: Dem Schwarm die Sterne zu erklären, ist gar nicht mal so leicht. In der Großstadt sind nachts kaum welche zu sehen und wenn es mal ausnahmsweise doch so klar ist, dass mehr als nur der große Wagen mit dem bloßen Auge zu erkennen ist, hat man prompt keine Ahnung mehr, um was für Gebilde es sich da oben handelt. Und welche fantastischen Geschichten dahinter stecken - sowohl mythologische als auch astrophysikalische.

Fortbilden kann man sich natürlich im Planetarium, das Deutsche Museum in München etwa hat das seine frisch renoviert. Immer dabei hat man sein persönliches Planetarium aber auf dem iPhone und iPad. Wir haben uns Redshift Pro einmal näher angesehen, das auf dem Mac seit Jahrzehnten einen guten Ruf genießt und nun in einer neuen Version für iPhone und iPad vorliegt.

Fünf in einer Reihe, sieben bewegliche auf einen Streich

Aktuellen Anlass gibt uns eine seltene Konstellation der sichtbaren Planeten in unserem Sonnensystem. Kurz vor Sonnenaufgang scheinen im Südosten Merkur, Venus, Saturn, Mars und Jupiter wie auf einer Perlenketten aneinander aufgereiht. Der gerade erst abnehmende Mond erweitert diese Kette, mit der Sonne geht dann das siebte bewegliche Gestirn auf (die ursprüngliche Bedeutung von Planet = der Bewegliche)  und überstrahlt alles. In Redmine Pro sehen wir schön, wie noch am Dienstag Morgen die Planeten an unserem Standort München in der Morgendämmerung zu sehen sind. Drehen wir an der Uhr, also der Zeitleiste im unteren Bereich des Redshift-Pro-Fensters, sehen wir zunächst den abnehmenden Mond von Tag zu Tag immer weiter scheinbar in Richtung Sonne ziehen, während die Sonne immer früher am Tag aufgeht und erst Merkur, dann Venus und dann auch die anderen Planten überstrahlt.

Ein Stück vom Himmel

Wer die fünf an einer Reihe sehen will, muss nicht nur früh aufstehen, sondern sich einen Platz suchen, der freien Blick auf den Horizont lässt - so gut wie in Redshift Pro dürfte man aber die Konstellation nicht sehen. Ihren Nutzen hat die App aber auch in der Hilfestellung bei der Identifizierung von Sternen und Planeten. Wie heißt denn der große hellweiße Stern, der über der gedachten Linie der Planeten steht und auch in der Dämmerung noch gut zu sehen ist? Arktur. Oder wie der rote im Orion, der um diese Jahreszeit noch die ganze Nacht am Himmel steht, aber schon bald unter dem Horizont bleiben wird? Beteigeuze. Dies alles erfährt man, richtet man iPad oder iPhone auf die Himmelsregion, für die man sich interessiert.

Blickt man nachts an den Himmel, vermisst man natürlich die Striche zwischen den Sternbildern oder gar deren künstlerische Ausgestaltung. Wie in jedem vernünftigen Planetarium lassen sich diese abschalten, in Redshift Pro kann man die Zodicas und all die anderen Figuren am Himmel sich aber auch animiert ansehen - und sich an die Geschichten aus dem Altertum erinnern. Die weiteren Einstellungen sind sehr vielfältig, man sich mehrere Arten von Koordinatensystemen, Orientierungslinien oder Bahnen einblenden lassen, neben der Blickrichtung ist auch die Höhe frei einstellbar - und selbstredend auch der Ort. Der südliche Himmel sieht schließlich ganz anders aus und die Sternbilder haben komische Namen.

Reisen in die Tiefen des Alls

Aber wie sehen die Planeten und Sterne aus einer Nähe aus, die man allenfalls mit den leistungsstärksten optischen Teleskopen erreichen könnte und wie unser Sonnensystem oder gar unsere Galaxis von außen? Hierfür hat Redmine einige hübsche 3D-Touren eingeblendet, die einen Blick weit über unsere irdischen Möglichkeiten hinaus ermöglichen. Planet 9 - sofern er überhaupt existiert - kann man dabei nicht besuchen, aber immerhin Pluto - und bei dessen Darstellung gehen die von der Sonde New Horizons im letzten Sommer gewonnenen Erkenntnisse schon mit ein. Auch der Blick auf die Rückseite des Mondes ist einen Blick weg - aber nicht mit dem heutigen Datum 25. Januar, denn da handelt es sich gleichzeitig um die dunkle Seite des Mondes .

Ein Beobachtungsplaner, der über interessante Konstellationen informiert und sogar eine ungefähre Wettervorhersage gibt und eine ausführliche Suche ergänzt die Funktionen. Über jedes der hinterlegten Objekte gibt es zudem noch einen Wikipediaeintrag, über Planeten, Kometen, Galaxien, Sterne und Sternbilder.

Fazit und Bewertung

Für Redshift Pro sollte man aber einiges an Platz frei machen, es lohnt sich. Auch der Preis von 20 Euro ist für das virtuelle Planetarium mehr als gerechtfertigt. Als Vorzüge sehen wir die intuitive Bedienbarkeit, den enormen Funktionsumfang und die hochaktuellen Informationen über Himmelskörper, Nachteile sind uns nicht ersichtlich. Ab App Store nimmt das Planetarium 544 MB ein, weitere Downloads (im Kaufpreis inklusive) von Meteoriten, Kometen oder Satelliten beanspruchen weiter Speicher. Redshift Pro hilft auch ambitionierten Freizeitastronomen dabei, ihre Teleskope damit zu steuern. Mangels Hardware haben wir das aber nicht getestet.

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