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Rennspiel: GRID im Test

23.04.2013 | 10:40 Uhr |

Im Test von GRID für OS X haben wir uns auf den Rennstrecken dieser Welt ausgetobt – und waren begeistert.

GRID ist ja nun schon etwas älter, denn bereits im Mai 2008 brachte der britische Entwickler und Publisher Codemasters den Racer auf PC und Konsolen . Schon seinerzeit konnte der Titel viele Rennspielfreunde überzeugen. Mit dem Release der Mac-Version am 28. März 2013 kommt der Mac zwar erst relativ spät zu seiner eigenen Version dieses Klassikers, GRID spielt sich aber auch fünf Jahre nach seiner Erstveröffentlichung noch überraschend frisch – und das kann wahrlich nicht jedes Rennspiel von sich sagen!

Start your Engines!

Neben den klassischen Spielmodi des Rennspielgenres wie Einzelrennen und Karrieremodus bietet GRID zusätzlich einen Online-Mehrspielermodus sowie LAN-Modi. Das Kernstück von GRID ist aber ohne Zweifel die Karriere, die sogenannte GRID-Welt – und die hat es in sich! Denn wir fahren nicht nur einfach Rennen um Rennen, sondern managen schon nach kurzer Zeit parallel unser eigenes Rennteam.

Gut zu sehen: die beeindruckenden Partikeleffekte.
Vergrößern Gut zu sehen: die beeindruckenden Partikeleffekte.

Dabei geht es sowohl darum, Sponsoren zu akquirieren und deren Werbeplaketten auf unseren Boliden anzubringen, als auch um die Auswahl eines geeigneten Teamkollegen. Geografisch führt uns die Karriere, die in drei Teilbereiche eingeteilt ist, nach Nordamerika mit dicken Muscle-Cars und Destruction Derbys, in das eher klassisch angehauchte Europa mit traditionellen Tourenwagen-Rennen und nach Japan. Dort wird dann gedriftet, was die Pneus hergeben, oder bei freiem Verkehr enge Bergstraßen hochgefahren – die Vielfalt ist enorm.

Das gilt im Übrigen auch für die 15 Strecken von GRID. Neben einigen lizenzierten Strecken wie dem Circuit de la Sarthe in Le Mans, dem Nürburgring oder Spa Francorchamps geht es auch auf engen Stadtkursen wie Detroit, San Francisco, Mailand oder dem Tokyoter Stadtteil Shibuya zur Sache. Die Fahrzeugauswahl umfasst nahezu alle gängigen Fahrzeugklassen: von den besagten Muscle Cars über Tourenwägen bis zu Formel-Rennwägen ist im insgesamt 45 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark fast alles vertreten, was Rang und Namen hat.

Mittendrin, statt nur dabei

Die Rennen selbst haben nur ein Prädikat verdient: extraklasse. Selten hat ein Rennspiel eine so dichte Atmosphäre erzeugen können wie GRID. Der Racer konzentriert sich bei der Präsentation und beim Ablauf der Rennen voll und ganz auf das Geschehen zwischen der Start- und der Ziellinie, alles andere rückt in den Hintergrund.

Durch einfache Mittel wie eine tolle Cockpit-Ansicht, die genau die richtige Balance zwischen Übersicht und "Mittendrin"-Gefühl findet und optisch wie akustisch gelungenen Effekten schaffen die Entwickler ein sehr intensives Rennspielerlebnis. Das sorgt für geradlinige Renn-Action und schnellen sowie unkomplizierten Zugang zum Spiel, Elemente wie Boxenstops oder ausgefeiltes Tuning fehlen aber.

Grafisch ein Augenschmaus: GRID bietet tolle Kulissen.
Vergrößern Grafisch ein Augenschmaus: GRID bietet tolle Kulissen.

Doch bevor man überhaupt dazukommt, über das Fehlen dieser Features zu meckern, steckt man ohnehin schon mitten in der Renn-Action. Und die hat in Sachen Gameplay noch ein Ass im Ärmel: eine Rückspulfunktion. Im Falle eines Crashs können Sie einige Sekunden zurückspulen, um der Kollision vielleicht doch noch zu entgehen oder bei einem Fahrfehler in der vorletzten Kurve den Fehler korrigieren – je nach Schwierigkeitsgrad stehen pro Rennen null bis sechs Wiederholungen zur Verfügung.

Crashtest ohne Dummy

Großen Anteil an der Intensität von GRID hat zweifelsohne die gelungene Technik des Racers, der auch fünf Jahre nach seiner Erstveröffentlichung noch großartig aussieht. Die Fahrzeugmodelle sind detailliert, die Cockpits der Boliden originalgetreu nachgebaut und auch die Partikeleffekte können sich sehen lassen. Wenn beispielsweise beim Start die Reifen durchdrehen und der Dampf des verbrennenden Gummis aufsteigt oder Kies und Staub aufgewirbelt werden, wenn wir die Strecke unfreiwillig verlassen, kommt Freude auf. Neben der Straße sorgen dann noch die in 3D modellierten Zuschauer für richtiges Rennsport-Feeling.

Freudentränen bereitet aber das heimliche Highlight der Grafik-Engine von GRID, nämlich das Kollisions- und Schadensmodell. Die Verformungen der Karosserie und abfliegende Teile des Chassis tragen in Kombination mit der insgesamt stimmigen Kulisse zu einer enorm dichten Atmosphäre bei. Außerdem hat GRID eine Vielzahl von gelungenen Soundeffekten zu bieten: Motoren heulen satt auf, durchdrehende Reifen quietschen, und die krachenden Kollisionen gehen durch Mark und Bein. Der gelungen eingesprochene und nur selten unpassende Boxenfunk passt ebenfalls zur ansprechenden Präsentation. Die Steuerung von GRID geht am besten mit einem Gamepad wie dem PS3-Controller oder einem der unterstützten Force-Feedback-Lenkräder von der Hand.

Empfehlung

Wenn Sie etwas mit Rennspielen am Hut haben, darf dieser moderne Klassiker in Ihrer Mac-Spielesammlung nicht fehlen. Auch wenn GRID für Simulationspuristen zu sehr auf Zugänglichkeit und schnellen Rennspielspaß ausgelegt ist, bietet GRID ein selten gutes Geschwindigkeitsgefühl und intensives Racing.

GRID

Hersteller: Feral Interactive

Preis: 21,99 Euro ( Mac App Store )

Altersfreigabe (USK): ab 6 Jahren

Note: 2,0

Grafik (25%) 2,0

Sound (25%) 2,0

Umfang (25%) 2,0

Bedienung (25%) 2,0

Vorzüge: dichte Atmosphäre, tolle Technik, große Anzahl an Strecken und Autos

Nachteile: knapp 5 Jahre alt, recht hohe Hardwareanforderungen

Alternative: F1 2012

Mindestanforderungen: Mac OS X 10.7.5, 1.8GHz Intel-Prozessor, 4GB RAM, 8GB Festplatte, 256MB Grafikkarte

Bezugsquellen: Mac App Store

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