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Buch - Aperture 3 für digitale Fotografie

30.05.2011 | 15:38 Uhr |

Das Buch "Aperture 3 für digitale Fotografie" von Rebekka Strauß will all denen helfen, die für den Einstieg in Aperture 3 mehr benötigen als das von Apple mitgelieferte Handbuch.

Aperture 3 bietet durch sein sehr gutes Preisleistungsverhältnis einen idealen Einstieg für Fotografen in die Bilderverwaltung oder bietet sich für Aufsteiger von iPhoto an. Wer sich mit den Funktionen von Aperture beschäftigt, wird schnell merken, dass es sich hierbei um ein professionelles Tool handelt. Zwar liefert Apple ein kleines Handbuch mit, aber für Einsteiger ist eine Beschreibung in Form eines Tutorials mit vielen Bildern der bessere Weg.

Für diese Klientel ist das Buch "Aperture 3 für digitale Fotografie" von Rebekka Strauß gedacht: Einsteiger in die Bildverwaltung beziehungsweise Aperture 3 und ohne Grundkenntnisse. So entspricht der Aufbau des Buches auch einem typischen Workflow in der Verwaltung digitaler Bilder.

Das Buch beginnt mit den Grundlagen und erklärt die Benutzeroberfläche mit ihren Symbolleisten und Fenstern. Die Autorin wählt hierbei eine einfache Sprache und dank der großen Bilder kann der Leser ihr leicht folgen. Die Bilder nehmen jeweils mehr als die Hälfte der Seite ein und sind von sehr guter Druckqualität. Wer schon etwas sicherer ist, dem erläutern Tipps, wie man die Benutzeroberfläche anpasst. Bei den Erklärungen der Werkzeuge sind auch deren Tastaturkürzel angegeben.

Kapitel 2 geht an Apertures Kern - die Bildverwaltung. Die Autorin geht genau auf die Unterschiede zwischen der Verwaltung der Originalbilder in der Datenbank von Aperture und der Verlinkung ein. Wer bisher nur mit Ordnern für seine Bilder zu tun hatte, muss sich erst einmal an die Projekte von Aperture gewöhnen. Dieser Ansatz wird ebenso ausführlich erklärt wie auch die Verwaltung nach Gesichtern und Orten. Abgerundet wird das Kapitel mit Erläuterungen zum Anlegen einer eigenen Verwaltungsstruktur via Ordnern, Fotoalben und intelligenten Alben und hilfreichen Erklärungen über das Löschen und die Sicherung von Bildern. Dieser Bereich ist jedoch weniger zum Mitmachen geeignet - wer das Buch als Schritt-für-Schritt-Anleitung benutzt, hat zu diesem Zeitpunkt noch keine Bilder in seiner Datenbank haben.

Das dritte Kapitel mit seinen Beschreibungen des Imports lädt dann wieder zum mitmachen ein. Wie fügt man etwas hin, wie kopieren wir die Bilder komplett in die Datenbank oder wann verlinken wir sie nur? Auch geht Rebekka Strauß direkt auf die Metadaten ein, die man beim Import gleich hinzufügen kann. Die Informationstiefe ist gerade so, dass ein Anfänger das Buch noch verstehen kann und nicht zu sehr verwirrt wird. Für Umsteiger von iPhoto erklärt Strauß auch noch, worauf man bei der Migration achten muss.

Der erste Schritt nach dem Import ist immer die Bildauswahl: Was ist gut? Was sollte gelöscht werden? Hier geht die Autorin auf einen sehr wichtigen Aspekt ein, die "schnelle Vorschau", die eine starke Beschleunigung des Auswahlprozesses bedeutet, weil Aperture nicht mühsam Vorschaubilder berechnen muss. Dann folgt gleich die komplexe Stapelfunktion und die Qualitätsbeurteilung mit Lupe und Zoom. Wer sich beispielsweise mit einer Funktion noch nicht beschäftigen möchte, kann auch problemlos einen Teil überspringen. Bei einigen Kapiteln wie beispielsweise dem Vergleichen von Bildern oder dem Leuchttisch setzt sie keine Kenntnisse voraus, um weitere Beschreibungen zu verstehen. Natürlich dürfen in diesem Kapitel nicht das Bewerten, Markieren und die Farbetiketten fehlen.

Im Kapitel fünf geht es dann um die Metadaten-Verwaltung, also die Definition dessen und die Erklärung der verschiedenen Arten. Ebenso geht der Abschnitt darauf ein, wie man diese anwendet und wie man Zeit sparen kann durch die Stapelfunktion oder das Kopieren von Metadaten.

Im Kapitel sechs verlassen wir die Verwaltung und steigen in die Bildbearbeitung ein. Ein größerer Vorteil der non-destruktiven Bildbearbeitung ist, dass man nichts zerstören kann. Also steigt Rebekka Strauß gleich mit den Anpassungen sowie den Arbeitskopien ein. Danach folgt die detaillierte Beschreibung aller Werkzeuge anhand von Beispielen. Wer jetzt lieber fremde Bilder verwendet, kann von einer speziellen Internetseite zu diesem Buch Übungsdateien herunterladen und verwenden. Schade ist nur, dass man hierzu erst einen Account anlegen muss. Dieser Bereich ist für Anfänger etwas schwieriger, umso angenehmer ist die Reduktion der Informationstiefe auf das Klientel. Fortgeschrittene würden sich mehr Information wünschen, doch ist das Buch nicht für sie geschrieben. Gut gefällt uns dennoch, dass die Autorin nicht verschweigt, welche Vorteile ein Grafiktablett beispielsweise bei den Quick-Brush-Pinseln bietet. Der Abschluss des Kapitels beschäftigt sich mit der Verbindung zu externen Bildbearbeitungsprogrammen und der Video- und Audiodateibearbeitung.

Das Buch hat uns bis hierher begleitet, Bilder zu verwalten, optimieren und mit Schlagworten zu versehen, es folgt im letzten Kapitel der Export: Abzüge von den Bildern und die Erstellung eines Fotobuchs.

Von der gleichen Autorin gibt es auch das "Aperture 3 - Video-Training". Der Aufbau ist nahezu identisch mit dem Buch, das Übungsmaterial befindet sich direkt auf der DVD. Ein Mitmach-Modus verkleinert das Fenster und soll so paralleles Arbeiten ermöglichen. Das klappt leider nicht, da das Fenster beim Wechsel nach Aperture unsichtbar wird, die Stimme aber noch zu hören ist. Das ist aber auch der einzige Nachteil, die Erklärungen sind sehr gut, die Stimme verständlich und die Bildqualität sehr gut. In neun Stunden werden dem Anfänger oder Umsteiger alle Funktionen sowie einige Tipps näher gebracht. In einem einfachen Multiple Choice Test kann man das Gelernte überprüfen. Ob Videotraining oder Buch - das ist Geschmacksache. Intensiver ist das Buch, dafür sind die Videoerklärungen bei komplizierten Aktionen einfacher im Video nachzuvollziehen.

Empfehlung

Rebekka Strauß findet eine einfache Sprache und macht es dank anschaulicher Bilder Einsteigern in Aperture 3 leicht, ihr zu folgen. Fortgeschrittene wünschen sich einen weiteren Band, der Profikniffe verrät und dort weiter macht, wo das Buch aufhört. Das Buch ist trotz seines Workshop-Charakters auch sehr gut als Nachschlagewerk geeignet.

Uneingeschränkt empfehlenswert für Einsteiger und Umsteiger.

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