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Rezension: CSS-Praxis von Kai Laborenz

27.01.2003 | 15:50 Uhr |

HTML-Layoutern ist das Buch über Stilvorlagen ans Herz zu legen - auch Einsteiger haben etwas von den 472 Seiten.

Was hat der Turnschuh auf dem Titel mit Stilvorlagen f?r HTML-Seiten zu tun? Das ist eine der wenigen Fragen, die im Buch von Kai Laborenz ?ber Cascading Style Sheets, kurz: CSS, offen bleiben. Denn das Buch ist eine gutes Nachschlagewerk f?r CSS1 und CSS2, den beiden heute g?ngigen Versionen von HTML-Stilvorlagen. ?ber den Aufbau des Buches k?nnte man diskutieren, ?ber die meisten Tipps und L?sungsans?tze, die sich geh?uft im hinteren Teil (Kapitel 5 und 6 respektive von Seite 227 bis 394) finden, dagegen nicht - f?r Neulinge wie CSS-Profis sollte sich auf diesen rund 170 Seiten Interessantes geben. Denn dort listet der Autor die Besonderheiten der wichtigsten Internet-Browser und gute Hilfen auf, um deren ?rgste Schw?chen zu umgehen. Das Kapitel 6 gl?nzt mit einer Detailanalyse zu den Themen Schriftgr??e, Objektposition, Men?s und Formulare. Und danach geht es ans lebende Objekt: Laborenz arbeitet sich durch die CSS- und HTML-Dateien von www.einfach-fuer-alle.de , einem Ratgeber f?r Internet-Designer, den die Aktion Mensch geschaffen hat, und durch Lycos Europa, einer der gro?en Suchhilfen, die ihre HTML-Seiten vor kurzem komplett auf CSS umgestellt haben.Diesen angenehm zu lesenden und hilfreichen Teilen steht mit dem Kapitel 3 "CSS-Elemente" leider ein Klotz gegen?ber, der vor allem jene abschrecken d?rfte, die gewohnt sind, ein Buch von vorne nach hinten zu lesen. Denn auf rund 150 Seiten beschreibt Laborenz dort die Details aller 97 einzelnen CSS-Befehle. Zwar findet man auch dort hilfreiche Tipps und Querverweise auf andere Kapitel oder auf Internet-Seiten. Doch was abschreckt, ist der Aufbau und die typografische Umsetzung. Der Aufbau lie?e sich verbessern, wenn man statt des verwendeten Flie?textes die einzelnen CSS-Befehle klar trennt, zum Beispiel jeweils mit einer neuen Seite, und bei jedem klarmacht, zu welcher Kategorie er geh?rt (zum Beispiel Text- oder Abstandsbefehle). Noch mehr nervt aber Schrift und Seitengestaltung. Die einzelnen ?berschriften unterscheiden sich viel zu wenig, auf jeder Seite irrt das Auge erneut umher, bis es gelingt, "Bemerkungen" als Unterpunkt von "Kompatibilit?t" zu identifizieren und von "Vererbung" zu trennen. Und da sich viele Beschreibungen ?ber mehrere Seiten erstrecken, ist man immer wieder gezwungen zu bl?ttern, um herauszufinden, um welchen Befehl es gerade genau geht.Das dr?ckt die Qualit?t der Texte und entwertet sogar das eigentliche "Goldst?ck" des Buches - die Kompatibilit?tstabelle, die beschreibt, ob ein Browser auf dem Betriebssystem X den Befehl Y umsetzt oder nicht. Zum Gl?ck liegt diese Tabelle noch einmal als herausnehmbare, farbig gedruckte Liste bei, da sie in der t?glichen Arbeit fast unverzichtbar ist, um schnell eine Antwort auf die Frage zu bekommen, ob Internet Explorer 4 den Befehl "text-indent: 50%;" versteht (Antwort: "Ja, aber es kann schief gehen.").

Fazit

Kai Laborenz hat ein gutes Buch geschrieben, das wir allen HTML-Layoutern ans Herz legen. Profis, die seit Jahren CSS-Stilvorlagen entwickeln, k?nnen wahrscheinlich darauf verzichten, genauso wie Einsteiger, die ihre HTML-Seiten mit der entsprechenden Exportfunktion von Microsoft Word erzeugen. Wer sich aber in das Thema Stilvorlagen einarbeiten will, dem empfehlen wir die Lekt?re des Buches mit einem kleinen Sprung: Lesen Sie die Kapitel 1 und 2, ?berspringen Sie Kapitel 3 (legen Sie aber ein Lesezeichen an den Anfang) und arbeiten Sie sich dann durch die restlichen Seiten. Dann verschwindet die einschl?fernde Wirkung des Referenzteils in Kapitel 3 und sie bekommen sofort Lust, das Gelesene auszuprobieren. Die Programme auf der beiliegenden CD liegen praktischerweise f?r Mac-OS 8/9, Mac-OS X und Windows vor.

Kai Laborenz, CSS-Praxis, 35 Euro (D), ISBN 3-89842-243-7 ( www.css-praxis.de )

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