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Roadmap Planner: Business-Werkzeug für Projekt-Planung

15.04.2016 | 15:36 Uhr |

Ob geschäftlich oder privat, mit einem Tool wie dem Roadmap Planner kann man einfach und verzweigt Pläne schmieden und überwachen.

Der Entwickler Keep Solid selbst nennt seinen Roadmap Planner   ein ”strategisches Kommunikationswerkzeug”, mit dem man Strategiepläne etwa für das Marketing, die Geschäftsentwicklung oder Produktvorhaben entwickeln kann. Auch Präsentationen lassen sich damit umsetzen, sodass man diese etwa seinen Geschäftspartnern und Kunden vorführen kann. Der Hinweis auf das eigene Team kommt uns freilich etwas schwammig vor, denn gemeinsam arbeiten – etwa über Online-Zugriff – kann man an einem Dokument damit bislang nicht. Immerhin kann man ab Version 1.6 ein Dokument per E-Mail direkt verschicken, aber so ist die Arbeit mit einem Projekt nur unabhängig voneinander möglich.

Schicke, aber wenige Vorlagen


Doch in der Tat lassen sich ausgehend von einer der wenigen Vorlagen (Templates) im ansprechenden Retro-Stil recht schnell Projekte in verschiedenen Unterabschnitten erarbeiten, nach Datumszeiträumen einrichten und Verbindungen (Abhängigkeiten, durch Linien symbolisiert) zueinander herstellen. Das Ganze funktioniert nach dem Konzept der Gantt-Diagramme, die wie beim Roadmap Planner den zeitlichen Ablauf von Projekten und deren Teilschritte in Bezug auf den Kalender darstellen. Mit dem Roadmap Planner erstellt man in einem Dokument Aufgaben (Projekte), die durch das Register ”Elemente” weiter definiert werden. Projekten, die in einem sprechenden Dokument einfach untereinander erscheinen, ordnet man eine beliebige Farbe zu, so ergibt sich auch visuell ein ansprechender Überblick. Elemente lassen sich nebeneinander stellen oder – bei Bedarf auch über einzelne Projekte hinweg – miteinander verbinden und in Abhängigkeit setzen. Ist man sich über die Bedeutung zusätzlicher Faktoren noch nicht sicher, oder möchte man sie einfach im Hinterkopf behalten, lässt sich ein so genannter Bestand (”Auftragsbestand”) hinzufügen, mit Notizen versehen und eine Prioritätsstufe dafür vergeben. Später kann man diese bei Bedarf per Drag-and-drop in die normalen Felder hineinziehen und so als eigenes Element integrieren.

Intuitiv, aber funktionell etwas karg


Was in der nüchternen Beschreibung ein bisschen kompliziert klingt, ist dann bei der Arbeit selbst recht anschaulich umgesetzt. Das fertige Ergebnis lässt sich ausdrucken oder im Vollbildmodus präsentieren. Die Software ist zwar prinzipiell gut geeignet, um damit einfachere und überschaubare Projekte zu planen. Ob sie auch für komplexe Unternehmensanliegen gewappnet ist, bezweifeln wir jedoch. Zumindest in den jetzigen von uns getesteten Versionen bis 1.6. Zu vieles fehlt einfach noch, obwohl im Verlauf unseres Testes und zum Teil auch auf unser direktes Feedback hin einiges verbessert wurde.

Das reichte bis in schwerwiegende Übersetzungsfehler hinein, als aus dem englischen ”Project” zu unserem völligen Unverständnis plötzlich auf Deutsch das Register ”Löschen” wurde. Ein paar Tage später war zumindest dieses Ärgernis bereinigt, dort steht nun einfach ”Projekt”. Doch es gibt noch eine Reihe weiterer Schwächen, die der Entwickler versprochen hat, in den nächsten Versionen nach und nach zu beheben oder die entsprechenden Funktionen wenigstens teilweise zu ergänzen. So lässt sich bisher ein einmal gewähltes Layout aus den Vorlagen nicht mehr nachträglich verändern. Überhaupt kommt man nicht mehr zum Startfenster mit den Vorlagen zurück, ohne vorher das Programm oder wenigstens aktuelle Projekt zu beenden. Dass richtiges Teamwork an einem gegebenen Dokument nicht möglich ist, haben wir schon erwähnt. Dazu kommt, dass man weder Bilder, und das könnten ja auch informative Abbildungen von Charts oder Diagramme sein, hinzufügen noch echte URLs einfügen kann, die sich dann auf einen Mausklick hin als Website öffnen ließen. Eine echte Export-Option gibt es ebenfalls nicht. Zwar kann man über den Druckerdialog das Dokument als PDF speichern, doch der Umbruch ist alles andere als ideal. Keep Solid sollte unserer Ansicht nach einen nativen, funktionsfähigen Export auch als Bilddatei (zum Beispiel JPEG) hinzufügen, die man dann an andere Nutzer weiterreichen kann, die über das Programm selbst nicht verfügen.

Dringend erforderlich für ein intuitiveres Arbeiten damit aber ist das, dass man die gesetzte Dauer von Elementen nicht mehr ausschließlich als Datumszeitraum eingeben kann, sondern auch in Form von beliebigen Tagen ab einem bestimmten Datum.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit


Der von uns getestete Roadmap Planner mit letzter Versionsnummer 1.6 ist im Mac App Store  erhältlich und läuft ab OS X 10.10. Der Preis für die überraschend kleine Download-Datei (lediglich 3,4 MB) beträgt immerhin 25 Euro – trotz jetzt weitgehend gelungener Lokalisierung ist das angesichts der noch eingeschränkten Funktionalität ein stolzer Preis. Eine Demoversion davon gibt es leider nicht.

Fazit und Empfehlung


Für einfache Projekte und private Planungen ist der Roadmap Planner sicherlich nützlich. Die Einfachheit und intuitive Bedienung gehen freilich auf Kosten der Flexibilität, wie wir es beschrieben haben. Wer sich unschlüssig ist, sollte die Entwicklung der prinzipiell vielversprechenden Software weiterverfolgen, bis entsprechende Features und Funktionen nachgeliefert sind.

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