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Rücken schonen per iPhone: Lumoback im Praxistest

09.12.2013 | 13:15 Uhr |

Statt nur Schritte oder Kalorien zu zählen, soll Lumoback auf eine gesunde Haltung achten. Dies soll unseren Rücken entlasten.

Statt nur über die getätigten Bewegungen Buch zu führen , zwingt Lumoback seinen Besitzer zu einer aufrechten Haltung. Sitzt man gebeugt über dem Laptop oder läuft nicht gerade, meldet sich der Gürtel mit einer Vibration. Dies soll den Träger erinnern, dass er sich wieder aufrichten muss.

Damit Lumoback weißt, was für den jeweiligen Nutzer gerade und was gebeugt ist, muss man den Gürtel vor dem eigentlichen Tragen kalibrieren. Im Gürtel selber ist ein Sensor eingebaut, der die Wölbung am unteren Rücken misst. Für die Kalibration ist die iPhone-App Lumoback notwendig. Sie begleitet den Nutzer durch den Prozess mit einer interaktiven Grafik: Zuerst muss man einige Zeit einfach aufrecht stehen, dann mit gleichen Haltung einige Schritte auf und ab laufen, die dritte Position, die der Sensor richtig erfassen muss, ist Sitzen. Der smarte Gürtel kann noch automatisch feststellen, ob der Nutzer gerade liegt. Nach dem Plan der Macher sollte das Gadget seinen Inhaber Tag und Nacht begleiten. Die App wertet dann alle Daten aus und stellt diese nach Wunsch in einer täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Übersicht dar.

Schrittzähler und Rückenwarner in einem.
Vergrößern Schrittzähler und Rückenwarner in einem.

Lumoback in der Praxis

Die Installation der App und die Kalibration des Gürtels dauern höchstens fünf Minuten. Danach muss man sich daran gewöhnen, dass man das Gadgets ständig um die Taille hat. Ein Vorteil hier: Der Gürtel ist ziemlich schmal, sodass die Alltagskleidung Lumoback  gut überdecken kann. Dazu hat der Gürtel keine physischen Bedienelemente wie Knöpfe oder Regler – all dies kann der Nutzer über die App erledigen. Im Gerät selber ist ein Bluetooth-Modul eingebaut, dieses schickt alle Daten an die App weiter. Die Aufladung erfolgt über einen Micro-USB-Anschluss, der vollständig aufgeladene Lumoback kann seinen Besitzer rund vier Tage ohne Unterbrechungen begleiten.

Kommentar: Bringt Lumoback etwas?

Das Gerät ist mit rund 150 Euro zuzüglich Steuer ziemlich teuer, deswegen stellt sich hier die Frage, ob sich die Investition wirklich lohnt. Ich habe das Gadget im Februar gekauft und trage es mit wenigen Unterbrechungen seit schon mehr als sechs Monaten. Die Nützlichkeit von Lumoback steht und fällt mit der Genauigkeit des Vibrationsalarms: Die App an sich bildet die Haltung ziemlich genau ab, die Lösung ist im Alltag jedoch nicht praktisch . Ich muss ständig das iPhone angeschaltet haben und immer wieder die eigene Position prüfen. Zusammen mit der ständigen Bluetooth-Verbindung zwingt es den iPhone-Akku sehr schnell in die Knie. Der Vibrationsalarm beim Stehen und Gehen funktioniert ziemlich gut. Hier haben selbst entfernte Bekannte angemerkt, dass ich nicht mehr so gebeugt laufe, wie noch vor einigen Monaten. Beim Sitzen ist die Situation anders: Der Alarm hält still, die App verzeichnet aber rund sechzig Prozent der Zeit als falsche Haltung. Auch der Fitnesstrainer Dennis Weber ist der Meinung: "Die Idee hinter Lumoback ist genial. Man kann jedoch die Haltung nicht genau genug an einem Referenzpunkt messen. Ob der Rücken gerade ist, wird am unteren und am oberen Rücken bzw. Schultern festgestellt. Mit nur einem Sensor am Gürtel sind es wohl derzeit nur Annäherungswerte".

Der Grundgedanke der Macher war wohl, dass der Träger seine Haltung immer am iPhone verfolgt. Dafür bildet die App auf der Startseite einen interaktiven Avatar ab, der synchron dazu seine Position, Farbe und den Gesichtsausdruck ändern kann. Setzt man nur auf den Vibrationsalarm, ist dieser weniger zuverlässig. Beim Laufen und Stehen meldet sich der Gürtel zuverlässig und erinnert den Nutzer an eine gute Haltung, beim Sitzen jedoch ist der Gürtel nicht so akurat. Besonders wenn der Stuhl eine gepolsterte Rücklehne hat, bleibt Lumoback bei einer gebeugten Haltung still. Als ein Sonderfall zeigen sich öffentliche Verkehrsmittel wie der Bus oder die Tram: bei ruckeliger Fahrt meldet sich das Gerät ständig, egal wie man sitzt.

Fazit und Empfehlung

Wer gegen gebeugte Haltung vorgehen will, kann Lumoback ausprobieren. Der Gürtel mit dem eingebauten Sensor ersetzt auch sehr gut eine Sportuhr – die mitgelieferte App misst Schritte und Schlafzeiten. Die Genauigkeit des Gürtels ist jedoch noch verbesserungswürdig, besonders beim Sitzen versagt der Vibrationsalarm manchmal seine Dienste.

Lumoback

© 2015

Rückensensor und Sportuhr in einem Gerät
Hersteller: Lumoback
Preis: 150 US-Dollar zuzüglich Einfuhr-Steuer und Fedex-Lieferung (37,95 US-Dollar)
Note: 2,7 befriedigend
Vorzüge: Erinnerung an aufrechte Haltung, Schrittzähler
Nachteile: Sensor nicht genau genug
 

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