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Safari 10: Apples Browser wird unabhängig

Mit macOS 10.12 Sierra kommt auch wieder eine neue Version des Safari-Browsers. Nummer 10 löst viele Kopplungen an das System.

Mit jedem neuen Mac OS X (oder jetzt macOS) kam auch eine neue Version des Safari Browsers. Nutzer, die neuste Funktionalitäten beim Surfen haben wollten, sind also quasi zum Update gezwungen worden. Apple hat sich seit macOS entschlossen, den eigenen Browser vom Betriebssystem abzukoppeln, und wie die Konkurrenz aus Redmond und Mountain View separat zu vertreiben.

Apple legt bei der Entwicklung des eigenen Browsers für den Mac ein neues Tempo an den Tag. Hat Safari bei einigen Nutzern und Entwicklern schon fast den Ruf des Internet Explorers der Neuzeit, packt Apple in Version 10 jede Menge neue Funktionen. Auch Nutzer, deren Macs nicht macOS Sierra werden ausführen können, profitieren davon, denn Apple macht den Browser kompatibel bis zu Version OS X 10.10 Yosemite - wenn auch nicht alle Funktionen mitkommen.

Apple Pay und Bild-in-Bild Funktion

Apple Pay macht den großen Schritt in das World Wide Web, wenn auch vorerst nur in Safari und nur unter dem neuen macOS Sierra. Für El Capitan und Yosemite ist die Funktion, via Browser und Apple Pay zu bezahlen, nicht verfügbar. Für das deutsche Publikum bleibt Apple Pay sowieso vorerst nur eine Randnotiz. Vermutlich wird Apple auch vor 2017 damit nicht auf den hiesigen Markt kommen.

Die Bild-in-Bild-Funktion, die Apple auf der WWDC stolz auch für den Mac präsentierte, ist hingegen für Benutzer weltweit ein Grund zur Freude. Zwar setzt auch diese macOS Sierra voraus, wird sich nach dem Update aber als willkommene Neuerung erweisen. Videos auf Webseiten (alle werden noch nicht unterstützt) können mit einer neuen Schaltfläche beim Darüberfahren mit der Maus aus der Webseite herausgehoben und frei auf dem Bildschirm platziert werden. Anleitungen, Trailer oder andere Hilfsvideos machen so das Arbeiten etwas dynamischer.

App-Erweiterungen für Safari

Völlig neu in Safari 10 sind die sogenannten App-Erweiterungen.Softwareentwickler haben so die Möglichkeit, die eigenen Anwendungen mit Safari Plug-ins (oder auch Erweiterungen genannt), auszustatten. Links auf Drittherstellerseiten und mühsames Nachinstallieren wie beispielsweise bei 1Password entfallen. Safari 10 für Yosemite unterstützt diese Funktionalität leider nicht. Erst El Capitan und macOS Sierra sind voll kompatibel zu den neuen Erweiterungen

Apple plant, eine eigene Kategorie im Mac App Store zu eröffnen, in der Entwickler ihre Safari-Erweiterungen anbieten können. Neu ist hier ein Preis der anfallen kann. Waren solche Erweiterungen bislang kostenlos, können Nutzer in Zukunft auch bei Bedarf zur Kasse gebeten werden.

Erneuerte Lesezeichenansicht

Yosemite, El Capitan und macOS Sierra bekommen außerdem eine neue Lesezeichenansicht mit Safari 10. Die Schriftart ist größer, und den Details wurde mehr Platz eingeräumt. Bislang gibt es kaum einen Browser, der die Lesezeichenverwaltung komplett gemeistert hat. Apple versucht hier einen Spagat zwischen simpel und modern.

Die ausklappbare Lesezeichenleiste am linken Rand wirkt auf den ersten Blick wie die alte. Ordner lassen sich in der neuen Version aber mit einem Doppelklick öffnen, und nehmen den gesamten Platz ein. Ein Zurück-Pfeil wie unter iOS gewohnt hilft beim Navigieren zur vorherigen Ansicht. Alles in allem sind es kleine Verbesserungen im Bereich der Lesezeichenverwaltung.

Neues Spielzeug für Entwickler

Eine größere Veränderung passiert jedoch im Hintergrund. Da jetzt die letzten drei Versionen des Mac-Betriebssystems die neueste Safari-Version ausführen, könnte zu weniger Defragementierung der Browserlandschaft führen. Zudem hat Apple ordentlich Arbeit in die Unterstützung der letzten Web-Technologien gesteckt.

So unterstützt Safari 10 jetzt den letzten JavaScript Standard (ECMAScript 2015). Doch nicht nur Entwickler dürften sich darauf freuen, auch Nutzer profitieren von den Verbesserungen auf diversen Webseiten. Ein weitere Neuerung ist das standardmäßige Abschalten von Flash-Inhalten . Diese Inhalte lassen sich nur noch nach explizitem Wunsch des Anwenders laden.

Safari 10 versteht sich nun auch auf Force Touch. Die Technologie kannte man bislang nur vom iPhone, dem Trackpad von Macbook und Macbook Pro sowie der jüngsten Version des Magic Trackpad aus dem November 2015. Entwickler können diese API nun in ihre Webseite integrieren. Bei Bedarf können also Inhalte anders dargestellt oder andere Abläufe ausgelöst werden.

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