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Samsung SGH-Z105

06.07.2004 | 12:24 Uhr |

Das UMTS-Mobiltelefon ist solide verarbeitet aber inkompatibel zu iSync.

von Ole Meiners

Der UMTS-Markt kommt in Bewegung: Seit vier Monaten können Computer-Anwender bereits breitbandige Datendienste unterwegs nutzen. Vodafone bietet mit dem Klapp-Handy Samsung SGH-Z105 als erster auf dem deutschen Markt eine Lösung für mobile Videotelefonie dem Privatkunden an. Für 200 Euro mit Vertragsbindung (1000 Euro ohne Vertrag) erhält der Kunde im ein handliches und solide verarbeitetes "Flip Phone" mit großem TFT-Farbdisplay, drehbarer VGA-Kamera und USB-Kabel zum Anschluss an den Mac.
Ebenfalls im Lieferumfang ist ein zweiter Akku, und der macht Sinn: Wer Video-Dienste nutzen oder mit der eingebauten Kamera fotografieren will, braucht Strom für das Farbdisplay, und diese Komponente ist ein wahrer Energiefresser. Während der dickere Hochleistungsakku ein fast vierstündiges Dauergespräch ermöglicht (Standby-Zeit bis zu 292 Stunden), geht der Energiespender während des Tests beim intensiven Bilderknipsen und der Aug-in-Aug-Kommunikation Videotelefonie nach deutlich weniger als zwei Stunden in die Knie.

Guck mal, wer da spricht

Überhaupt erinnert die Videotelefonie am Samsung-Handy an Web-Cam-Chats im Internet ohne breitbandigen DSL-Anschluss: Bei schnellen Bewegungen ruckeln die Bilder deutlich, die übertragenen Sprache braucht - störende - Sekundenbruchteile, bis sie beim Empfänger aus dem Hörer kommt, man hat das Gefühl, ein Interkontinental-Gespräch über mehrere Satelliten zu führen. Grund hierfür ist die anspruchsvolle technische Aufgabe, aus Bild und Ton einen komprimierten Datenstrom im MPEG-4-Format zu erzeugen und ebenso die Umwandlung zurück in Bild und Ton an der Gegenstelle. Diese Aufgabe meistern ohne spürbaren Zeitverlust nur moderne Computer, der Prozessor im viel kleineren Samsung-Handy Z105 schafft das eben nicht, die recht schmale Bandbreite zum Senden im UMTS-Netz (Upstream 64 Kbit/s, entspricht einem ISDN-Kanal) sorgt ebenfalls für einen Flaschenhals.
Überdies ist die Tonwiedergabe über den eingebauten Lautsprecher zu leise, im lauten Büro oder draußen sollte die mitgelieferte Freisprecheinrichtung angeschlossen werden. Mehrmals im Test hielten sich nämlich die Gesprächspartner während des Videotelefonats das Handy an Ohr - auf solche Inneneinsichten von Körperteilen kann man getrost verzichten, auch wenn die Gesprächskosten zurzeit noch denen der bildlosen Mobiltelefonie entsprechen.
Nicht zu unterschätzen ist die persönliche Vorbereitung für ein Videogespräch: Sitzt die Frisur? Sind die Augenringe zu sehen? Was macht der Pickel? Vor der Verbindungsaufnahme zeigt das Display einen selbst, danach kann man das eigene Bild in einem kleineren Fenster, einem so genannten Split-Screen, kontrollieren. So zu kommunizieren verlangt hundertprozentige Aufmerksamkeit - nebenbei zu bügeln oder gar Auto zu fahren verbietet sich von selbst. Durch die drehbare Kamera ergibt sich aber im Gespräch auch die Möglichkeit, dem Gegenüber einen Blick auf die Umgebung zu ermöglichen. Zunächst steht das Bild dann jedoch auf dem Kopf, erst durch das Anwählen eines Menüpunkts wird die Perspektive wieder stimmig. Praxisgerechter wäre ein Sensor, der die Ausrichtung der Kamera automatisch erkennt und umschaltet, andere Multimedia-Handys können das bereits.

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