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Praxistest: Mehr Bewegung mit Fitbit Ultra

02.05.2012 | 15:49 Uhr |

Fitbit Ultra ist winziger Clip mit Batterie und Funk-Verbindung, der die tägliche Bewegung misst. Er dient der Selbstüberlistung; der Büromensch soll sich mehr bewegen.

Miniatur Schrittzähler Fitbit Ultra
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© Fitbit

Fitbit Ultra Tracker ist ein Schrittzähler für die Hosentasche - deutlich kleiner als die meisten USB-Sticks und mit zwölf Gramm auch erstaunlich leicht. Für rund 100 Euro erhält man Tracker, einen zusätzlichen Gürtel-Clip und eine USB-Ladestation, die zusätzlich als Übertragungsmedium für die erfassten Daten dient. Außerdem eine Art Elastikverband, der den Tracker nachts am Handgelenk hält.

Damit das Ganze funktioniert, braucht es eine Kommunikation zwischen Tracker (über einen Rechner) mit der Internetseite von Fitbit ( www.fitbit.com ): Zuerst meldet man sich am Mac mit einem Browser auf der Internetseite an und definiert die Grunddaten wie Name, Körpergröße und Gewicht. Anschließend installiert man eine 8 MB große Hintergrundsoftware, die später die Kommunikation übernimmt. Dritter Schritt ist dann die Verbindung der USB-Basisstation mit dem Rechner, dabei verknüpft die Software nach einer Rückfrage den Tracker (genauer: die eindeutige Tracker-Nummer) mit den zuvor gespeicherten Grunddaten.

Fitbit Ultra am Handgelenk zur Schlafkontrolle
Vergrößern Fitbit Ultra am Handgelenk zur Schlafkontrolle
© Fitbit

Anschließend gilt: Der Tracker registriert Schritte und Treppen (bzw. die Höhenunterschiede bei Treppenstufen) und überträgt diese Messdaten auf den Internet-Server von Fitbit. Die Übertragung startet, wenn die USB-Station mit dem Mac und der Mac mit dem Internet verbunden ist und der Tracker sich in einer Entfernung von 4 bis 5 Metern befindet (Radio-Frequenz 2,4 GHz).

Die Batterie hält bei uns im Test etwas länger als vier volle Tage, wenn man nicht allzu oft das Display auf dem Tracker einschaltet. Um die Batterie zu laden, muss man den Tracker auf die USB-Station stecken. Auf der Innenseite des Clips sind drei Kontakte, über die dann der Strom in die Lithium-Polymer-Batterie fließt (wegen der offenen Kontakte muss der Tracker im Schwimmbad und in der Dusche draußen bleiben).

Die Internetseite von Fitbit ist mit diesen Grunddaten über die täglich zu Fuß zurückgelegte Strecke schon sehr anschaulich erklärt, allerdings schätzt die Internetseite diese Information auf Basis der Körpergröße. Wesentlich genauer wird es nicht, allerdings kann man auf den Internetseiten eine Schrittlänge für Gehen und Laufen oder Rennen selbst festlegen.

Anfang Mai alles nur auf Englisch

Fitbit Ultra Ernährungsdatenbank auf Englisch
Vergrößern Fitbit Ultra Ernährungsdatenbank auf Englisch

Womit wir bei den weniger schönen Seiten von Fitbit Ultra wären: Präzision darf man nicht erwarten; weder bei der zurückgelegten Distanz zu Fuß noch bei der Zahl der Treppenstufen. Die Befestigung des sehr leichten Tracker an der Kleidung sollte man speziell am Anfang gut überwachen. In unserem Test verlieren wir den Winzling zweimal im Auto durch den Sicherheitsgurt, einmal aus dem mitgelieferten zusätzliche Gürtelclip, weil der Tracker dort nur eingeklemmt ist, aber nicht gesichert. Aus dem zusätzlich mitgelieferten Armband für die Schlafkontrolle entfleucht uns der Tracker ebenfalls zweimal ohne erkennbaren Grund; Menschen, die sich im Schlaf intensiv bewegen, sollten besser auf die Schlafkontrolle verzichten.

Bei Redaktionsschluss für diesen Test lässt sich außerdem die Datenbank mit Tätigkeiten wie Rad fahren oder Schwimmen und die Datenbank mit Mahlzeiten nur sehr eingeschränkt nutzen. Beide bestehen nur aus Einträgen in Englisch ("Hazelnut wafers, Schaar, 1 serving"). Bei den Angaben zum Gewicht muss man Nachkommastellen mit Punkt eingeben; nicht mit dem in Europa üblichem Komma.

Die von Fitbit versprochene App für das iPhone ist in Deutschland nicht erhältlich. Sie sollte den Überblick zeigen ("Dashboard"), den man auch auf den Internetseiten sieht. Außerdem sollte dort auch die Lebensmitteldatenbank zur Verfügung stehen.

Fazit

Fitbit Ultra Tracker ist eine gute Motivationshilfe, die bewegungsarme Büro-Menschen zu mehr Spaziergängen oder Jogging-Einlagen animiert. 10.000 Schritte sollten es pro Tag schon sein. Das Gerät krankt etwas an mechanischer Stabilität und der Befestigung an der Kleidung; außerdem empfehlen wir dringend ein Redesign der Verpackung, die viel zu komplex aus Plastik aufgebaut ist und bei grobmotorischen Zeitgenossen zum Bruch des Trackers führen dürfte.

Wer die volle Funktionalität der Internetseite ausnutzen will, muss die tägliche Kalorienaufnahme von Hand eingeben; außerdem wären Messwerte zum Gewicht und Angaben über die anderen Sportarten hilfreich.

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