1037979

Test Trend Micro Office Scan 1.5: Schützt gemischte Netze vor Windows-Viren

27.07.2010 | 10:20 Uhr |

In einem gemischten Netz mit Macs und PCs besteht die Gefahr, dass sich Windows-Viren über ungeschützte Macs ausbreiten. Auch wenn Apple-Rechner durch Viren kaum gefährdet ist, kann deshalb ein Virenscanner sinnvoll sein.

Die Firmenlösung Trend Micro Security von Trend Micro ist eine Server-Lösung, die über den zentralen Server Antiviren-Programme auf Client-Rechnern steuert. Mindestbestellmenge sind 30 Lizenzen. Die Version für Windows-Rechner ist recht verbreitet, es gibt auch einen Client für Macs. Schutz vor Viren, Spyware, Rootkits und schädlichen Webseiten soll das installierte Programm gewährleisten - sowohl bei PC- als auch Mac-Malware. Ein Hintergrundwächter sucht nach Viren, über die Programmoberfläche kann man Scans manuell starten. Den Zugriff auf verdächtige Webseiten verhindert das Tool ebenfalls. Updates und Konfiguration erfolgen ausschließlich über den Server Enterprise Scan, selbst ein Update der Virendefinitionen ist in unserem Test nur über den Firmenserver möglich. Einfach ist die Bedienung für den Endanwender, allerdings hat man hier keinerlei Konfigurationsmöglichkeiten. So lässt sich die Software weder deaktivieren noch Einstellungen ändern, dies erfolgt über den Server. Für den Administrator ist die Administration allerdings aufwendig. Im Unterschied zur Windows-Version muss man den Mac-Client auf den Rechnern einzeln installieren, Trend Micro empfiehlt für die Installation in einem Firmennetz Apples Lösung Remote Desktop.

Die Erkennungsleistung von Windows-Viren ist gut, laut Tests unserer Schwesterpublikation PC Welt gehört Trend Micro zu den besten Virenscannern. Nur mäßig ist die Leistung bei Mac-Viren. So erkennt die Software die Spyware Opinion Spy in unserem Test wenige ältere Mac-Viren. Die Mac-Archivformate DMG und Stuffit unterstützt die Software nicht, für einen Mac-Virenscanner ein deutlicher Nachteil.

Die Konfiguration von Office Scan erfolgt über einen zentralen Server, der Endnutzer kann das Programm nicht einmal deaktivieren.
Vergrößern Die Konfiguration von Office Scan erfolgt über einen zentralen Server, der Endnutzer kann das Programm nicht einmal deaktivieren.

Vergleichsweise gering ist die Systemlast, beim Start von Programmen oder dem Aufruf von Webseiten sind nur geringe Verzögerungen zu spüren. Deutlich ist dagegen der Geschwindigkeitsverlust beim Kopieren vieler kleiner Dateien. Bei unserem Testgerät, einem Macbook Pro mit 2,2 GHz-CPU verzögert sich die Kopierzeit eines Ordner mit 7000 Dateien von 67 Sekunden auf 144 Sekunden.

Überarbeiten sollte Trend Micro die Standardeinstellungen des Scanners. In der Standard-Konfiguration des Scanners überprüft er keine Archive und das Auffinden eines Schädlings produziert eine Fehlermeldung des Finders: Da das Programm dem Nutzer keinen Virenfund meldet, aber den Zugriff auf die Datei verweigert, sieht dieser nur eine Fehlermeldung. Nicht kompatibel ist die Software mit anderen Virenscannern mit Wächter, auf Rechnern mit der Antivirensoftware Clam ließ sich das Programm nicht installieren. Kompatibilitätsprobleme stellten wir bei der Nutzung von Time Machine fest. Der Scanner verlängerte die Dauer eines Backups deutlich und brach in einem Fall das Backup ab. Inkompatibilitäten mit Time Machine treten aber bei den meisten Virenscannern auf, insbesonders bei Apples Time Cabsule. Im Falle von Office Scan kommt erschwerend hinzu, dass ein Nutzer den Virenscanner nicht für ein Backup deaktivieren kann.

Empfehlung:

Interessant ist die Software Office Scan von Trend Micro für gemischte Netze mit hohem Sicherheitsbedarf, die bereits eine Serverlösung von Trend Micro nutzen. Der Support-Aufwand sollte aber nicht unterschätzt werden und die zusätzliche Systemlast könnte viele Anwender stören. Wenig überzeugend ist der Schutz gegen Mac-Viren.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1037979