918880

Softraid 3.0.2

28.01.2004 | 14:24 Uhr |

Zwar liefert Apple mit Mac-OS X ein Software-RAID mit, doch mit eher bescheidener Funktionalität. Erheblich mehr bietet Softraid für Jaguar und Panther.

Eine der wichtigsten Funktionen von Softraid ist die Benachrichtigung des Benutzers per Nachrichtenfenster bei Übertragungproblemen oder wenn eine Festplatte ausfällt, damit dieser sie schnellstmöglich ersetzen kann. Aber auch die weiteren Merkmale machen das Programm zu einem nützlichen Werkzeug. So ist der Zugriff auf Spiegelsätze selbst dann möglich, während diese (im Hintergrund) repariert werden. Bei entsprechender Konfiguration startet die Reparatur sogar automatisch. Weiterhin ist es möglich, auf einer Festplatte mehrere Partitionen einzurichten und damit ein effizientes und komplexes RAID-System aufzubauen (das in Mac-OS X eingebaute Software-RAID erlaubt lediglich eine Partition pro Festplatte). Unterschiedliche Blockgrößen ermöglichen eine Anpassung an bestimmte Datentypen, zum Beispiel für große Video-Files oder für Web-Server.

Weitere Merkmale sollen dem Benutzer die Arbeit erleichtern; so kann er Festplatten an andere Stellen verschieben, also beispielsweise aus einem FireWire- in ein USB-Gehäuse verpflanzen. Sogar das Verschieben ganzer RAID-Sätze an einen anderen Mac funktioniert (natürlich muss dort ebenfalls die Software installiert sein). Sinnvoll ist auch das Hinzufügen von Festplatten zu bestehenden Spiegelsätzen, um die Ausfallsicherheit zu erhöhen. Damit der Benutzer bei zahlreichen Platten die Übersicht behält, lässt Softraid auf Wunsch die Aktivitäts-LED einer Platte blinken. Das vollständige Löschen ausgedienter Platten ermöglicht es, diese ohne Bedenken aus der Hand zu geben.

Die Verwaltungsoberfläche ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber sehr übersichtlich. Alle Festplatten stehen auf einer und alle Volumes auf der anderen Seite. Klickt der Benutzer auf eine Festplatte, zeigen rote Balken alle Volumes dieser Platte an. Umgekehrt stellt der Klick auf ein Volume Verbindungen zu den einzelnen Platten an, auf denen sich dieses Volume befindet. Zum Erstellen und Löschen von Volumes ist das Admin-Kennwort einzugeben, wahlweise lässt sich auch der Aufruf der Software entsprechend schützen. Das (leider nur englischsprachige) Handbuch überzeugt mit einer guten Einführung in Bussysteme, Volumes, Partitionen und RAID-Sätze, sodass der Anwender ein effizientes RAID-System für seine Bedürfnisse einrichten kann.

Im Test unter Mac-OS 10.2.8 und 10.3.2 ergeben sich keine Probleme. Schade ist, dass sich von Mac-OS X verwaltete Festplatten nicht administrieren lassen; hierzu muss der Benutzer nach wie vor das Festplatten-Dienstprogramm aufrufen. Auf der Wunschliste stehen die Möglichkeit, von einem RAID-Set zu booten (soll in einer der nächsten Versionen kommen), RAID-5 (ausfallsicheres Striping) sowie eine Benachrichtigung per E-Mail.

Fazit

Softraid 3.0.2 ist schon alleine deswegen zu empfehlen, weil es den Benutzer bei einer ausgefallenen Festplatte benachrichtigt. Doch auch die anderen Funktionen überzeugen. Die Möglichkeit zur Partitionierung kann allerdings zu ineffizienten RAID-Systemen führen, sodass ein Studium des Handbuches unerlässlich ist.

Wertung: 5 Mäuse / 'gut' / 1,8
Vorteile: Leistungsfähig, sehr flexibel, Benachrichtigung bei Problemen
Nachteile: Kein RAID-5, keine Verwaltung von gewöhnlichen Festplatten, kein Booten von RAID-Sätzen möglich
Alternative: Software-RAID von Mac-OS X, Controller mit Hardware-RAID
Preis: 129 US$ (Download-Version)

Technische Angaben

Unterstützte RAID-Typen: Striping (RAID-0) und Spiegelsätze (RAID-1)
Unterstützte Bus-Typen : ATA, FireWire, USB 1 und 2, Fibre Channel, SCSI (außer alte FireWire-Platten mit dem LSI-Chipsatz und FireWire an G3-Macs)
Volume-Größe bis 2 Terabyte, ein Volume kann auf maximal 16 Platten liegen, Maximal 60 Partitionen pro Festplatte
Systemanforderungen: MacOS 10.2, mindestens zwei Festplatten für RAID-Sets
Info: http://www.softraid.com

0 Kommentare zu diesem Artikel
918880