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Datenretter im Vergleich

07.04.2009 | 09:43 Uhr |

Erscheint ein Laufwerk nicht mehr im Finder, kommt man auf normalem Weg nicht mehr an die Daten heran. Für diesen Fall gibt es Spezialprogramme, die verloren geglaubte Daten zurückbringen.

Obwohl es angesichts preisgünstiger Festplatten und Backup-Lösungen wie Time Machine nicht notwendig sein sollte, Daten von defekten oder versehentlich gelöschten Datenträgern wiederherzustellen, treten solche Situationen trotzdem immer wieder auf. Hier helfen dann für diese Notfälle spezialisierte Programme, die wir mehreren Tests unterziehen. Wichtige Voraussetzung für eine gelungene Rettungsaktion ist darüber hinaus ein zweiter Datenträger zur Aufnahme der geretteten Dateien.

Sonderfall Klonen

Data Rescue und Stellar Phoenix können von einem defekten Medium zuerst eine Kopie anlegen, bevor sie mit seiner Analyse beginnen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine Festplatte mechanische Defekte aufweist, die der Suchprozess mit den vielen Datenzugriffen verstärken könnte. Data Rescue erstellt dazu einen Klon des defekten Datenträgers, wozu man ein leeres Volume benötigt, da dieses beim Klonen überschrieben wird. Im Test gelingt das Klonen problemlos, dauert aber einige Stunden. Das Wiederherstellen der Daten von der geklonten Festplatte geht dann sehr schnell. Stellar Phoenix erstellt von der zu rettenden Festplatte ein Disk-Image und durchsucht dann dieses. Im Test bleibt das Programm jedoch bei einem defekten Block zu Beginn der Suche hängen, wir brechen diesen Versuch nach 45 Minuten ab.

Das passiert beim Wiederherstellen von Daten

Es gibt zwei unterschiedliche Gründe für Datenverlust und jeweils eine andere Lösung.

Problem: Defektes Speichermedium

Erscheint eine Festplatte oder ein anderes Speichermedium wie ein USB-Stick nicht mehr im Finder, liegt das meist an einem Defekt im Dateiverzeichnis des Volumes, hervorgerufen durch einen Softwarefehler oder eine defekte Hardware.

Lösung: Solange das Medium noch zugänglich ist, versuchen Reparaturprogramme, das Inhaltsverzeichnis aus den vorhandenen Informationen zu rekonstruieren. Das ermöglicht dem Anwender, Ordner und Dateien auf ein anderes Medium zu kopieren. Vorteil dabei ist, dass alle Metainformationen wie Dateinamen und Erstellungsdatum erhalten bleiben. Bis auf File Salvage beherrschen alle Testkandidaten dieses Verfahren.

Problem: Gelöschte Daten

Löscht man versehentlich eine Datei oder ein komplettes Volume, tilgt man dabei den Eintrag im Dateiverzeichnis beziehungsweise das ganze Verzeichnis von der Festplatte.

Lösung: Die Rettungsprogramme müssen den Datenträger nach ihnen bekannten Dateiformaten durchsuchen und diese auflisten. Informationen wie Dateiname oder Datum lassen sich nicht wiederherstellen, da diese mit wenigen Ausnahmen nur im Dateiverzeichnis und nicht direkt in der Datei gespeichert sind. Man muss die geretteten Dateien öffnen, um zu sehen, um was es sich jeweils handelt. Mit Ausnahme von Disk Warrior finden die getesteten Programme gelöschte Dateien, sofern sie das jeweilige Dateiformat kennen.

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