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Speichererweiterung für iPhone und iPad

12.07.2013 | 12:28 Uhr |

Wir testen drei WLAN-Speichersysteme für iOS-Geräte wie iPhone oder iPad. Alle drei Geräte bieten Speicherplatz von mindestens 1 TB und lassen sich per USB auch am Mac verwenden.

Der Speicherplatz wird auf iPhone , iPad und iPod Touch schnell knapp, zudem zeigt sich das iOS-Betriebssystem eingeschränkt im Bezug auf Datentausch mit anderen Systemen. Diverse Cloud-Speicherdienste wie Dropbox setzen eine Internet-Verbindung voraus. Flexibler, da vom Internet unabhängig, sind externe Speicher mit eingebautem WLAN, deren Daten man per iOS-App verwalten und betrachten kann. Der Austausch mit den Apple-eigenen Apps ist dagegen nur kaum möglich. So lässt sich beispielsweise Musik, die sich auf dem externen Speicher befindet, nicht mit Apples Musik-App wiedergeben. Wir testen die drei Geräte Seagate Wireless Plus, Corsair Voyager Air und Patriot Memory Gauntlet Node. Sie verwenden jeweils eine 2,5 Zoll große Festplatte und eignen sich so so auch für den Betrieb am Mac . Zudem bieten alle Geräte einen eingebauten Akku, damit man sie unterwegs auch unabhängig vom Stromnetz mit den iOS-Geräten verwenden kann.

Die Ausstattung

Im Unterschied zu normalen USB-Festplatten bieten unsere drei Testgeräte neben dem klassischen USB-Anschluss  einen integrierten WLAN -Hotspot, über den die iOS-Geräte iPhone, iPad (Mini) oder iPod Touch auf die externen Daten zugreifen können. Corsair gönnt dem Voyager Air noch einen zusätzlichen Gigabit-Ethernet-Anschluss. Seagate und Corsair statten ihre Geräte mit jeweils einem Terabyte Speicherplatz aus, während man das Patriot Memory Gauntlet Node um ein handelsübliches 2,5 Zoll großes HDD- oder SSD-Laufwerk mit maximal zwei Terabyte Kapazität erweitern muss. Dank einer ausführlich bebilderten Anleitung gelingt selbst Ungeübten der Einbau in das Gehäuse, das jedoch nicht so hochwertig wie die seiner Konkurrenten verarbeitet ist.

Corsair Voyager Air
Vergrößern Corsair Voyager Air
© Corsair

WLAN einrichten

Bei der Inbetriebnahme aller Geräte zeigt sich der Unterschied zu einer herkömmlichen Festplatte, denn nach rund einer Minute funken die Speichersysteme ihre WLAN-Kennung und erlauben iPhone, iPad oder iPod Touch drahtlosen Zugriff. Die dazu erforderliche App stellen die jeweiligen Hersteller im Appstore kostenlos zur Verfügung. Ab Werk funken alle drei Testkandidaten allerdings unverschlüsselt und erlauben damit prinzipiell jedermann in Funkreichweite Zugriff auf potentiell sensible Daten. Daher sollte man umgehend nach Inbetriebnahme die WLAN-Verschlüsselung aktivieren. Die WLAN-Verbindung von den iOS-Geräten zu den mobilen Speichern ist während unserer Tests im Dauerbetrieb bei allen Kandidaten sehr stabil.

Patriot Memory Gauntlet Node
Vergrößern Patriot Memory Gauntlet Node
© Patriot Memory

Zusätzlich zum eigenen WLAN-Netz bieten alle Testgeräte die Option Wifi Passthrough zu aktivieren. Dies erlaubt  den Zugriff auf eine vorhandene WLAN-Internetverbindung, ohne dass man die Verbindung des iOS-Clients jedesmal vom mobilen Speicher trennen müsste. So kann man ungestört seine Lieblingsmusik vom mobilen Speicher hören, während man zusätzlich seine E-Mails liest oder das Internet nach Neuigkeiten durchforstet. Diese äußerst praktische Option funktioniert in der Praxis bis auf sehr seltene Aussetzer gut. Die Einrichtung setzt allerdings rudimentäre Kenntnisse im Umgang mit Netzwerken voraus.

Schnell per USB, lahm per WLAN

Jedes der Geräte verfügt über einen modernen Anschluss für USB 3.0, der zügiges Befüllen mit Daten per Mac oder PC erlaubt. Dies ist auch ratsam, denn bei allen Testkandidaten ist die Übertragung per WLAN äußerst zäh und langsam. Während über die USB-3.0-Schnittstelle je nach Anwendung zwischen 80 und 120 MB/s übertragen werden, versickerte der WLAN-Datenstrom beim Lesen auf weniger als 3 MB/s und beim Schreiben reduzierte sich dieser magere Wert sogar noch einmal um die Hälfte. Das Seagate Wireless Plus hat in allen Disziplinen in Sachen Schreib- und Lesegeschwindigkeit die Nase leicht vorn.

Musik streamen

Besitzer des Voyager Air sollte auf jeden Fall die Firmware aktualisieren, um ebenso wie bei dem Seagate Wireless Plus in den Genuss der Funktionalität eines DLNA-Medienservers und Airplay zu kommen. Dies ist nicht nur für iOS-Geräte interessant, sondern für eine breite Palette von Geräten der Unterhaltungselektronik wie Airplay-Lautsprecher, Spielekonsolen, TV-Geräte oder AV-Receiver. Von dem Leistungsumfang eines aktuellen NAS-Speicher mit DLNA-Unterstützung sind aber sowohl Seagate als auch Corsair weit entfernt.

Seagate Wireless Plus

Seagate

Preis: € 165, CHF 220

Note: 2,4 gut

Leistung (50%) 2,3

Ausstattung (20%) 2,1

Handhabung (20%) 3,5

Verbrauch (10%) 1,6

Vorzüge: Sehr gute Datentransferrate per USB, leise, elegantes Gehäuse, 3 Jahre Herstellergarantie

Nachteile:  WLAN ab Werk unverschlüsselt, langsame Datenübertragung per WLAN, proprietärer Anschluß  für USB-Kabel

Alternativen: Corsair Voyager Air , Patriot Memory Gauntlet Node

Ausstattung: 1 Terabyte Festplatte, USB 3.0, WLAN, USB-Netzadapter, iOS- und Android-App kostenlos per Download

www.seagate.com/de

Apps Verbesserungsbedürftig

Bei den iOS-Apps sollten alle drei Hersteller nachbessern. Die Bedienung aller Apps ist wenig intuitiv und die Navigation durch die Ordner erweist sich teilweise als hakelig und unlogisch. Seagate baut beispielsweise eigene Ordnerstrukturen und bei Corsair lässt sich der Media-Server nur per Browser aktivieren. Eine individuelle Medienverwaltung für Netzwerk- oder FTP-Zugriffe sucht man vergeblich. Für das Anlegen von Ordnerstrukturen und das generelle Organisieren von Dateien empfiehlt sich daher der Mac oder PC, denn das Datei-Management der jeweiligen iOS-Apps eignet sich nur für einfache Aufgaben.

Seagate Wireless Plus
Vergrößern Seagate Wireless Plus
© Seagate

In der Praxis punkten jedoch alle drei Testsysteme, denn der Abruf von Musik, Fotos, Dokumenten und Videos funktioniert bei allen Testgeräten reibungslos und zuverlässig. Theoretisch liefern die mobilen Speicher an bis zu acht Clients gleichzeitig Daten und tatsächlich können wir von allen Geräten zwei oder mehr hochauflösende Videos im .mp4-Format parallel anschauen. Hier setzt dann lediglich die schwachbrüstige WLAN-Übertragungsgeschwindigkeit Grenzen und sorgte für gelegentliche Ruckler. Das beliebte .mkv-Format wird von allen drei Geräten nur schlecht unterstützt, das liegt aber auch an den generellen Restriktionen von iOS. Meist muss man Videos in diesem Format komplette auf den lokalen Speicher laden und eine zusätzliche App für die Wiedergabe verwenden. 

Corsair Voyager Air 1000GB

Corsair

Preis: € 200, CHF 268

Note: 2,5 befriedigend

Leistung (50%) 2,4

Ausstattung (20%) 2,0

Handhabung (20%) 3,7

Verbrauch (10%) 1,8

Vorzüge: Sehr gute Datentransferrate per USB, robustes Gehäuse, 3 Jahre Herstellergarantie, Gigabit-Anschluß

Nachteile: WLAN ab Werk unverschlüsselt, langsame Datenübertragung per WLAN

Alternativen: Seagate Wireless Plus , Patriot Memory Gauntlet Node

Ausstattung: 1 Terabyte Festplatte, USB 3.0, WLAN, Ethernet, USB-Netzadapter, Adapter für KFZ-Zigarettenanzünder, iOS- und Android-App kostenlos per Download

www.corsair.com/de

Ergonomie

Das Betriebsgeräusch aller Testkandidaten ist angenehm leise, wobei der Speicher von Seagate die Bestnote verdient. Die Laufzeit aller drei Geräte überzeugt ebenfalls, auch wenn die jeweiligen Herstellerangaben nicht ganz erreicht werden. Je nach Anwendung spenden die Akkus bei Seagate und Corsair für fünf bis sieben Stunden Betrieb Strom. Der Gauntlet Node muss sich mit vier bis maximal fünf Stunden begnügen, eine durchaus noch respektable Zeit. Den Geräten liegt jeweils ein USB-Netzadapter bei. Corsair spendiert neben dem USB-Netzadapter auch noch einen Adapter für KFZ-Zigarettenanzünder. Mit einem Gewicht von 250 Gramm sind die Geräte von Seagate und Patriot Memory merklich leichter als das Gerät von Crosair. Das stabile Gehäuse des Corsair Voyager Air macht das Gerät 100 Gramm schwerer als die anderen beiden Geräten.

Kaufempfehlung & Fazit

Alle drei Testkandidaten bieten mobile und flexible Speicherplatzerweiterung für iOS-Geräte. Dank der WLAN-Funktionalität hat man praktisch überall Zugriff auf seine Daten. In der Praxis lauern jedoch einige Fallstricke, wobei die bei allen Kandidaten fehlende WLAN-Verschlüsselung ab Werk zu bemängeln ist. Den sehr zügigen Übertragungsraten per USB-Anbindung an Mac oder PC stehen teilweise quälend langsame Übertragungen per WLAN gegenüber. Bei den zugehörigen iOS-Apps macht Seagate noch die beste Figur, aber auch hier gibt es Verbesserungsbedarf. Trotz der nicht ganz ausgereiften iOS-Software bieten alle drei Geräte einen gut funktionierenden Ausweg aus dem Speicherdilemma. Alle Speicher lassen sich zudem gut am Mac oder PC verwenden.

Patriot Memory Gauntlet Node

Patriot Memory

Preis: € 80, CHF 107 (Leergehäuse, Festplatte extra)

Note: 2,6 befriedigend

Leistung (50%) 2,4

Ausstattung (20%) 2,3

Handhabung (20%) 3,5

Verbrauch (10%) 2,0

Vorzüge: Sehr gute Datentransferrate per USB, beste Konfiguration per Browser-Interface, verständliche Einbauanleitung für Festplatte, Abruf Ladestandsanzeige

Nachteile: WLAN ab Werk unverschlüsselt, geringste Laufzeit im Test

Alternativen: Seagate Wireless Plus , Corsair Voyager Air

Ausstattung: Gehäuse für 2,5“ HDD- oder SSD-Laufwerk mit max. 9,5mm Bauhöhe, USB 3.0, WLAN, USB-Netzadapter, iOS- und Android-App kostenlos per Download

http://patriotmemory.com

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